Hand mit Stift in den Fingern zeigt auf ein Blatt mit Auswertungen wie Grafen.

Medizinische Maßnahmen und Eingriffe werden häufig sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor durchgeführt. Im Verlauf ihrer Behandlung werden Patienten oft in beiden Sektoren versorgt. 

Damit alle beteiligten Berufsgruppen und Einrichtungen reibungslos zusammenarbeiten können, gibt es seit 2016 für einige genehmigungspflichtige Leistungen Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS).

Vermeidung nosokomialer Infektionen (WI)

Wer die Genehmigung zur Leistung des ambulanten Operierens hat, ist zur Teilnahme am Verfahren QS-WI verpflichtet und muss:

  1. einmal jährlich an der Einrichtungsbefragung für Praxishygiene teilnehmen, sofern sie definierte Tracer-Eingriffe erbracht haben (zurzeit ausgesetzt1).
  2. den Fragebogen bis zum Ende der Übermittlungsfrist über das Webportal der KBV abschließen. Das Webportal kann über das KV-SafeNet*-Portal aufgerufen werden.

1Einrichtungsbefragung ausgesetzt: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Verfahren QS Wundinfektionen (WI) für 2021 (Erfassungsjahr 2020) ausgesetzt, da das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) umfangreichen Weiterentwicklungs- und Anpassungsbedarf festgestellt hat. Wahrscheinlich wird die Befragung im Frühjahr 2022 wieder durchgeführt. Die KVH informiert ihre Mitglieder über die weiteren Schritte rechtzeitig.

 

Das allgemeine Verfahren beschäftigt sich mit Prozess- und Ergebnisqualität. Dabei stützt es sich auf folgende Datenquellen:

  1. Fallbezogene Dokumentation (nur für stationäre Leistungserbringung)
  2. Sozialdaten, die den Krankenkassen vorliegen (nur für stationäre Leistungserbringung)
  3. Ergebnisse der Einrichtungsbefragung

Die Verwendung der Sozialdaten reduziert den Dokumentationsaufwand in der Praxis. Die Dokumentation erfolgt unabhängig vom ursprünglichen Ort des Eingriffs (ambulant oder stationär). Die Daten werden zusammen mit Sozialdaten der Krankenkassen pseudonymisiert an die Bundesauswertungsstelle übermittelt. Aufgrund der Informationen aus den Sozialdaten kann für jede dokumentierte Wundinfektion sektorenübergreifend der Leistungserbringer identifiziert werden, bei dem der Eingriff durchgeführt wurde. Dies ermöglicht eine Rückmeldung an alle Operateure (ambulant und stationär) über ihre Wundinfektionsrate.

Vorbereitung auf die Einrichtungsbefragung in 2022 gewünscht? Nutzen Sie die neue Online-Fortbildung, die von der KBV, dem Kompetenzzentrum für Hygiene und Medizinprodukte sowie dem deutschen Ärzteblatt erstellt wurde. Sie bündelt relevante Inhalte aus den KRINKO-Empfehlungen sowie aus der Einrichtungsbefragung.

Die LAGQH hat eine Übersicht über die Änderungen an der Einrichtungsbefragung erstellt (es gibt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben. Die stets aktuellen und vollständigen Informationen finden Sie bei den Spezifikationsänderungen des IQTIG).

Rückmeldeberichte

Die an der Einrichtungsbefragung beteiligten Einrichtungen erhalten eine jährliche zusammenfassende Rückmeldung. Auf der Grundlage des Jahresberichtes empfiehlt eine Fachkommission bei der LAGQH gegebenenfalls Maßnahmen zur Qualitätssicherung, sofern Auffälligkeiten festgestellt werden.

Rechtliche Grundlagen

Grundlage für die Einführung der sQS ist die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Sie setzt die Regelungen in den §§ 92 und 136 Sozialgesetzbuch V um. Insbesondere ergibt sich aus der Richtlinie die Dokumentationspflicht für alle Vertragsärzte, die entsprechende Leistungen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen. In den themenspezifischen Bestimmungen werden Festlegungen und Zuordnungen zu den jeweiligen Verfahren getroffen sowie die Verfahren näher geregelt. DeQS-RL Teil 2 – Verfahren 2: Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI).

*KV-SafeNet steht nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung.

zuletzt aktualisiert am: 26.07.2021

Übermittlungsfrist

Die Einrichtungsbefragung findet jährlich vom 1. Januar bis 28. Februar statt. Die Befragung bezieht sich immer auf das vorangegangene Kalenderjahr.

Im Anschluss besteht bis zum 15. März eine Korrekturfrist. Das bedeutet: Bis zu diesem Datum können Mitglieder der KVH die ab Jahresanfang begonnene Beantwortung des Fragebogens abschließen. Nach der Übermittlung ist eine weitere Bearbeitung nicht mehr möglich.

Ansprechpartner Verfahren

Stefanie Gilmer

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 1

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6354
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.1(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner Verfahren

Natascha Beyer

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 1

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6551
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.1(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner sQS & Datenübermittlung

Tobias Fischer

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6502
Fax 069 24741-68819
sqs(at)kvhessen(.)de

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