In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Sonographie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Sonographie

Die Sonographie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Ultraschallwellen verschiedene Körperregionen, Organe und Organfunktionen untersucht und beurteilt werden.

Muskel- und Nervensonographie

Der Bewertungsausschuss hat die neue Leistung Muskel- und/ oder Nervensonographie ­– Gebührenordnungsposition (GOP) 33100 ­– in das Kapitel 33 des Einheitlichen Bewerungsmaßstabs (EBM) zur Ultraschalldiagnostik aufgenommen. Ärzte, die die neue GOP 33100 abrechnen wollen, benötigen eine Genehmigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) Ultraschalldiagnostik.

Den neuen Anwendungsbereich 23.1 Duplex-Verfahren – Nerven und Muskeln einschließlich versorgende Gefäße – können ausschließlich Fachärzte für Neurologie, Fachärzte für Nervenheilkunde, Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie, Fachärzte für Neurochirurgie und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neuropädiatrie abrechnen.

Ärzte, die ihre Weiterbildung auf der Grundlage einer früheren Weiterbildungsordnung absolviert haben (Weiterbildungsordnungen vor 2018), benötigen einen Nachweis von 100 Sonographien von Muskeln und Nerven (zum Beispiel ein Zeugnis des weiterbildungsermächtigten Arztes, unter dessen Anleitung die Sonographien erfolgten) sowie einen Nachweis der Handlungskompetenz in B-Modus-Sonographien, Duplex-Untersuchungen und elektroneurographischer und/oder elektromyographischer Untersuchung. 

Aus der neuen GOP 33100 ergibt sich, dass Ärzte für die Nerven- und Muskelsonographie ein Ultraschallsystem mit B-Modus und Farbduplex vorhalten müssen. Bei den apparativen Anforderungen wurde berücksichtigt, dass sowohl oberflächlich liegende als auch tiefer gelegene Strukturen untersucht werden. Daraus ergibt sich ein breiter Bereich erforderlicher Sendefrequenzen: mindestens 15 MHz bei oberflächennahen Nerven und Muskeln und mindestens fünf MHz bei tiefliegenden. Zudem wurde eine Bildwiederholungsfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde definiert, um die Dynamik von Nerven- und Muskelbewegungen abbilden zu können.

Kontrastmittel bei Sonographien des Abdomens oder Echokardiographien

Der Bewertungsausschuss hat den neuen Zuschlag zur Kontrastmitteleinbringung bei Sonographien des Abdomens oder Echokardiographien (GOP 33046) in das Kapitel 33 EBM (Ultraschalldiagnostik) aufgeneommen. Ärzte, die bereits eine Genehmigung für die Sonographie des Abdomens und Retroperitoneums oder der Echokardiographie haben, müssen keinen neuen Antrag stellen. Sie können die neue GOP 33046 mit ihrer bestehenden Genehmigung abrechnen.

Sonographie der Subkutis und subkutane Lymphknoten – GOP 33080 auch bei nur einem Schallkopf

Ärzte, die bereits die fachliche Befähigung für den Anwendungsbereich12.2 Subkutis und subkutane Lymphknoten nachgewiesen haben, können diesen jetzt auch abrechnen, wenn sie keine Genehmigung beziehungsweise keinen Schallkopf für den Anwendungsbereich 12.1 Haut, B-Modus haben. Diese Ärzte müssen keinen neuen Antrag stellen, sie erhalten eine Genehmigung für die GOP 33080L. Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Fachärzte für Radiologie, die die fachliche Befähigung noch nicht nachgewiesen haben, stellen einen Antrag und benötigen einen Nachweis über 150 B-Modus-Sonographien dieses Anwendungsbereichs.

Apparative Anforderungen aktualisert

Die apparativen Anforderungen für Ultraschallsysteme (Anlage III der Ultraschall-Vereinbarung) werden aktualisiert und technische Weiterentwicklungen berücksichtigt. Die Anforderungen für verschiedene Anwendungsklassen werden soweit wie möglich angeglichen (unter anderem bei Fokussierung, Empfangsverstärkung, Bildfeld, Bildwiederholfrequenz, mechanischen Schallköpfen). Bei Änderungen der apparativen Anforderungen gilt für bereits genehmigte Ultraschallsysteme ein unbefristeter Bestandsschutz (§ 16 Abs. 2 und 2a). Für den Einsatz von mechanischen Annular-Array-Schallköpfen wird der Bestandsschutz bis zum 31. März 2030 befristet.

