Ein Mann bedient eine professionelle Kamera © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

KVH kritisiert Äußerungen der Deutschen Stiftung Patientenschutz scharf

In einem Artikel im FOCUS räsoniert Eugen Brysch, der Vorsitzende der Stiftung, über die angeblich fehlende Qualitätssicherung in der ambulanten Versorgung.

Für die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank Dastych und Armin Beck, kann es sich bei diesen Äußerungen nur um eine Verwechslung handeln. Oder um Aussagen, die auf mangelnder Information beruhen:

„Es gibt in der ambulanten Versorgung allein für knapp 40 Versorgungsbereiche separate Richtlinien bzw. Vereinbarungen zur Qualitätssicherung, die für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen verbindlich sind, die in diesen Bereichen Leistungen anbieten und abrechnen wollen. Hier wird sowohl die Prozess- als auch die Ergebnisqualität betrachtet. Das beginnt mit A wie Ambulantes Operieren und führt über H wie Hörgeräteversorgung zu Z wie Zytologie bei der Cervix uteri. Würde man alle diese Leistungen in einer Tabelle aufführen und mit einer Spalte ambulant und stationär versehen, dann hätte diese Tabelle in jeder Zeile im ambulanten Bereich ein grünes Häkchen. Und im stationären Bereich wäre diese Tabelle an vielen Stellen leer, erschreckend leer.

Denn im klinischen Bereich gibt es diese Qualitätssicherung eben nur in reduzierter Form, es gibt noch nicht einmal Mindestbehandlungszahlen, die Kliniken für bestimmte Eingriffe nachweisen müssen. Leider gibt es im klinischen Bereich viel zu wenig überprüfte und überprüfbare Qualität.

Leider wird die nun anstehende Krankenhausreform daran wohl wenig ändern. Wieder einmal wird die Chance vertan, mit den Kliniken einen der Hauptkostentreiber im Gesundheitswesen konsequent auf Qualität, Konzentration und sinnvoll genutzte Ressourcen zu trimmen. Es gibt in Deutschland laut Experten rund 700 Kliniken zu viel, bei insgesamt 1.700. Und das ist nicht nur unnötig teuer, sondern gefährdet sogar die Gesundheit der Menschen. Denn jede noch so unqualifizierte und unspezialisierte Klinik traut sich die Geld einbringende Krebsbehandlung oder die komplizierte Hüftgelenks-Operation zu, mit häufig schlechtem Ausgang. Doch für mutige Reformen braucht es Politiker, die mutige Entscheidungen treffen. Die sich nicht im föderalen Dickicht verhaken und am Ende eines der zentralen Probleme im deutschen Gesundheitswesen ungelöst lassen.

Wer zahlt an dieser Stelle die Zeche? Die Patientinnen und Patienten, auf deren Behandlungsqualität sowohl Politik als auch selbsternannte Patientenschützer doch eigentlich besonders schauen sollten. Stattdessen wird auch diese Reform an der Kraftlosigkeit der Politiker scheitern, denen die eigene oder die Wiederwahl des Parteikollegen vor Ort und der Posten im Aufsichtsrat einer Klinik wichtiger zu sein scheint, als eine gute Gesundheitsversorgung.“

zuletzt aktualisiert am: 06.03.2026

Ansprechpartner

Karl Matthias Roth

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6995
karl.roth(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Alexander Kowalski

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
stv. Pressesprecher

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6996
alexander.kowalski(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen