In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Rhythmusimplantat-Kontrolle brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Rhythmusimplantat-Kontrolle

Nach der Implantation eines Herzschrittmachers oder eines Kardioverters beziehungsweise Defibrillators (ICD, CRT) muss das Rhythmusimplantat regelmäßig kontrolliert werden. Bei diesen Untersuchungen wird unter anderem die Funktionsfähigkeit der Elektrode und der Zustand der Batterie überprüft.

Fachärzte für

  • Innere Medizin und Kardiologie
  • Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinder-Kardiologie
  • Herzschrittmacherkontrolle:
    Nachweis über die selbstständige Indikationsstellung beziehungsweise Sicherung der Indikation, Durchführung und Dokumentation von 200*** Herzschrittmacherkontrollen unter Anleitung* innerhalb von 36 Monaten** vor Antragstellung
     
  • Herzschrittmacher- und ICD-Kontrolle:
    Nachweis über die selbstständige Indikationsstellung beziehungsweise Sicherung der Indikation, Durchführung und Dokumentation von 150*** Herzschrittmacherkontrollen und 50*** ICD-Kontrollen unter Anleitung* innerhalb von 36 Monaten** vor Antragstellung
     
  • Herzschrittmacher-, ICD- und CRT-Kontrolle:
    Nachweis über die selbstständige Indikationsstellung beziehungsweise Sicherung der Indikation, Durchführung und Dokumentation von 150*** Herzschrittmacherkontrollen, 50*** ICD-Kontrollen und 30*** CRT-Kontrollen unter Anleitung* innerhalb von 36 Monaten** vor Antragstellung

* Durch einen Arzt, der nach der Weiterbildungsordnung zur Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin und Kardiologie oder Kinder- und Jugendmedizin mit der Schwerpunktbezeichnung Kinder-Kardiologie befugt ist.

** Wenn die geforderte Anzahl von Leistungen unter Anleitung erbracht wurde, jedoch nicht innerhalb des geforderten Zeitraums, können innerhalb dieses Zeitraums selbstständig durchgeführte Leistungen angerechnet werden.

***Wenn die Zusatzqualifikation „Spezielle Rhythmologie“ nachgewiesen wird, gilt die jeweils angeforderte Anzahl von Leistungen unter Anleitung als erfüllt. Die jeweils geforderte Anzahl von Leistungen unter Anleitung gilt aufgrund der sehr geringen Patientenzahlen nicht für Kinder-Kardiologen.

Einzelheiten regeln die §§ 5 und 10 der QSV Rhythmusimplantat-Kontrolle.

Für die Genehmigung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle müssen apparative Voraussetzungen erfüllt werden (siehe §§ 6 und 10 der QSV Rhythmusimplantat-Kontrolle).

Für telemedizinische Funktionsanalysen nach den GOP 13574, 13576 oder 04414, 04416 müssen zusätzliche Anforderungen erfüllt werden. Diese sind in der „Vereinbarung über telemedizinische Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung“ (Anlage 31 BMV-Ä) geregelt.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Rhythmusimplantat-Kontrolle als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antragbei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Die Dokumentation der Rhythmusimplantat-Kontrollen muss je nach Aggregat bestimmte Systemparameter beinhalten. Dies gilt zusätzlich zur ärztlichen Aufzeichnungspflicht, einschließlich Anamnese, Befundung und Angaben zur Therapie. Einzelheiten dazu regelt § 8 der QSV Rhythmusimplantat-Kontrolle.

  • Einzelfallprüfung durch Stichproben (Dokumentationsprüfung):
    Diese erfolgt durch zufallsgesteuerte Stichprobenprüfungen. Die KVH fordert hierfür jährlich von mindestens 15 Prozent der Ärzte die Dokumentation von je 20 abgerechneten Fällen an.
     
  • Fortbildung:
    Ärzte, die eine Genehmigung für Rhythmusimplantat-Kontrolle erhalten haben, müssen an Fortbildungsmaßnahmen zur Kardiologie teilnehmen. Dazu müssen mindestens 20 Fortbildungspunkte in 24 Monaten nachgewiesen werden.

Einzelheiten regeln  §§ 7 und 9 der QSV Rhythmusimplantat-Kontrolle.

zuletzt aktualisiert am: 27.11.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Stefanie Gilmer

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6354
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.4(at)kvhessen(.)de

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