Rechts im Bild ist ein Arzt. Links im Bild eine Patientin. Der Arzt untersucht den Arm der Patientin.

In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Sonographie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Sonographie

Die Sonographie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Ultraschallwellen verschiedene Körperregionen, Organe und Organfunktionen untersucht und beurteilt werden.

Alle Fachärzte, die die fachliche Befähigung nach §§ 4, 5 oder 6 in Verbindung mit § 14 der Ultraschall-Vereinbarung nachweisen.

Erwerb der fachlichen Befähigung nach der Weiterbildungsordnung

Wenn die sonographischen Leistungen Bestandteil des maßgeblichen Weiterbildungsrechts sind (§ 4 der Ultraschall-Vereinbarung), erfolgt der Nachweis durch Vorlage von Zeugnissen aus der Zeit der Facharztweiterbildung.

Hierfür sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Facharzturkunde
  • gegebenfalls Urkunde einer Schwerpunktbezeichnung
  • Weiterbildungszeugnisse
  • Zeugnisanlagen/ Logbücher

Die festgelegten Mindestzahlen nach Anlage I der Ultraschall-Vereinbarung sind zu beachten.

Erwerb der fachlichen Befähigung in einer ständigen Tätigkeit

Ist der Anwendungsbereich nicht Bestandteil des maßgeblichen Weiterbildungsrechts, kann die Befähigung im Rahmen einer ständigen Tätigkeit (in und außerhalb der Weiterbildungszeit, § 5 der Ultraschall-Vereinbarung) erworben werden.

Hierzu sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Facharzturkunde
  • gegebenfalls Urkunde einer Schwerpunktbezeichnung
  • Zeugnisse/ Bescheinigungen – ausgestellt vom qualifizierten Ausbilder – inklusive Anzahl der erbrachten sonographischen Untersuchungen nach Anwendungsbereich und Anwendungsmodus
  • Erklärung des Ausbilders

Eine Genehmigung kann erst nach erfolgreicher Absolvierung eines Kolloquiums erfolgen.

Erwerb der fachlichen Befähigung durch Ultraschallkurse

Kann die fachliche Befähigung nicht im Rahmen der Weiterbildung (§ 4) oder im Rahmen einer ständigen Tätigkeit (§ 5) nachgewiesen werden, gibt es die Möglichkeit, diese durch Ultraschallkurse (§ 6) zu erwerben.

Hierzu sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Facharzturkunde
  • gegebenfalls Urkunde einer Schwerpunktbezeichnung
  • Erklärung des Ausbilders
  • Bescheinigungen über Grund-, Aufbau- und Abschlusskurs
  • Bestätigung des Kursleiters über die im Abschlusskurs/ Ab-schlussmoduls vorgelegten Fälle (mit Anzahl)
  • Zeugnisse/ Bescheinigungen – ausgestellt vom qualifizierten Ausbilder – inklusive Anzahl der erbrachten sonographischen Untersuchungen nach Anwendungsbereich und Anwendungsmodus

Eine Genehmigung kann erst nach erfolgreicher Absolvierung eines Kolloquiums erfolgen.

