Rechts im Bild ist ein Arzt. Links im Bild eine Patientin. Der Arzt untersucht den Arm der Patientin.

In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Onkologie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme

Die Krebsfrüherkennungsprogramme haben zum Ziel, Vorstufen einer Krebserkrankung oder eine bisher unentdeckt gebliebene Krebserkrankung ohne Symptomatik möglichst früh zu erkennen und, soweit erforderlich, für den Patienten eine Behandlung zu veranlassen. Dazu hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Früherkennung von Darmkrebs und Zervixkarzinom zu organisierten Screeningprogrammen mit folgenden zentralen Strukturelementen weiterentwickelt:

  • regelmäßige Einladung und Information der Versicherten zur Früherkennungsuntersuchung
  • inhaltliche Bestimmung der Zielgruppen, der Untersuchungsmethoden, der Abstände zwischen den Untersuchungen, der Altersgrenzen, des Vorgehens zur Abklärung auffälliger Befunde und der Maßnahmen zur Qualitätssicherung
  • systematische Erfassung, Überwachung und Verbesserung der Qualität der Krebsfrüherkennungsprogramme

Die organisierte Krebsfrüherkennungsrichtline (oKFE-RL) regelt speziell die organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme und steht somit neben der seit längerem etablierten Krebsfrüherkennungsrichtlinie (KFE-RL), die nicht organisierte Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zum Gegenstand hat.

Sonderregelung zur Datenübermittlung sowie zur Berechnungsfähigkeit

Wichtig: Sofern es Ihnen aus technischen Gründen nicht möglich war, die Dokumentation des 4. Quartals 2020 bis zum Ende der Korrekturfrist am 15. März 2021 zu übermitteln, werden Ihnen die GOP im Zusammenhang mit der oKFE-Richtlinie für die Verfahren Darm- und Zervixkarzinom für das vierte Quartal 2020 trotzdem vergütet.

Die Datenübermittlung für das Erfassungsjahr 2021 muss für alle vier Quartale bis spätestens zum 28.02.2022 erfolgen, sofern technische Gründe eine quartalsweise Übermittlung verhindern. Wir empfehlen Ihnen aber, die Dokumentation und Übermittlung quartalsweise vorzunehmen. So haben Sie die Möglichkeit, etwaige Korrekturen zeitnah an den Datensätzen vorzunehmen, Fragestellungen im Hinblick auf die oKFE aufzuklären und mögliche Probleme vor Ablauf der Frist am 28. Februar 2022 zu beheben. Die GOP im Zusammenhang mit der oKFE-Richtlinie für die Verfahren Darm- und Zervixkarzinom rechnen Sie für das Jahr 2021 wie gewohnt mit Ihrer Quartalsabrechnung ab. Bitte beachten Sie die Übermittlungsfristen, die grundsätzlich gelten.

OKFE-Leistungen, die Ärzte seit dem 1. Oktober 2020 (4. Quartal 2020) erbringen, sind nach der oKFE-Richtlinie elektronisch in Ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) zu dokumentieren. Im KV-SafeNet*-Portal steht seit Anfang November 2020 eine Möglichkeit bereit, mit der Sie die in Ihrem PVS-System erstellte Export-Dateien übermitteln können. Wir empfehlen Ihnen, die gesamten Export-Dateien direkt nach Abschluss der Übermittlung Ihrer Quartalsabrechnung hochzuladen, spätestens bis zu den Übermittlungsfristen der jeweiligen Quartale.

Die Dokumentationspflicht für das bereits laufende Programm zur Früherkennung von Darmkrebs sowie für das am 1. Januar 2020 gestartete Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms war vorübergehend ausgesetzt. Diese Frist endete am 30. September 2020. Nach Auffassung des G-BA und weiterer Beteiligter auf Bundesebene steht den Praxen seit dem 1. Oktober 2020 eine geprüfte Dokumentationssoftware zur Verfügung.

Bitte beachten: „Besondere Personengruppe“

Eine Übermittlung der Dokumentation an die Datenannahmestelle (DAS) der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) findet in diesen Fällen nicht statt.

Zum Hintergrund: Bei „besonderen Personengruppen“ handelt sich um Versicherte ohne eGK-Versichertennummer. Sie befinden sich in keinem regulären Versichertenverhältnis mit einer gesetzlichen Krankenkasse (zum Beispiel Polizeibeamte, Bundeswehrsoldaten, Mitglieder der PDeaKK, Mitglieder der Freien Arzt- und Medizinkasse, etc.).

So laufen oKFE ab (Klicken zum Vergrößern).

Ärzte, die Leistungen im Rahmen der oKFE-RL erbringen, sind verpflichtet, die durchgeführten Untersuchungen elektronisch zu dokumentieren. Dabei fungiert die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) als Datenannahmestelle (DAS).

In der Praxis wird die Verschlüsselung der erzeugten Daten automatisch beim Export der Dateien durch das Praxisverwaltungssystem (PVS) vorgenommen. Die erfassten Daten laden Ärzte im KV-SafeNet* hoch.

Die KVH hat die beteiligten Ärzte dazu am 11. Dezember 2020 in einem Rundschreiben informiert.

Um die Programmevaluation zu gewährleisten, werden die verschlüsselt an die DAS angelieferten Daten datenschutzkonform an die Vertrauensstelle und von dort an die Auswertungsstelle übermittelt und weiter verarbeitet.

Ärzte mit einer Genehmigung zur Koloskopie haben bis zum 31. Dezember 2019 nach den Vorgaben der KFE-RL dokumentiert.

