Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest. © kupicoo

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die Videosprechstunden anbieten, können dafür Zuschläge abrechnen. Ab 1. April 2020 gibt es dazu neue Gebührenordnungspositionen (GOP) und temporär gültige GOP wegen der Corona-Pandemie: Alle aktuell und kompakt in der neuen GOP-Übersicht!

Videosprechstunde abrechnen

Bei der Videosprechstunde therapieren Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihre Patienten via Bildschirm. Beide sind also räumlich getrennt, der Ablauf der Sprechstunde erfolgt aber wie gewohnt. Mit der Videosprechstunde können Patienten, die beispielsweise mobil eingeschränkt sind oder an einer chronischen Krankheit leiden, den Anfahrtsweg und Zeit sparen.

Seit dem 1. April 2022 wird die Obergrenze bei der Videosprechstunde wieder eingeführt und dabei von 20 Prozent auf 30 Prozent erhöht. Die Anzahl der Behandlungsfälle, die ausschließlich im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden, ist demnach auf höchstens 30 Prozent der Gesamtfälle festgelegt. Die GOP, die entsprechend ihrer Leistungsbeschreibung auch im Rahmen der Videosprechstunde erbracht werden können, unterliegen ebenfalls der Obergrenze von 30 Prozent je Mitglied und je Quartal.

Bei der leistungsbezogenen Obergrenze je Mitglied und Quartal tritt zum 1. Juli 2022 eine abweichende Regelung für das Kapitel 35 in Kraft. Die Mengenbegrenzung der GOP des Kapitel 35 bezieht sich dann nicht mehr auf jede GOP einzeln, sondern auf die Gesamtpunktzahl der im Quartal erbrachten Leistungen.  Die Mengenbegrenzung besteht nur bei den GOP, die nach ihrer Leistungsbeschreibung auch per Videosprechstunde durchgeführt werden können. Ausnahme bildet die GOP 35152, hier gilt weiterhin die Begrenzung der einzelnen GOP, wenn diese per Video durchgeführt wird.

Die Vorgaben zur Videosprechstunde erfahren Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in der Vereinbarung über die technischen Anforderungen an die Praxis in der Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag - Ärzte (BMV-Ä). Für die Abrechnung benötigen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten einen zertifizierten Videodienstanbieter. Diesen melden sie der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) ganz einfach über das Formular "zertifizierten Videodienstanbieter melden"

Gebührenordnungspositionen (GOP) zur Videosprechstunde

GOPKurzbeschreibungHinweiseBewertung
01442Videofallkonferenz mit Pflegekräften nach Anlage 31b zum BMV-ÄDreimal im Krankheitsfall9,69 Euro* (86 Punkte)
01444Zuschlag Authentifizierung nach Anlage 4b zum BMV-Ä im Rahmen Videosprechstunde nach Anlage 31b zum BMV-ÄEinmal im Behandlungsfall1,13 Euro* (10 Punkte)
01450

Zuschlag für Videosprechstunden nach Anlage 31b zum BMV-Ä. Der Technikzugschlag unterliegt einem Höchstwert von 1.899 Punkten je abrechnenden Vertragsarzt.

„Technikzuschlag“ je Arzt-Patienten-Kontakt4,51 Euro* (40 Punkte)
40128

Kostenpauschale für die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemäß § 4 Absatz 4.1.2 Anlage 2b BMV-Ä an den Patienten bei Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde.

-0,86 Euro
(seit 1. Januar 2022, davor 0,81 Euro)

40129

Kostenpauschale für die postalische Versendung einer Bescheinigung gemäß Muster 21 an den Patienten beziehungsweise die Bezugsperson bei Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde-0,86 Euro
(seit 1. Januar 2022, davor 0,81 Euro)

* gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2022 ( 11,2662 Cent)

zuletzt aktualisiert am: 01.07.2022

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