In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rechnen Ärzte und Psychotherapeuten ihr Honorar einmal im Quartal nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) mit ihrer Kassenärztlichen Vereinigung ab, die die Daten prüft und sie wiederum mit der Krankenkasse des Patienten abrechnet.

Psychotherapie

Maßgeblich für die Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen ist Kapitel 35 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Dazugehörige Gebührenordnungspositionen (GOP):

  • nicht antragspflichtige Leistungen (Abschnitt 35.1 EBM)
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Analytische Psychotherapie, Verhaltenstherapie und Systemische Therapie (Abschnitt 35.2 EBM)
  • Zuschläge, die die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zusetzt
  • standardisierte Testverfahren (Abschnitt 35.3 EBM).

Aktuell: Psychotherapeuten können seit dem 1. Oktober 2019 Leistungen aus Kapitel 35 auch als Videosprechstunde erbringen und abrechnen. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus wurde die Mengenbegrenzung vom 1. April bis zum 30. Juni 2021 bei der Videosprechstunde aufgehoben. Wie Psychotherapeuten die Leistungen kennzeichnen, was es alles für die Abrechnung zu beachten gibt und wie sie einen zertifizierter Videodienstanbieter finden, hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) auf der Themenseite zur Videosprechstunde zusammengefasst.

  • Denken Sie bitte unbedingt daran, das Therapieende in der Abrechnung zu kennzeichnen: das Ende einer Richtlinien-Therapie (§15 Psychotherapie-Richtlinie) mit 88130, wenn keine Kontingente mehr vorhanden sind und entsprechend keine Rezidivprophylaxe erfolgt. Mit 88131 kennzeichnen Sie die Beendigung einer Psychotherapie mit anschließender Rezidivprophylaxe.
    Die Kennzeichnung 88130 bzw. 88131 geben Ärzte und Psychotherapeuten am Tag der Beendigung der Psychotherapie wie eine GOP in ihrer Abrechnung an (§ 10 Abs. 5 Psychotherapie-Vereinbarung). Die Angabe der Kennzeichnung in der Abrechnung ersetzt die Mitteilung der beendeten Psychotherapie auf Formblatt PTV12 bei der Krankenkasse.
     
  • Bei der Rückmeldung zur Abrechnungsinformation bitte unbedingt leserlich schreiben und genau mitteilen, bei welchem Patienten welche Änderung in der Abrechnung erfolgen soll.
     
  • Sie haben die Videosprechstunde abgerechnet? Dann achten Sie darauf, dass Sie bei jeder erfolgten Videosprechstunde auch den Technikzuschlag (Gebührenordnungsposition 01450) abrechnen und bei der durchgeführten Leistung auch das entsprechende Suffix anzusetzen. Das Suffix geben Sie zwingend direkt an der GOP an, sie wird nicht in das Begründungsfeld eingetragen.
     
  • Bewilligte Therapieeinheiten dokumentieren Sie unbedingt immer in den entsprechenden Antragsfeldern. Die entsprechenden Leistungen führen Sie bitte erst ab dem eingetragenen Bewilligungsdatum durch und rechnen diese entsprechend ab.
     
  • Die Systemische Therapie wird in den EBM aufgenommen.
     
  • Akutbehandlung: Ärzte und Psychotherapeuten können bei der Akutbehandlung unter bestimmten Voraussetzungen höhere Kontingente abrechnen.
     
  • Neue Versionen von PTV-Formblättern: Seit dem 1. Juli 2020 dürfen ausschließlich die neuen Formblätter mit der Kennzeichnung 7.2020 verwendet werden. Alte Formblätter, Umschläge oder Leitfäden dürfen nicht aufgebraucht oder weiterhin genutzt werden. Praxen müssen noch vorhandene Bestände vernichten.
     
  • Bei einer Langzeittherapie können Ärzte und Psychotherapeuten die psychodiagnostischen Testverfahren (GOP 35600 bis 35602) – zusätzlich zu den drei Malen in der Kurzzeittherapie – viermal abrechnen. Davor konnten sie sie zweimal abrechnen. Insgesamt können die psychodiagnostischen Testverfahren damit bis zu siebenmal abgerechnet werden. Die Änderung zum 1. Juli 2020 betrifft alle Richtlinientherapien.
     
  • Wichtig: Die Änderung betrifft nur die durchgeführten Testverfahren während einer Psychotherapie (ab der ersten bewilligten Sitzung). Vor Beginn einer Psychotherapie gelten die Regelungen im EBM.
     
  • Ärzte und Psychotherapeuten erhalten seit dem 1. April 2020 Zuschläge für die ersten zehn Sitzungen bei Kurzzeittherapien (KZT) – sowohl für die Einzeltherapie als auch für die Gruppentherapie. Die Zuschläge erhalten sie auch dann, wenn bereits eine Akutbehandlung stattgefunden hat. Die Zuschläge setzt die KVH ihnen automatisch – unabhängig davon, ob es eine KZT 1 oder KZT 2 ist – zu.
     
  • Den Zuschlag zur Einzeltherapie (GOP 35591) erhalten Ärzte und Psychotherapeuten auch dann, wenn die Leistung im Rahmen der Videosprechstunde durchgeführt wird. Hinweis: Die Zuschläge setzen voraus, dass Ärzte und Psychotherapeuten die nach § 19a Absatz 1 der Zulassungsverordnung festgelegten Mindestsprechstunden erfüllen. Diese können Ärzte und Psychotherapeuten im mitgliederinternen Bereich in der Arztsuche selbst erfassen und jederzeit ändern. Wie die Datenbearbeitung genau funktioniert, ist in der Anleitung „Daten bearbeiten Arztsuche“ nachzulesen.

Psychotherapie: Richtlinie und Vereinbarung

In der Psychotherapie-Richtliniehat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Therapieformen und -arten geregelt, die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht und vergütet werden können: die Psychotherapieverfahren der Analytischen Psychotherapie, die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. Sie werden auch als Richtlinientherapien bezeichnet und sind auch Gegenstand der Psychotherapievereinbarung (Bundesmantelvertrag für Ärzte (BMV-Ä) Anlage 1).

Psychotherapeuten müssen freie Termine an die Terminservicestelle (TSS)melden. Das geht auch ganz unkompliziert online. Patienten, die Termine brauchen, können sich ebenfalls an die TSS wenden.

Praktisch im Praxisalltag: Alle wichtigen Informationen zur Abrechnung der Psychotherapie hat die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) in einem Fragen-Antworten-Katalog (FAQ) für ihre Mitglieder zusammengefasst.

zuletzt aktualisiert am: 13.04.2021

Neue Formulare

Bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) finden Psychotherapeuten alle Musterformulare und Ausfüllhilfen.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Terminservicestelle (TSS)

Mo – Fr: 8 – 16 Uhr

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 116117
Terminservicestelle für Patienten

Psychotherapie sowie verschiedene psychotherapeutische Leistungen können Ärzte und Psychotherapeuten nur dann abrechnen, wenn sie bestimmte Qualifikationsvoraussetzungen erfüllen. Sie müssen einen Antrag bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) stellen, die wiederum die Abrechnung genehmigen muss. Liste aller genehmigungspflichtigen Leistungen

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