Nach der Weiterentwicklung des Programms zur Früherkennung von Darmkrebs ist dieses als Darmkrebsscreening nun in der oKFE-RL geregelt und neu gestartet. Inhaltlich unterscheiden sich die Vorgaben der oKFE-RL nur geringfügig von denen der bis zum 31. Dezember 2019 maßgeblichen KFE-RL.

Die Dokumentation der Koloskopie und des i-FOBTests erfolgt nun nach den Vorgaben der Anlage III der oKFE-RL.

Hinweis: Für die Durchführung und Abrechnung der Früherkennungskoloskopie nach der GOP 01741 EBM und GOP 13421 EBM benötigen Ärzte eine Genehmigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) Koloskopie. Für die Durchführung und Abrechnung der Leistungen des i-FOBT nach der GOP 01738 benötigen sie eine Genehmigung nach der QSV Spezial-Labor.

Ärzte müssen das Primärscreening und die Abklärung mittels Zytologie sowie den Test auf Humane Papilomviren (HPV-Test) nach den Vorgaben dokumentieren. Konkret hat der durchführende Arzt die Angaben nach der Anlage VII der oKFE-RL zu dokumentieren und diese elektronisch an die DAS zu übermitteln.

  • Die Dokumentation der Zytologie und die elektronische Übermittlung an die DAS erfolgen durch den durchführenden Arzt beziehungsweise das durchführende Labor
  • Die Daten des HPV-Tests werden vom durchführenden Arzt beziehungsweise Labor dokumentiert und elektronisch an die DAS übermittelt.
  • Der kolposkopierende Arzt dokumentiert sowohl die Ergebnisse der Abklärungskolposkopie als auch die Ergebnisse von operativen Eingriffen und übermittelt diese elektronisch an die DAS

Hinweis: Für die zytologische Untersuchung im Rahmen der Abklärungsdiagnostik nach der GOP 01766 benötigen Zytologen eine Genehmigung nach der QSV Zervix-Zytologie. Um den HPV-Test für die Abklärungsdiagnostik nach der GOP 01767 abrechnen zu können, benötigen Ärzte eine Genehmigung nach der QSV Spezial-Labor. Für die Abklärungskolposkopie zur Abklärung auffälliger Befunde nach der GOP 01765 benötigen Gynäkologen eine Genehmigung nach der QSV Abklärungskolposkopie.

Die KVH hat für Ärzte weitere Informationen zur Abrechnung der gynäkologischen Krebsfrüherkennung zusammengefasst.

Versicherteninformationen des G-BA

Der G-BA hat Patienteninformationen veröffentlicht, die als Entscheidungshilfe dienen:

  • Darmkrebs-​Früherkennung für Männer ab 50 Jahren
  • Darm-​Krebsfrüherkennen (für Männer ab 50 Jahre in leichter Sprache)
  • Darmkrebs-​Früherkennung für Frauen ab 50 Jahren
  • Darm-​Krebs-Früherkennen (für Frauen ab 50 Jahre in leichter Sprache)
  • Gebärmutterhalskrebs-​Früherkennung (für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren)
  • Gebärmutterhalskrebs-​Früherkennung (für Frauen ab 35 Jahren)

Die Patienteninformationen stehen auf der Homepage des G-BA zum Download zur Verfügung. Praxen können sie über den Verlag W. Kohlhammer auch in Papierform bestellen.

Der G-BA hat Versicherteninformationen veröffentlicht, die Patienten die Entscheidung erleichtern sollen. Die Krankenkassen verschicken diese zuvor mit der Einladung zur Früherkennungsuntersuchung an die Versicherten. Die Praxen halten jedoch auch unabhängig davon Exemplare für Beratungsgespräche bereit.

Folgende Versicherteinformationen sind verfügbar:

  • Darmkrebs-​Früherkennung für Männer ab 50 Jahren
  • Darm-​Krebsfrüherkennen (für Männer ab 50 Jahre in leichter Sprache)
  • Darmkrebs-​Früherkennung für Frauen ab 50 Jahren
  • Darm-​Krebs-Früherkennen (für Frauen ab 50 Jahre in leichter Sprache)
  • Gebärmutterhalskrebs-​Früherkennung (für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren)
  • Gebärmutterhalskrebs-​Früherkennung (für Frauen ab 35 Jahren)

Praxen bestellen die Versicherteninformationen wie gewohnt über den Bestellservice, im Webshop der Rieco Gruppe oder per Fax über den Bestellschein.

 

 

*KV-SafeNet steht nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung.

zuletzt aktualisiert am: 25.05.2021

Übermittlungsfristen

Termine zur Datenübermittlung für die Verfahren Darm- und Zervixkarzinom im Rahmen der oKFE:

  • bis 28. Februar: 4. Quartal
  • bis 15. Mai: 1. Quartal
  • bis 15. August: 2. Quartal
  • bis 15. November: 3. Quartal

Datenübermittlung an die Datenannahmestelle (DAS):

Ansprechpartner

Tobias Fischer

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Datenannahmestelle Qualitätssicherung

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68819
das(at)kvhessen(.)de

Programm zur Früherkennung von Darmkrebs:

Ansprechpartner

Antje Andres

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 1

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6584
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.6(at)kvhessen(.)de

Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms (Primärscreening, Zytologie und HPV-Test):

Ansprechpartner

Karola Reichert

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 1

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6673
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.8(at)kvhessen(.)de

Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms (Abklärungskolposkopie):

Ansprechpartner

Heike Kirchner

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 1

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6611
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.8(at)kvhessen(.)de

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