Modellprojekt Termine in der Kinder- und Jugendpsychotherapie: Psychiater
Schnelle kinder- und jugendlichenpsychotherapeutische
und -psychiatrische Hilfe: Projektinitiative zur Verbesserung der Terminvermittlung in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch die Zahl der gebuchten Termine bei Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Dennoch ist das Angebot des 116117-Terminservice und die Möglichkeit zur Terminbuchung von Erstgesprächen bei betroffenen Familien nicht ausreichend bekannt. Besonders bei schulbezogenen Krisen oder akuten psychischen Auffälligkeiten ist jedoch schnellstmöglich eine fachgerechte Abklärung und Behandlung einzuleiten, um die Familien der betroffenen Kinder zu unterstützen.
Vor diesem Hintergrund starten wir gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen (HMKB) zum 4. Mai 2026 in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner-Kreis eine Projektinitiative mit folgendem Ziel:
Kinder- und Jugendliche sollen bei der Terminvermittlung zu Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten von Schulpsychologinnen und -psychologen unterstützt werden. Darüber hinaus möchten wir auch Sie als Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und -psychiater in das Modellprojekt einbeziehen. Die Einbindung beider Berufsgruppen ermöglicht eine umfassendere Betrachtung der Bedürfnisse der betroffenen Kinder und Jugendlichen, insbesondere bei der diagnostischen Abklärung komplexer Störungsbilder und der Beurteilung möglicher medikamentöser Behandlungen.
Projektansatz:
- Schulpsychologinnen und -psychologen übernehmen – nach Vorliegen einer schriftlichen Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten – die aktive Terminvereinbarung über die Terminservicestelle (TSS) der KV Hessen.
- Dadurch wird der organisatorische Aufwand für Familien reduziert.
Projektziel:
- Verkürzung der Wartezeit bis zum ersten Termin beim Kinder- und Jugendpsychiater
- Niedrigschwelliger Zugang zur kinder- und jugendlichenpsychotherapeutischen und -psychiatrischen Versorgung
- Entlastung der Familien in Krisensituationen
- Bessere Vernetzung zwischen Schule, Schulpsychologie, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten, Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und -psychiatern
Vorteile des Projekts:
- Schulpsychologie erkennt häufig frühe Krisenstadien.
- Das Projekt schafft eine Brücke zwischen Schule und ambulanter Versorgung.
- Der organisatorische Mehraufwand wird bewusst geringgehalten und durch strukturierte Kommunikationswege unterstützt.
- Kapazitäten können transparent kommuniziert werden.
- Ziel ist eine realistische, kooperative Lösung – keine Überforderung einzelner Praxen.
Ihre Teilnahme am Projekt:
Für das Gelingen dieses Projekts sind wir auf die Mitwirkung engagierter Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als auch Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und -psychiater angewiesen, die bereit sind, im Rahmen ihrer Kapazitäten zeitnahe Termine zu ermöglichen und als Kooperationspartner zur Verfügung zu stehen.
So können Sie teilnehmen:
- Sie sind Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut oder Erwachsenenpsychotherapeut mit der Genehmigung zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen oder Kinder- und Jugendpsychiater.
- Sie melden bei uns per E-Mail an, dass Sie am Projekt aktiv teilnehmen möchten unter: schulprojekt@kvhessen.de.
- Sie stellen im 116117-Terminservice freie Termine für ein Erstgespräch ein.
- Bei Bedarf unterstützt die Terminservicestelle (TSS) bei der Anlage von Terminprofilen fürs Projekt, die ausschließlich durch die TSS buchbar sind.
- Sie erklären sich dazu bereit, dass die Mitarbeitenden der TSS Sie kontaktieren dürfen, sollten im 116117-Terminservice für die Anfragen über das Projekt keine geeigneten Termine zur Verfügung stehen.
- Wenn der über das Projekt vermittelte Schüler oder die Schülerin ohne Abzusagen nicht zum vereinbarten Erstgespräch erscheint, erhalten Sie eine Entschädigung in Höhe von 60 Euro.*
Ihr Feedback ist uns wichtig:
Bestandteil des Projekts ist eine Evaluation, bei der Ihre Rückmeldungen und Einschätzungen aktiv eingebunden werden. Ziel ist es, gemeinsam zu überprüfen, ob die vermittelten Termine medizinisch tatsächlich erforderlich waren. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen dazu, die Prozesse der Terminvermittlung kontinuierlich zu verbessern, Ressourcen gezielt einzusetzen und die Versorgungsqualität nachhaltig zu sichern.
Sind Sie dabei?
Wir würden uns freuen, wenn Sie sich zahlreich an diesem wichtigen Versorgungsvorhaben beteiligen und damit einen maßgebenden Beitrag zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen in Hessen leisten.
Sie haben weitere Fragen oder möchten Ihre Projektteilnahme anmelden? Dann kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail bis zum 10. April 2026 unter:
schulprojekt@kvhessen.de
Die aktive Mitwirkung niedergelassener Psychiaterinnen und Psychiater ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Gelingen dieses Vorhabens.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender
Dr. Fabian Härtling
Mitglied des Beratenden Fachausschusses
* Die Vertreterversammlung (VV) der KVH hat in der Sicherstellungsrichtlinie ein Budget von 10.000 Euro beschlossen, das ausschließlich für die Terminausfallentschädigung innerhalb dieses Projektes zur Verfügung steht.
An alle Kinder- und Jugendpsychiater in den Landkreisen Werra-Meißner-Kreis, Hersfeld-Rotenburg, Landkreis und Stadt Kassel, Fulda, Vogelsbergkreis und Schwalm-Eder-Kreis
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