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Die Elektronische Patientenakte (ePA)

Überblick über alle Leistungen und Besonderheiten

Elektronische Patientenakte (ePA): Leistungen abrechnen

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung und der Telematikinfrastruktur. Sie soll die bisher an verschiedenen Orten wie Praxen und Krankenhäusern abgelegten Patientendaten digital zusammentragen.

ePA-Erstbefüllung abrechnen

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können für die Erstbefüllung der ePA die Gebührenordnungsposition (GOP) 01648 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) abrechnen. 

Die GOP 01648 rechnen sie ab, wenn sie als Erster zum Beispiel Befunde oder Arztbriefe auf Wunsch der Patientinnen und Patienten in der ePA speichern. Dabei prüfen sie, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die ePA entgegenstehen. Zusätzlich prüfen und gegebenenfalls ergänzen sie die zu den Dokumenten gehörenden Metadaten.

Die GOP 01648 für die Erstbefüllung können sie sektorenübergreifend je Patientin oder Patient nur einmal abrechnen, außerdem im Behandlungsfall nicht neben der GOP 01647 (Zusatzpauschale ePA-Unterstützungsleistung). Die GOP 01468 ist 10,03 Euro (89 Punkte) wert; bundeseinheitlicher Punktwert 2022 ist 11,2662 Cent. Sie soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Die ePA differenziert derzeit nach Herkunft der Inhalte in drei Bereiche: Versichertenbereich, Leistungserbringerbereich und Krankenkassenbereich. Ein Indiz, dass sie die ePA als Erster befüllen, liegt vor, wenn noch keine Inhalte im Leistungserbringerbereich der ePA eingestellt worden sind.

Weil Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten meist nicht erkennen können, wenn Patientinnen und Patienten bereits eingestellte Daten wieder gelöscht haben, sollten sie mit ihren Patientinnen und Patienten abklären, ob bereits eine Erstbefüllung der ePA vorgenommen wurde.

Falls dennoch bereits eine vorherige Erstbefüllung der ePA vorlag, erhält die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) eine Rückforderung der Krankenkasse und wandelt die abgerechnete Erstbefüllung in die GOP 01647 um, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
 

ePA befüllen und GOP 01647 abrechnen

Die GOP 01647 können Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten abrechnen, wenn sie medizinische Daten aus dem aktuellen Behandlungskontext in der ePA erfassen, verarbeiten und speichern. Dabei prüfen sie, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die ePA entgegenstehen. Zusätzlich prüfen und gegebenenfalls ergänzen sie die zu den Dokumenten gehörenden Metadaten.

Die GOP können sie als Zusatzpauschale zu den Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen (in Kapitel 12 nur zur Konsiliarpauschale nicht zur Grundpauschale), zu den GOP 01320 und 01321 (Ermächtigte), zur GOP 30700 (Schmerztherapie) sowie den Leistungen des Abschnitts 1.7 (ausgenommen in-vitro-diagnostische Leistungen) abrechnen.

Wichtig: Die GOP 01647 können sie im Behandlungsfall nicht neben der GOP 01648 (Erstbefüllung) abrechnen.

Die GOP 01647 können sie einmal im Behandlungsfall abrechnen. Sie ist 1,69 Euro (15 Punkte) wert; bundeseinheitlicher Punktwert 2022 ist 11,2662 Cent. Sie soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.

ePA befüllen und GOP 01431 abrechnen

Die GOP 01431 rechnen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ab, wenn sie Daten aus dem aktuellen Behandlungskontext ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt oder Videosprechstunde in der ePA erfassen, verarbeiten und speichern. Dabei prüfen sie, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die ePA entgegenstehen. Zusätzlich prüfen und gegebenenfalls ergänzen sie die zu den Dokumenten gehörenden Metadaten.

Die GOP 01431 können sie als Zusatzpauschale zu den GOP 01430 (Verwaltungskomplex), 01435 (Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale) oder 01820 (Rezepte, Überweisungen, Befundübermittlung im Rahmen der Empfängnisregelung) abrechnen.

