In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Versorgung von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Hörgeräten brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Hörgeräteversorgung bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern

Schwerhörige Patienten können mit Hörgeräten versorgt werden. Ziel der dazugehörigen Qualitätssicherungsvereinbarungist es, dass schwerhörige Kinder (bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres) nach aktuellem Stand der medizinischen Wissenschaft behandelt werden.

Fachärzte für

  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Phoniatrie und Pädaudiologie (Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen)

Innerhalb der letzten fünf Jahre unter Anleitung eines zur Weiterbildung befugten Arztes:

  • 50 elektrische Reaktionsaudiometrien (ERA) im Kindesalter,
     
  • 50 Hörschwellenbestimmungen mit altersbezogenen reaktions-, verhaltens- und spielaudiometrischen Verfahren,
     
  • 25 Kindersprachtests entsprechend dem Sprachentwicklungsalter,
     
  • selbstständige Indikationsstellung, Anpassung und Überprüfung von Hörgeräten inklusive Gebrauchsschulung

Theoretische Kenntnisse in der Diagnostik, Therapie und Versorgung von Hörstörungen insbesondere bei Kindern sowie Kenntnisse über die aktuelle Hörgerätetechnik in Bezug auf die audiologischen Befunde durch die Erlangung von zehn Fortbildungspunkten innerhalb von zwei Jahren vor Antragstellung

Für die Versorgung von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Hörgeräten müssen organisatorische, räumliche und apparative Voraussetzungen erfüllt werden (§§ 4 und 6 der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) Hörgeräteversorgung Kinder).

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie die Versorgung von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Hörgeräten als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen.
Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

  • Sie müssen nachweisen, dass die eingesetzten Geräte mindestens einmal jährlich messtechnisch kontrolliert wurden.
     
  • Sie müssen nachweisen, dass Sie sieben Fortbildungspunkten innerhalb von zwei Jahren erworben haben über theoretische Kenntnisse in Diagnostik, Therapie und Versorgung von Hörstörungen insbesondere bei Kindern sowie Kenntnisse über aktuelle Hörgerätetechnik in Bezug auf audiologische Befunde (siehe § 8 QSV Hörgeräteversorgung Kinder).
  • Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur Hörgeräteversorgung bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern (QSV Hörgeräteversorgung Kinder).

Info zu Hilfsmitteln

zuletzt aktualisiert am: 14.09.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Heike Sentner

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6649
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.5(at)kvhessen(.)de

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