Ein Mann bedient eine professionelle Kamera © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

ÄBD-Standort Bruchköbel schließt

Frühzeitige Anpassung an bundesweite Reform sichert Patientenversorgung im Main-Kinzig-Kreis

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) bereitet die ambulante Notfallversorgung im Main-Kinzig-Kreis auf die kommenden gesetzlichen Anforderungen vor. In diesem Zuge wird die Zentrale des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) in Bruchköbel Ende Oktober 2026 geschlossen. Patienten werden künftig am nahegelegenen Standort in Hanau versorgt.

Hintergrund dieser Entscheidung ist das im April vom Bundeskabinett beschlossene „Gesetz zur Reform der Notfallversorgung“. Das Gesetz, das Anfang 2027 in Kraft tritt, sieht eine stärkere Zentralisierung der ambulanten Notfallstrukturen vor. Ziel des Bundesgesetzgebers ist es, die Patientenströme effizienter zu lenken und sogenannte Integrierte Notfallzentren (INZ) als zentrale Anlaufstellen zu etablieren.

Strategische Weichenstellung statt kurzfristiger Reaktion

Die KVH agiert hierbei proaktiv: Statt die gesetzliche Frist passiv abzuwarten, entwickelt sie bereits heute Strukturen, die den Anforderungen von morgen gerecht werden. Die Schließung in Bruchköbel ist kein Rückzug aus der Fläche, sondern ein notwendiger Schritt zur Bündelung medizinischer Ressourcen.

Hinzu kommt eine infrastrukturelle Komponente: Der Standort in Bruchköbel entspricht bereits heute nicht mehr den modernen Standards, die an eine zeitgemäße Bereitschaftsdienstzentrale gestellt werden. Um eine hohe Behandlungsqualität und moderne Arbeitsabläufe sicherzustellen, wären am bisherigen Standort ohnehin tiefgreifende Veränderungen und Investitionen notwendig geworden.

„Wir warten nicht auf Reformen, wir gestalten sie“, betont Armin Beck, Vorstand der KVH. „Mit dem Gemeinsamen Tresen haben wir bewiesen, dass unsere Konzepte für die Notfallversorgung wegweisend sind. Die Anpassung in Bruchköbel ist ein notwendiger Schritt, um die ambulanten Strukturen so zu festigen, dass sie den strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen von morgen nicht nur entsprechen, sondern diese bereits heute mit Leben füllen.“

Hanau übernimmt Versorgung

Die medizinische Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger in Bruchköbel und Umgebung bleibt lückenlos gewährleistet. Die ÄBD-Zentrale in Hanau ist personell und organisatorisch bestens darauf vorbereitet, das zusätzliche Patientenaufkommen aufzufangen.

Durch die Nähe zum Klinikum und die bereits etablierten Strukturen erfüllt Hanau schon jetzt wesentliche Kriterien der kommenden Reform. Patienten profitieren dort von einer engen Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, was besonders in dringenden Fällen eine schnellere Diagnostik ermöglicht.

zuletzt aktualisiert am: 13.05.2026

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