Qualifikation der Ausbilder

Qualifizierte Ausbilder gemäß § 8 der Ultraschall-Vereinbarung sind

  • Ärzte, die die Anforderungen an die fachliche Befähigung im jeweiligen Anwendungsbereich nach dieser Vereinbarung erfüllen
  • b) Ärzte, die nach der Weiterbildungsordnung im vollen Umfang zur Weiterbildung im jeweiligen Anwendungsbereich befugt sind.
  • c) Ärzte, die eine abgeschlossene Weiterbildung zum Facharzt; die fachlichen und apparativen Voraussetzungen des jeweiligen Anwendungsbereichs erfüllen; mindestens 36 Monate eigenverantwortlich im Bereich der der Ultraschalldiagnostik tätig waren und die 10-fache Zahl der in der Anlage I Spalte 4 des jeweiligen Anwendungsbereichs geforderten Untersuchungszahlen nachweisen können.
Weitere Informationen
  • Für den ab dem 1. April 2020 eingeführten Anwendungsbereich 23.1 – Duplex-Verfahren benötigen Ärzte, die die Weiterbildung auf Grundlage einer früheren Weiterbildungsordnung (vor 2018) absolviert haben, einen Nachweis von 100 Sonographien von Muskeln und Nerven (zum Beispiel ein Zeugnis des weiterbildungsermächtigten Arztes, unter dessen Anleitung die Sonographie erfolgten). Weiterhin benötigen sie einen Nachweis der Handlungskompetenz in B-Modus-Sonographien, Duplex-Untersuchungen und elektroneurographischer und/oder elektromyographischer Untersuchung (siehe auch Übergangsregelungen § 16 Abs. 4 in Verbindung mit Anlage I der Ultraschall-Vereinbarung). Die GOP 33100 kann ausschließlich von Fachärzten Neurologie, Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie, Neurochirurgie und Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie abgerechnet werden.
  • Für die ab dem 1. April 2020 abrechenbare Gebührenordnungsposition 33046 (Zuschlag bei Durchführung der Echokardiographie/ Sonographie des Abdomens mit Kontrastmitteleinbringung) ist eine Genehmigung für die Anwendungsbereiche 4.1, 4.3, 4.5, 4.6, 7.1, 7.4, 21.1 oder 21.3 erforderlich.
  • Das Ultraschallscreening der Bauchaorta (Gebührenordnungsposition 01748) setzt eine Genehmigung für die Anwendungsbereiche 7.1 oder 20.10 voraus.
  • Fachärzte der Dermatologie und Radiologie, die die fachliche Befähigung für den Anwendungsbereich 12.2 Subcutis und subkutane Lymphknoten nachgewiesen haben, benötigen zur Abrechnung dieses Anwendungsbereichs seit dem 1. April 2020 nur noch einen Schallkopf. Da keine Sonde für die Anwendungsklasse 12.1 vorgehalten wird, muss die Gebührenordnungsposition zusätzlich mit dem Suffix „L“ gekennzeichnet werden.

Zur Sonographie müssen apparative Voraussetzungen erfüllt werden (§ 9 der Ultraschall-Vereinbarung (UV)).

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Sonographie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dem zunächst im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens zustimmen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können. Die Antragsformulare stehen Ihnen zum Download zur Verfügung.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Zu beachten ist § 10 der Ultraschall-Vereinbarung in Verbindung mit den Anforderungen an die bildliche und schriftliche Dokumentation nach den Vorgaben der Durchführungsbestimmung der KVH.

Konstanzprüfung (§ 13 der Ultraschall-Vereinbarung (UV))

  • Prüfung der technischen Bildqualität im Intervall von sechs Jahren
     

Stichprobenprüfung (§ 11 der UV):

  • Jährliche Prüfung von insgesamt mindestens sechs Prozent der Ärzte mit Genehmigung zu fünf Fällen, in drei Prozent erfolgt eine Schwerpunktprüfung. Von der Schwerpunktprüfung sind derzeit die Ärzte betroffen, die eine neue Abrechnungsgenehmigung erhalten haben.
     

Regelmäßige Überprüfung der ärztlichen Dokumentation bei der sonographischen Untersuchung der Säuglingshüfte (§ 12 UV in Verbindung mit Anlage V):

  • Prüfung der ersten zwölf nach Genehmigungserteilung abgerechneten sonogaphischen Untersuchungen (Initialprüfung)
  • danach Prüfung von zwölf abgerechneten sonographischen Untersuchungen im Zwei- oder Fünf-Jahres-Turnus (Turnusprüfung)
zuletzt aktualisiert am: 27.04.2021

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 2
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Fax 069 24741-68833
qs.sonographie@kvhessen.de

Monika Schickling
Tel 069 24741-6650

Christine Stinchcomb
Tel 069 24741-6717

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 2
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Fax 069 24741-68833
qs.sonographie@kvhessen.de

Dagmar Freund
Tel 069 24741-6660

Elisabeth Zulueta-Depestre
Tel 069 24741-6667

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 2
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Fax 069 24741-68833
qs.sonographie@kvhessen.de

Katharina Walther
Tel 069 24741-6633

Tanja Ptaschek
Tel 069 24741-6651

Corinna Fuchs
Tel 069 24741-6132

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 2
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Fax 069 24741-68833
qs.sonographie@kvhessen.de

Fee-Isabel Mochner
Tel 069 24741-6378

Marius Witte
Tel 069 24741-6662

 

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Team 2
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Fax 069 24741-68833
qs.sonographie@kvhessen.de

Christina Ranzinger
Tel 069 24741-6687

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