Ein Mann bedient eine professionelle Kamera © Judith Scherer

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert Medienvertreter direkt und aktuell über relevante Neuigkeiten rund um die ambulante Versorgung in Hessen – durch Pressemitteilungen und -konferenzen.

Gemeinsamer Tresen: Bessere Akut- und Notfallversorgung schon heute möglich

Mit dem „Gemeinsamen Tresen“ im Bürgerhospital Frankfurt stärken die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und das Krankenhaus die Patientensteuerung in der Akutversorgung. Seit Januar 2026 ist die zentrale Ersteinschätzungsstelle in Betrieb. Am heutigen Montag stellten die Beteiligten das Modell sowie erste Ergebnisse offiziell der Öffentlichkeit vor. Erste Erfahrungen zeigen: Patientinnen und Patienten werden schneller und gezielter versorgt, die Notaufnahme wird spürbar entlastet. Das Modell gilt als wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Notfallversorgung.

Der Gemeinsame Tresen im Bürgerhospital ist die zentrale Anlaufstelle für alle Patientinnen und Patienten, die das Krankenhaus fußläufig mit akuten Beschwerden aufsuchen. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Zentralen Notaufnahme (ZNA) und hat sich in den ersten Wochen bereits bewährt. Denn: Patientinnen und Patienten werden nach ihrer Ankunft schnell der passenden Versorgungsstufe zugewiesen. Schwere Fälle gelangen direkt in die ZNA, leichtere Erkrankungen werden durch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) oder die Hausarztpraxis versorgt.

Grundlage der Steuerung ist das standardisierte Ersteinschätzungsverfahren SmED, die Standardisierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland. Mit gezielten Fragen wird am Tresen zunächst die Behandlungsdringlichkeit eines Falls ermittelt. Ziel ist eine schnelle, bedarfsgerechte Versorgung – und damit auch eine spürbare Entlastung der Mitarbeitenden in den Notaufnahmen.

Mehr Effizienz und Versorgungsqualität

„Die ersten Wochen zeigen, dass der Gemeinsame Tresen im Bürgerhospital sehr gut funktioniert und ab dem ersten Tag eine verbesserte Patientensteuerung erreicht werden konnte. Gerade das Zusammenspiel zwischen ambulanten und stationären Bereichen ist für eine bedarfsgerechte Patientenversorgung elementar. Denn – so unsere bisherige Erfahrung – nur die Hälfte der Menschen, die den Gemeinsamen Tresen aufsuchen, müssen tatsächlich in die Notaufnahme“, erklärt Marcus Amberger, Geschäftsführer des Bürgerhospitals.

Blaupause für ganz Deutschland

Auch aus Sicht der KVH ist der Tresen ein zentrales Element moderner Notfallstrukturen. „Wir zeigen, dass wir partnerschaftlich eine gute Antwort auf die drängenden Fragen der Gesundheitsversorgung finden. Klar ist: Kluge Patientensteuerung im Alltag funktioniert“, betont Armin Beck, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVH. „Der Gemeinsame Tresen optimiert die Versorgung für die Patientinnen und Patienten, entlastet die Kliniken und stärkt zugleich den ambulanten Bereich. Genau diese Verzahnung brauchen wir. Das Modell ist eine Blaupause für ganz Deutschland.“

Das Bürgerhospital ist bereits der vierte Standort in Hessen, an dem das Modell erfolgreich umgesetzt wird. Erfahrungen aus dem Klinikum Frankfurt-Höchst, dem Klinikum Darmstadt und dem Sana Klinikum in Offenbach zeigen, dass sich die Patientenzahl in den Notaufnahmen deutlich reduzieren lässt – bei gleichzeitig verbesserter Versorgungsqualität.

Patientensteuerung ist der Schlüssel

Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz ordnet das Konzept auch politisch ein: „Es ist entscheidend für unsere Notfallversorgung, dass Patientinnen und Patienten an die passenden Stellen gelotst werden. So werden die Notaufnahmen von leichteren Fällen entlastet und die, die Leben retten, können sich auf die schweren Fälle konzentrieren. Kluge Lösungen wie hier im Bürgerhospital bieten den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Betreuung und schützen unser medizinisches Personal vor Überlastung. Hessen zeigt damit, wie moderne Versorgung strukturiert werden kann. So gewinnen alle: die Patienten, das Fachpersonal und unser Gesundheitssystem.“

Hessen übernimmt mit dem Modell des Gemeinsamen Tresens eine Vorreiterrolle in der Notfallversorgung für ganz Deutschland. Der inzwischen vierte Tresen ist ein weiterer Beweis dafür, dass funktionierende Strukturen bereits heute ohne langwierige Reformen aus Berlin umsetzbar sind. Ziel bleibt es, Patientenströme sinnvoll zu lenken, Ressourcen effizient einzusetzen und die Versorgungsqualität nachhaltig zu sichern.

 

 

zuletzt aktualisiert am: 30.03.2026

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