Neben den oben genannten Anpassungen wird für die Abrechnung der GOP 33061 (Anwendungsklasse 20.2 Gefäße der Extremitäten, Doppler) nur noch ein Schallkopf mit einer Sendefrequenz ≥ 5,0 MHz benötigt (ein Signal aus einer Tiefe von fünf cm muss ableitbar sein). Bisher wurden zwei Schallköpfe für die Abrechnung der GOP 33061 gefordert (für die tiefen ≥ 3,5 MHz und oberflächennahen Gefäße ≥ 8 MHz).

Ärzte, die die bisherigen Mindestanforderungen (zwei CW-Sonden) nicht erfüllten und die GOP 33061 bislang nicht abrechnen konnten beziehungsweise deren Abrechnungsgenehmigung widerrufen wurde, müssen keinen neuen Antrag stellen. Sie erhalten im zweiten Quartal 2020 einen Genehmigungsbescheid.

Alle Fachärzte, die die fachliche Befähigung nach §§ 4, 5 oder 6 der Ultraschall-Vereinbarung nachweisen.

  • Facharzturkunde und gegebenenfalls Urkunde einer Schwerpunktbezeichnung
     
  • Zeugnisse aus der Zeit der Facharztweiterbildung und gegebenenfalls Weiterbildungszeit für die Schwerpunktanerkennung mit Anlagen / Logbüchern
     
  • gegebenenfalls ergänzende, spezifizierte Zeugnisse mit Zahlennachweis entsprechend Anlage I der Ultraschall-Vereinbarung

Zur Sonographie müssen apparative Voraussetzungen erfüllt werden (§ 9 der Ultraschall-Vereinbarung (UV)).

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Sonographie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dem zunächst im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens zustimmen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können. Die Antragsformulare stehen Ihnen zum Download zur Verfügung.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Zu beachten ist § 10 der Ultraschall-Vereinbarung in Verbindung mit den Anforderungen an die bildliche und schriftliche Dokumentation nach den Vorgaben der Durchführungsbestimmung der KVH.

Konstanzprüfung (§ 13 der Ultraschall-Vereinbarung (UV))

  • Prüfung der technischen Bildqualität im Intervall von sechs Jahren
     

Stichprobenprüfung (§ 11 der UV):

  • Jährliche Prüfung von insgesamt mindestens sechs Prozent der Ärzte mit Genehmigung zu fünf Fällen, in drei Prozent erfolgt eine Schwerpunktprüfung. Von der Schwerpunktprüfung sind derzeit die Ärzte betroffen, die eine neue Abrechnungsgenehmigung erhalten haben.
     

Regelmäßige Überprüfung der ärztlichen Dokumentation bei der sonographischen Untersuchung der Säuglingshüfte (§ 12 UV in Verbindung mit Anlage V):

  • Prüfung der ersten zwölf nach Genehmigungserteilung abgerechneten sonogaphischen Untersuchungen (Initialprüfung)
  • danach Prüfung von zwölf abgerechneten sonographischen Untersuchungen im Zwei- oder Fünf-Jahres-Turnus (Turnusprüfung)
zuletzt aktualisiert am: 11.09.2020

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Radiologie & Sonographie
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Fax 069 24741-68833
qs.sonographie@kvhessen.de

Monika Schickling
Tel 069 24741-6650

Christine Stinchcomb
Tel 069 24741-6717

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Radiologie & Sonographie
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qs.sonographie@kvhessen.de

Dagmar Freund
Tel 069 24741-6660

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Katharina Walther
Tel 069 24741-6633

Tanja Ptaschek
Tel 069 24741-6651

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Fee-Isabel Mochner
Tel 069 24741-6378

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Christina Ranzinger
Tel 069 24741-6687

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