Lächelnde Therapeutin mit Patientin © Adobe Stock (WavebreakmediaMicro)

Schwer psychisch erkrankte Patientinnen und Patienten erhalten zukünftig koordinierte Hilfe durch Netzverbünde. Ziel ist es, alle für die Versorgung im Einzelfall benötigten Gesundheitsberufe zu vernetzen, um Betroffenen schnell und bedarfsgerecht zu helfen.

KSV-Psych: Vernetzte Versorgung schwer psychisch Erkrankter

Für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ein neues Versorgungsprogramm auf den Weg gebracht. Die Richtlinie über die berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung insbesondere für schwer psychisch kranke Versicherte mit komplexem psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf (KSV-Psych-RL) verfolgt das Ziel, die Versorgung schwer psychisch kranker Menschen zu verbessern.

Dabei soll eine berufsgruppen- und sektorenübergreifende Versorgung gewährleistet werden. Dies funktioniert durch eine aufeinander abgestimmte und vernetzte wohnortnahe Betreuung sowie eine zeitnahe Diagnostik- und Therapiemöglichkeit und eine bedarfsgerechte Behandlung. Alle für die Versorgung der Patientinnen und Patienten benötigten Gesundheitsberufe sollen ein Netzwerk bilden.

Die Richtlinie sieht vor, dass sich an der vertragsärztlichen Versorgung zugelassene Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer einer Region zu einem Netzverbund zusammenschließen. In enger Kooperation mit Kliniken und qualifizierten Gesundheitsberufen wie Ergotherapeutie und Soziotherapie sollen sie künftig die Behandlung übernehmen und passgenaue Versorgungsangebote für psychisch schwer kranke Menschen bereitstellen.

Die Bezugs- und Koordinationspersonen übernehmen besondere Aufgaben.

Zentrale Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Patientinnen und Patienten in dem Programm sind die Bezugsärztinnen oder -ärzte und Bezugspsychotherapeutinnen oder -psychotherapeuten des Netzverbundes. Sie koordinieren die Therapie in enger Abstimmung mit den anderen beteiligten Gesundheitsberufen.

Grundlage dafür ist der patientenindividuelle Behandlungsplan, den im Anschluss an die ärztliche Differentialdiagnostik alle an der jeweiligen Versorgung Beteiligten aufstellen und im Verlauf gegebenenfalls anpassen.

Eine jeweils koordinierende Person unterstützt Erkrankte und entlastet die beteiligten Gesundheitsberufe organisatorisch.

Aktuell werden vom Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen noch die benötigten Vergütungsziffern erarbeitet und festgelegt. Start für die Netzverbünde ist voraussichtlich der 1. Juli 2022 

zuletzt aktualisiert am: 03.06.2022

Ansprechpartner

KSV-Psych

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Tel 069 24741-7777
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