Sie können die GOP 01431 im Arztfall nur abrechnen, wenn sie keine Versicherten-, Grund- bzw. Konsiliarpauschale abrechnen. Sie können die GOP 01431 im Arztfall höchstens viermal abrechnen. Die GOP 01431 können sie – mit Ausnahme der GOP 01430, 01435 und 01820 – im Arztfall nicht neben anderen GOP und nicht mehrfach an demselben Tag abrechnen.

Die GOP 01431 ist 0,34 Euro (3 Punkte) wert; bundeseinheitlicher Punktwert 2022 ist 11,2662 Cent. Sie soll zunächst extrabudgetär vergütet werden.

Die ePA soll die Patientendaten wie zum Beispiel Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen oder Behandlungsberichte, die beispielsweise in Praxen und Krankenhäusern vorhanden sind, digital und sektorenübergreifend auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bündeln und so einen schnellen Datenaustausch ermöglichen. Die Krankenkassen sind seit dem 1. Januar 2021 verpflichtet, ihren Patientinnen und Patienten eine ePA anzubieten. Praxen müssen seit dem 1. Juli 2021 den Zugriff auf die ePA ermöglichen können, sofern Patientinnen und Patienten dies wünschen.

Patientinnen und Patienten können ihre ePA jederzeit per App eigenständig einsehen, befüllen oder Inhalte löschen. Dies kann aber auch in der Praxis erfolgen.

Wichtig: Ob und welche Daten in der ePA gespeichert beziehungsweise gelöscht werden und wem welche Daten zur Verfügung gestellt werden, entscheiden allein die Patientinnen und Patienten. Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können daher nicht von der medizinischen Vollständigkeit der ePA ausgehen.

Zugreifen dürfen sie auf die Daten aus der ePA nur mit Einwilligung der Patientinnen und Patienten und aufgrund einer konkreten Behandlungssituation. Patientinnen und Patienten können dafür die Zugriffsberechtigung per App ermöglichen. Sie können aber auch gemeinsam mit Patientinnen und Patienten in der Praxis auf die ePA zugreifen. Dafür nutzen sie ihren Praxisausweis und Patientinnen und Patienten ihre eGK. Diese geben zusätzlich ihren Patienten-PIN über das E-Health-Kartenterminal ein. Die Daten können dann aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) in die ePA hochgeladen werden.

Sie müssen aber nur die im Bezug des aktuellen Behandlungsfalls erhobenen Patientendaten in der ePA eintragen. Es müssen nicht sämtliche bereits vorhandenen Daten und Befunde in die ePA eingegeben werden.

In der ePA können Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vorerst Befunde, Diagnosen, durchgeführte und geplante Therapiemaßnahmen, sowie Behandlungsberichte und Arztbriefe auf Wunsch der Patientinnen und Patienten speichern. Auch andere Daten wie der Notfalldatensatz (NFDM) und der elektronische Medikationsplan (eMP) sowie elektronische Arztbriefe (eArztbrief) können in der ePA abgelegt werden. Ab 2022 werden der Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder, das Zahnbonusheft und eRezepte folgen.

Derzeit existieren bereits verschiedene sogenannte eGA, die einzelne Krankenkassen ihren Versicherten in verschiedene Formen als Satzungsleistung bereitstellen. Die ärztliche Nutzung von eGA ist freiwillig. Sie sollen zukünftig in die ePA integriert werden.

Für die Nutzung der ePA, müssen Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI ) angeschlossen sein. Praxen benötigen darüber hinaus ein Update ihres E-Health-Konnektors auf den sogenannten ePA-Konnektor und auch ein ePA-Modul für ihr Praxisverwaltungssystem. Für die Signatur bestimmter Datensätze benötigen sie zudem einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der zweiten Generation.

zuletzt aktualisiert am: 28.12.2021

EBM-Begriffe verstehen

Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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