In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Labormedizin brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Labormedizin

In der Labormedizin (spezielle Laboratoriumsuntersuchungen) werden humane Körpermaterialien wie Blut, Stuhl, Urin, Liquor oder Abstriche untersucht. Anhand der Laborergebnisse können Erkrankungen ausgeschlossen oder bestätigt werden. Darüber hinaus eignen sie sich zur Therapiekontrolle.

Ab 1. September 2019: HIV-Präexpositionsprophylaxe (HIV-PrEP) im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Für die HIV-PrEP gibt es sieben neue Gebührenordnungspositionen (GOP) im EBM (Spezielle Laboratoriumsuntersuchungen, Unterabschnitt 1.7.8): Wenn Sie die GOP 01931 bis 01936 abrechnen möchten, brauchen Sie eine Genehmigung der KVH.

Die Berechnungsfähigkeit entnehmen Sie bitte der Präambel Ihres Facharztkapitels des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (Zulassung).

Erfolgreiche Teilnahme an einem Kolloquium (kollegiales Fachgespräch).

Für die Zulassung zum Kolloquium sind Zeugnisse vorzulegen (als Nachweis über den Erwerb eingehender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten für die jeweils beantragte labormedizinische Untersuchung). Die Zeugnisse müssen vom zur Weiterbildung ermächtigten Arzt unterzeichnet sein und folgende Angaben enthalten: Überblick über angewandte labormedizinische Methoden und untersuchte Parameter der Einrichtung, in der die Weiterbildung erfolgte, sowie Aufstellung der selbstständig und unter Anleitung durchgeführten speziellen Laboratoriumsuntersuchungen inklusive aufgewendete Ausbildungszeit des Antragsstellers.

Nicht am Kolloquium teilnehmen müssen:

Fachärzte für

  • Laboratoriumsmedizin
    bei Beantragung des gesamten Abschnitts 32.3 Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM) und entsprechender laboratoriumsmedizinischer Leistungen des Abschnitts 1.7 EBM.
     
  • Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
    bei Beantragung mikroskopischer, biochemischer, immunologischer und molekularbiologischer Leistungen zum Nachweis von Bakterien, Viren, Pilzen und anderen übertragbaren Agenzien des Abschnitts 32.3 EBM und entsprechender laboratoriumsmedizinischer Leistungen des Abschnitts 1.7 EBM; gegebenenfalls zusätzlich Weiterbildungszeugnis, in dem bestätigt wird, dass ein mindestens zwölfmonatiger Weiterbildungsabschnitt im Gebiet Laboratoriumsmedizin abgeleistet wurde und in diesem Zeitraum Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten zur Durchführung mikroskopischer Untersuchungen, Funktions, Gerinnungs-, klinisch-chemischer und immunologischer laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen bescheinigt werden.
     
  • Transfusionsmedizin
    bei Beantragung immungenetischer, immunhämatologischer und / oder infektionsimmunologischer Leistungen des Abschnitts 32.3 EBM und entsprechender laboratoriumsmedizinischer Leistungen des Abschnitts 1.7 EBM einschließlich der Verträglichkeitsuntersuchungen an korpuskulären und plasmatischen Bestandteilen des Blutes sowie an blutbildenden Zellen; gegebenenfalls zusätzlich Weiterbildungszeugnis, in dem bestätigt wird, dass ein mindestens zwölfmonatiger Weiterbildungsabschnitt im Gebiet Laboratoriumsmedizin abgeleistet wurde und in diesem Zeitraum Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten zur Durchführung mikroskopischer Untersuchungen, Funktions, Gerinnungs-, klinisch-chemischer und immunologischer laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen bescheinigt werden.
     
  • Humangenetik oder mit Zusatzbezeichnung Medizinische Genetik
    bei Beantragung molekulargenetischer Leistungen nach Abschnitt 32.3.14 EBM und immungenetischer Leistungen nach Abschnitt 32.3.15 EBM
     
  • Pathologie oder Neuropathologie
    bei Beantragung molekularbiologischer Leistungen nach GOP 32819, 32820, 32825, 32826 und 32859 EBM

Anforderungen der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen, siehe § 4 der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor sowie Vorlage eines Konzepts (kurze schriftliche Zusammenstellung) zu den beantragten laboratoriumsmedizinischen Untersuchungen mit folgenden Inhalten:

  • Erfüllung der Anforderungen der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (vgl. § 4 der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor, QSV Spezial-Labor)
  • Vorlage eines Konzepts in Form einer kurzen schriftlichen Zusammenstellung zu den beantragten laboratoriumsmedizinischen Untersuchungen mit folgenden Inhalten:
  1. Leistungsverzeichnis der durchgeführten Untersuchungsverfahren und der Untersuchungsmaterialien je Analyt
  2. Angaben zur räumlichen und technischen Ausstattung der geplanten Einrichtung
  3. Angaben zur geplanten personellen Struktur der Einrichtung (siehe § 6 Abs. 3 S. 1 Nr. 3 QSV Spezial-Labor).

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Labormedizin als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Der quantitative immunologische Test zum Nachweis von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) ersetzt seit dem 1. April 2017 (Laborreform) den bisher verwendeten Guajak-basierten Test (gFOBT). Nach § 39 Absatz 5 der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie sind Laborärzte ab dem ersten Quartal 2018 verpflichtet, die Ergebnisse durchgeführter Untersuchungen quartalsweise zu berichten und mit der Abrechnung elektronisch an die KVH zu übermitteln.

Als Service zur Dokumentation hat die KVH für ihre Mitglieder eine Vorlage für den Quartalsberichtsowie eine Ausfüllhilfe zum Quartalsbericht erarbeitet.

  • Nachweis zum internen Qualitätsmanagement innerhalb von zwölf Monaten nach Genehmigung
     
  • Teilnahme an Ringversuchen nach Bereich B1 Richtlinie der Bundesärztekammer
     
  • zufallsgesteuerte Stichprobenprüfungen: pro Jahr wird die Dokumentation von mindestens 15 Prozent der Ärzte geprüft, die Laborleistungen erbringen und abrechnen (Ausnahme: Vorlage Akkreditierungsurkunde gemäß DIN EN ISO 15189).
     

Einzelheiten regelt § 5 der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor.

zuletzt aktualisiert am: 03.07.2019

Einreichtermine zum iFOBT Quartalsbericht

  • 1. Quartal 2019: 10. April 2019
  • 2. Quartal 2019: 10. Juli 2019
  • 3. Quartal 2019: 10. Oktober 2019
  • 4. Quartal 2019: 10. Januar 2020

Abrechnung

Die KVH informiert ihre Mitglieder über die Abrechnung von Kassenleistungen in hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapiepraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen und speziell zur Laborreform.

Ansprechpartner

Evelyn Welzbacher

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6673
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.8(at)kvhessen(.)de

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