Ein Mann bedient eine professionelle Kamera © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

„Schnell und niedrigschwellig“

Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen hat merklich zugenommen. Angststörungen, Krisen in der Schule oder akute psychische Auffälligkeiten sind nur einige der Anlässe, die einer schnellstmöglichen fachlichen Abklärung bedürfen.

Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen (HMKB) haben deshalb eine Projektinitiative zur direkten Vermittlung von Erstgesprächen bei Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten gestartet.

„Die Belastungen für Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit sind immens“, sagt Frank Dastych, der Vorstandsvorsitzende der KVH. „Eine unsichere Welt, Kriege, Zukunftsängste – all das verunsichert und macht Angst. Das merken die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, das merken aber auch die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, die viele Anfragen erhalten. Die geschilderten psychischen Störungen bedürfen einer raschen fachlichen Einschätzung – und genau hier setzt unser Modellprojekt an und kann so dazu beitragen, ernste psychische Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und schnellstmöglich zu behandeln.“

„Schule ist weit mehr als ein Ort des Lernens – sie ist ein zentraler Lebensraum, in dem wir Verantwortung für das Wohlbefinden unserer Schülerinnen und Schüler tragen“, sagt Bildungsminister Armin Schwarz. „Angesichts eines steigenden Unterstützungsbedarfs gehen wir mit dieser Projektinitiative einen neuen Weg: Gemeinsam mit der Schulpsychologie vor Ort ermöglichen wir einen direkten, praxisnahen Zugang zu psychotherapeutischen Erstgesprächen aus der Schule heraus. So erhalten belastete Schülerinnen und Schüler schneller die Hilfe, die sie benötigen. Wir bauen damit eine Brücke, die schulische Unterstützung schnell und bedarfsorientiert mit psychotherapeutischer Hilfe verbindet.“

Wie funktioniert die Projektinitiative? In der Modellregion Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meissner bekommen die Schulpsychologinnen des Staatlichen Schulamtes in Bebra – bei Vorliegen einer schriftlichen Einwilligungserklärung der Sorgeberechtigten – die Möglichkeit, Termine für psychotherapeutische Erstgespräche direkt über die Terminservicestelle (TSS) der KVH zu vereinbaren. Dadurch wird der organisatorische Aufwand insbesondere für belastete Familien reduziert. Gleichzeitig werden Dringlichkeit und Fragestellung vorab fachlich eingeordnet und strukturiert übermittelt. Die an der Projektinitiative teilnehmenden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten haben dazu bereits Termine für Erstgespräche an die TSS gemeldet.

Dieser Prozess hat viele Vorteile: Schulpsychologinnen und -psychologen erkennen häufig frühzeitig Krisenstadien durch ihre Nähe zu den Kindern und Jugendlichen in den Schulen und können aktiv tätig werden, Familien in Krisensituationen werden entlastet, es erfolgt eine bessere Vernetzung zwischen Schule, Schulpsychologie sowie den Psychotherapeutinnen und -therapeuten in den Praxen.

zuletzt aktualisiert am: 20.05.2026

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