Hand mit Stift in den Fingern zeigt auf ein Blatt mit Auswertungen wie Grafen.

Medizinische Maßnahmen und Eingriffe werden häufig sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor durchgeführt. Im Verlauf ihrer Behandlung werden Patienten oft in beiden Sektoren versorgt. 

Damit alle beteiligten Berufsgruppen und Einrichtungen reibungslos zusammenarbeiten können, gibt es seit 2016 für einige genehmigungspflichtige Leistungen Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS).

Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie

Wer die Genehmigung zur Leistung der invasiven Kardiologie hat, ist zur Teilnahme am Verfahren QS-PCI und Koronarangiographie verpflichtet und muss:

  1. Daten erfassen (gemäß DeQS-RL) in einer speziellen QS-Dokumentations-Software (Praxisverwaltungssystem).
  2. die erstellte Exportdatei fristgerecht an die Datenannahmestelle (DAS) der KVH über das KV-SafeNet*-Portal übermitteln.

Dadurch können Behandlungsprozess und Krankheitsverlauf eines Patienten zu unterschiedlichen Zeitpunkten (Follow-up) und über Sektorengrenzen hinweg betrachtet werden.

Das Verfahren beschäftigt sich mit Prozess- und Ergebnisqualität. Dabei stützt es sich auf folgende Datenquellen:

  1. Fallbezogene Dokumentation durch den Arzt,
  2. Sozialdaten, die den Krankenkassen vorliegen,
  3. Patientenbefragung (noch in Planung).

Die Verwendung der Sozialdaten reduziert den Dokumentationsaufwand in der Praxis.

Jahres- und Zwischenberichte sowie Bescheinigungen

Im Online-Service „sQS Invasive Kardiologie“ im KV-SafeNet*-Portal der KVH können Mitglieder einsehen1:

  1. Zwischenbericht der Bundesauswertungsstelle für vorangegangene Quartale
  2. Jahresbericht der Bundesauswertungsstelle für vorangegangenes Erfassungsjahr
  3. Bescheinigung über die dokumentierten Leistungen für vorangegangenes Erfassungsjahr 

1sofern Sie für diese*s Quartal*e fristgerecht Daten an die Datenannahmestelle (DAS) der KVH übermittelt haben.

Datenübermittlung und Rückmeldeberichte

Die bei der Datenannahmestelle eingehenden Daten werden pseudonymisiert an eine Vertrauensstelle weitergeleitet. Diese pseudonymisiert wiederum die patientenidentifizierenden Daten. Die Daten beider Datenquellen – die der Ärzte und die der Krankenkassen – werden dann in der Bundesauswertungsstelle zusammengeführt. Die Auswertung erfolgt für unterschiedliche Indikatoren. Diese bilden die verschiedenen Bereiche der Behandlung und des weiteren Krankheitsverlaufes ab. Die Definition aller Indikatoren und deren Qualitätsziele findet sich in der Richtlinie (Anlage II zu den themenspezifischen Bestimmungen für das Verfahren PCI).

Die am Verfahren beteiligten Praxen und Krankenhäuser erhalten für jedes Quartal einen Bericht sowie eine jährliche zusammenfassende Rückmeldung. Diese stellt die Ergebnisse der eigenen Einrichtung im Jahresverlauf und im Vergleich mit einer Vergleichsgruppe dar. Auf der Grundlage des Jahresberichtes empfiehlt eine Fachkommission bei der LAGQH gegebenenfalls Maßnahmen zur Qualitätssicherung, sofern Auffälligkeiten festgestellt werden.

Rechtliche Grundlagen

Grundlage für die Einführung der sQS ist die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Sie setzt die Regelungen in den §§ 92 und 136 Sozialgesetzbuch V um. Insbesondere ergibt sich aus der Richtlinie die Dokumentationspflicht für alle Vertragsärzte, die entsprechende Leistungen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen. In den themenspezifischen Bestimmungen werden Festlegungen und Zuordnungen zu den jeweiligen Verfahren getroffen sowie die Verfahren näher geregelt. DeQS-RL Teil 2 – Verfahren 1: Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (QS PCI).

*KV-SafeNet steht nicht mit der Firma SafeNet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung.

    zuletzt aktualisiert am: 26.07.2021

    Übermittlungsfristen

    Termine zur Datenübermittlung

    • bis 28. Februar: 4. Quartal
    • bis 15. Mai: 1. Quartal
    • bis 15. August: 2. Quartal
    • bis 15. November: 3. Quartal  

    Bis zum 15. März des dem Erfassungsjahr folgenden Jahres besteht eine Korrekturfrist. Bis dahin haben Mitglieder der KVH die Möglichkeit, fehlende oder fehlerhafte Datensätze als Korrektur zu übermitteln.

    Datenübermittlung während Corona

    Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat aufgrund der COVID-19-Pandemie beschlossen, die Pflicht zur quartalsweisen Übermittlung von Qualitätssicherungsdaten jeweils zum 28. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November für die Erfassungsjahre 2020 und 2021 auszusetzen (siehe G-BA-Beschluss). Sanktionierende Maßnahmen werden für diesen Zeitraum nicht erhoben. Die KVH empfiehlt, die Daten quartalsweise zu übermitteln, da sie für die Erfassungsjahre 2020 sowie 2021 bis zum Ablauf der Korrekturfrist zum 15. März des auf das Erfassungsjahr folgenden Jahres vorliegen müssen.

    Ansprechpartner Verfahren

    Qualitätssicherung Team 2

    Kassenärztliche Vereinigung Hessen

    Europa-Allee 90
    60486 Frankfurt am Main

    Tel 069 24741-7300
    Fax 069 24741-68832
    qs.radiologie(at)kvhessen(.)de

    Ansprechpartner sQS & Datenübermittlung

    Tobias Fischer

    Kassenärztliche Vereinigung Hessen
    Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

    Europa-Allee 90
    60486 Frankfurt

    Tel 069 24741-6502
    Fax 069 24741-68819
    sqs(at)kvhessen(.)de

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