In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Onkologie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Onkologie

Als Onkologie bezeichnet man die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst. Die moderne Onkologie ist von der interdisziplinären Zusammenarbeit der je nach Tumorerkrankung involvierten medizinischen Fachrichtungen geprägt.

  • Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologische und internistische Onkologie
     
  • Facharztweiterbildung zuzüglich der Zusatzbezeichnung Medikamentöse Tumortherapie
     
  • Facharzt- oder Gebietsbezeichnungen, die die medikamentöse Gebietsbezeichnung erfüllen – zum Beispiel gynäkologische Onkologie

Nachweis der erforderlichen Patientenzahlen

  • Bundesregelung
  • Hessenregelung
  • Jungpraxen
  • Organisatorische Maßnahmen (siehe § 5 Onkologie-Vereinbarung)
  • Teilnahme an Kooperationsgemeinschaften (siehe §§ 3, 6 Onkologie-Vereinbarung)

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Onkologie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Patientenbezogene Dokumentation, die eine ergebnisorientierte und qualitative Beurteilung der Behandlung ermöglicht, siehe Vorgaben § 8 i. V. m. Anhang 1 Onkologie-Vereinbarung.

Frequenzregelung: Nachweis zur Zahl der jährlich betreuten Patienten (modifizierte Patientenzahlen in Hessen gemäß der „ergänzenden Onkologie-Vereinbarung“ seit 1. April 2011):

  • Fachärzte für Innere Medizin mit der Zusatzbezeichnung Hämatologie und internistische Onkologie:

pro Quartal und Arzt Betreuung von durchschnittlich 80 Patienten mit soliden oder hämatologischen Neoplasien, darunter 50 Patienten, die mit medikamentöser Tumortherapie behandelt werden, davon 20 mit intravenöser und / oder intrakavitärer und / oder intraläsionaler Behandlung

  • Ärzte anderer Fachgruppen:
    pro Quartal und Arzt Betreuung von durchschnittlich 40 Patienten mit soliden Neoplasien, darunter 25 Patienten, die mit antineoplastischer Therapie behandelt werden, davon 10 mit intravenöser und / oder intrakavitärer antineoplastischer und / oder intraläsionaler Behandlung

Fortbildung

  • Nachweis von 50 Fortbildungspunkten aus der Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen und Kongressen mit onkologischen Inhalten
  • jährlich zweimalige Teilnahme an industrieneutralen, durch die Ärztekammer zertifizierten Pharmakotherapieberatungen
  • jährlich mindestens eine onkologische Fortbildung des Praxispersonals
  • Mitgliedschaft in einem interdisziplinären onkologischen Arbeitskreis oder Tumorzentrum

Einzelfallprüfung durch Stichproben (Dokumentationsprüfung):

  • Pro werden Jahr mindestens acht Prozent der Ärzte mit Genehmigung zu jeweils 20 Fällen geprüft.
zuletzt aktualisiert am: 27.12.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Antje Andres

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6584
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.6(at)kvhessen(.)de

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