Gegen die Abwertung der ambulanten psychotherapeutischen Vergütung!
Vertreterversammlung der KV Hessen verabschiedet Resolution einstimmig.
Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat am Mittwoch in Berlin gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beschlossen, die Honorare in der Psychotherapie pauschal um 4,5 Prozent abzusenken. Die Vertreterversammlung der KV Hessen hat dazu am vergangenen Samstag eine Resolution verabschiedet. Diese veröffentlichen wir hier im Wortlaut:
„Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen verurteilt mit Nachdruck die Entscheidung im Erweiterten Bewertungsausschusses vom 11.März 2026, auf Betreiben des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) die Vergütung der ambulanten Psychotherapie um 4,5 Prozent abzusenken. Diese Abwertung tritt zum 1.April 2026 in Kraft.
Die Vertreterversammlung sieht in dieser Entscheidung ein falsches und in der aktuellen Versorgungslage fatales Signal, sowohl für die psychotherapeutische Versorgung, aber auch für die ambulante Versorgung im Allgemeinen. Eine Absenkung ambulanter Honorare ist gesundheitspolitisch ein völlig falsches Signal.
Einsparungen im deutschen Gesundheitswesen sind möglich, womöglich auch sinnvoll, nicht aber in der ambulanten Versorgung. Deutschland hat die höchsten Krankenhauskosten und mit die höchsten Arzneimittelpreise in dieser Welt. Diese Bereiche sind aber offenbar sakrosankt. Das darf aber nicht dazu führen, dass man sich stattdessen am ambulanten Bereich abarbeitet. Ein Bereich, in dem der Großteil der Versorgung für relativ wenig Geld stattfindet.
Die Vertreterversammlung der KV Hessen unterstützt die Initiativen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Berufsverbände, diese Entscheidung politisch anzufechten, und ruft das Bundesministerium für Gesundheit dazu auf, den Beschluss des Bewertungsausschusses als Aufsichtsbehörde zu beanstanden.
Es braucht stattdessen ein klares Bekenntnis zur ambulanten Versorgung und damit auch zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen steht an der Seite ihrer psychotherapeutischen Kolleginnen und Kollegen. Sie wird sich gemeinsam mit den psychotherapeutischen Berufsverbänden und den betroffenen Kolleginnen und Kollegen, aber auch allen anderen haus- und fachärztlichen Berufsverbänden, mit Nachdruck dafür einsetzen, dass ambulante Arbeit die Wertschätzung und Vergütung erfährt, die ihrer zentralen Rolle in der Gesundheitsversorgung entspricht.“
Ansprechpartner
Karl Matthias Roth
Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
Pressesprecher
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Ansprechpartner
Alexander Kowalski
Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Stabsstelle Kommunikation
stv. Pressesprecher
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt
Ihre Downloads ()
Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.
© Judith Scherer