In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Soziotherapie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Soziotherapie

Soziotherapie soll schwer psychisch Kranken ermöglichen, ärztlich oder psychotherapeutisch verordnete Leistungen selbstständig in Anspruch zu nehmen. Durch Motivation und strukturierte Trainings sollen psychosoziale Defizite abgebaut werden. Soziotherapie koordiniert, begleitet und unterstützt schwer psychisch Kranke auf Grundlage definierter Therapieziele (auch Teilziele, die schrittweise erreicht werden).

Fachärzte für:

  • Nervenheilkunde
  • Neurologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Kinder - und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (in therapeutisch begründeten Fällen in der Übergangsphase ab dem 18. Lebensjahr bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres)

sowie

  • Psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (in therapeutisch begründeten Fällen in der Übergangsphase ab dem 18. Lebensjahr bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres)
  • psychiatrische Institutsambulanzen nach § 118 SGB V
  • Fachärzte und Psychotherapeuten der psychiatrischen Institutsambulanzen nach § 118 SGB V
  • Indikationsstellung für die Soziotherapie
     
  • Kontrolle des Ablaufs und Erfolgs der Soziotherapie sowie Vornahme von gegebenenfalls notwendigen fachlichen Korrekturen am soziotherapeutischen Betreuungsplan in Absprache mit dem soziotherapeutischen Leistungserbringer.

    Einzelheiten regelt § 4 Abs. 1 Soziotherapie-Richtlinie.

Fachärzte, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten:

  • Erklärung über die Kooperation in einem gemeindepsychiatrischen Verbund oder in vergleichbaren Versorgungsstrukturen
     

Psychiatrische Institutsambulanzen, Fachärzte und Psychotherapeuten der psychiatrischen Institutsambulanzen:

  • Nachweis über die Kooperation in einem gemeindepsychiatrischen Verbund oder in vergleichbaren Versorgungsstrukturen

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Soziotherapie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KV Hessen stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

  • Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung von Soziotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung (Soziotherapie-Richtlinie).

Die KBV hat dazu eine Themenseite sowie eine Broschüre Praxiswissen Soziotherapie veröffentlicht.

zuletzt aktualisiert am: 17.09.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Bianca Klameth-Mährlein

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6646
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.7(at)kvhessen(.)de

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