In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rechnen Ärzte und Psychotherapeuten ihr Honorar einmal im Quartal nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) mit ihrer Kassenärztlichen Vereinigung ab, die die Daten prüft und sie zur Vergütung an die Krankenkasse des Patienten weiterleitet.

Quartalsabrechnung abgeben

Quartalsende. Es gilt, die Abrechnung zu finalisieren und an die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) zu übermitteln. Die folgenden Schritte führen zum Ziel.

Durch die vorgelagerten Testsysteme können Praxen größere Fehler im Vorfeld beseitigen. Wenn möglich sollten sie neben den vorgeschriebenen Prüfmodulen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die Testläufe in der PVS nutzen. Wenn das Prüfprotokoll des KBV-Prüfmoduls beispielsweise auf eine fehlerhafte Abrechnungsdatei hinweist, muss die Praxis den Fehler beheben. Ansonsten übermittelt sie eine Abrechnungsdatei, die die KVH nicht weiterverarbeiten darf.

Wer seine Abrechnungsdatei als Testabrechnung über das KV-SafeNet*-Portal oder KV-Connect (1-Click-Abrechnung) an die KVH übermittelt, kann sie probeweise mit dem KVH-Regelwerk abgleichen. Mit dem Regelwerk prüft die KVH bei allen eingegangenen Abrechnungen in Hessen, ob sie mit den EBM-Vorgaben sowie hessischen Regelungen und Verträgen konform sind. Die Testabrechnung beinhaltet beispielsweise die Krankheitsfallprüfung und die Prüfung zur Chronikerpauschale. Nach der automatisierten Prüfung der Abrechnungsdatei über das Regelwerk erhalten Praxen im KV-SafeNet*-Portal unverzüglich eine Abrechnungsinfo, mit deren Hilfe sie im PVS die Korrekturen vornehmen, eine neue Testabrechnungsdatei erstellen und diese übermitteln.

Der große Vorteil der Testabrechnung: Sie kann beliebig oft durchgeführt werden. So können Praxen vor Abgabe der Echtabrechnung beinahe alle Auffälligkeiten beheben (Ausnahme: Prüfungen, für die bereits alle Abrechnungen einer Fachgruppe in Hessen eingegangen sein müssen; diese liegen bei der Testabrechnung noch nicht vor). Abgegebene Testabrechnungen werden nicht von der KVH weiterverwendet.

Sind die Fehlermeldungen behoben, können Praxen die Echtabrechnung inklusive elektronischen Dokumentationen über das KV-SafeNet*-Portal  oder direkt aus dem PVS über KV-Connect (1-Click-Abrechnung) übermitteln. Die KVH meldet Auffälligkeiten dann über die Abrechnungsinformation (den sogenannten Arzt-Info-Brief), die Praxen sofort nach Erstellung auch im KV-SafeNet*-Portal und perspektivisch über KV-Connect einsehen können. Auch per Post kommt die Abrechnungsinformation in die Praxis. Wer die gemeldeten Auffälligkeiten in der Quartalsabrechnung prüft und behebt, erspart sich späteren Ärger.

Die Abrechnungsinformation können Praxen dann mit den gewünschten Anpassungen per Post an die KVH schicken. Schneller und einfacher wird es, wenn sie als eNachricht oder eArztbrief über KV-Connect gesendet wird. Die KV-Connect-Adresse finden Praxen oben rechts bei den Ansprechpartnern auf ihrer Abrechnungsinfo. Wenn die KVH die Korrekturwünsche erhält, pflegt sie diese für ihre Mitglieder in die Abrechnung ein und veranlasst die Weiterverarbeitung für das Honorar.

Abrechnungsunterlagen (Papier)

Praxen reichen die Quartalserklärung in Papierform bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) ein.

Ab dem Abrechnungsquartal 1/2020 reichen Praxen ansonsten keine Scheine in Papierform ein. Neu: Dies betrifft auch Scheine im Ersatzverfahren und Abrechnungsscheine der sonstigen Kostenträger (SKT). Die Unterlagen verbleiben in der Praxis.

Wenn Praxen im Praxisverwaltungssystem (PVS) Scheine von Sonstigen Kostenträgern (SKT) anlegen, müssen sie darauf achten

  • die vollständige und korrekte Eingabe der Kassennummer (VKNR) einzutragen
     
  • alle Scheine zu erfassen, da sie ansonsten nicht digital bei der KVH ankommen und nicht abgerechnet werden können
     
  • die korrekte Scheinart auszuwählen. Wenn eine Praxis beispielsweise auf Überweisung tätig wird, muss die Scheinuntergruppe (SUG) 21 (Zielauftrag), 23 (Konsiliaruntersuchung) und 24 (Mit-Weiterbehandlung) entsprechend angelegt werden
     
  • wenn Patienten Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz erhalten, den Fall mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 99991 zu kennzeichnen
     
  • einen neuen Schein mit der neuen und richtigen VKNR anzulegen, wenn im laufenden Abrechnungsquartal ein Wechsel eines Patienten von den sonstigen Kostenträgern zur gesetzlichen Krankenkasse stattfindet
     
  • zu prüfen, ob Abrechnungsscheine von sonstigen Kostenträgern gültig sind. Das bedeutet, dass auf dem jeweiligen Schein vermerkte Abrechnungsleistungen nur innerhalb des Gültigkeitszeitraums abgerechnet werden können

Ausnahme: Berechtigungs-/ Überweisungsscheine für Jugendarbeitsschutzuntersuchungen bitte direkt an das Regierungspräsidium Darmstadt senden. Alle anderen Abrechnungsunterlagen verbleiben in der Praxis. Bei Patienten, die im Ausland krankenversichert sind, müssen die Unterlagen der Krankenversicherten direkt an die deutsche aushelfende Krankenkasse versendet werden (Auslandsabkommen).

Bei persönlichen Arzt-Patienten-Kontakten im Ersatzverfahren müssen Patienten den ausgedruckten Schein weiterhin unterschreiben, um den Versicherungsschutz zu bestätigen.

Die Abgabenlisten im PVS der Praxen werden hinsichtlich der Abrechnungsunterlagen noch aktualisiert. Die Anpassungen können erst zum 1. April 2020 erfolgen.

Jetzt schlau machen: Die KVH hat für Praxen Informationen zur Dokumentation und Aufbewahrung von Unterlagen zusammengestellt.

*KV-SafeNet steht nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung.

zuletzt aktualisiert am: 26.05.2020

Abgabetermine

10. Juli 2020: Quartal 2/2020

10. Oktober 2020: Quartal 3/2020

10. Januar 2021: Quartal 4/2020

10. April 2021: Quartal 1/2021

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Tel 069 24741-7777
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Abrechnung

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Quartalsabrechnung Briefpost

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