In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Strahlentherapie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist eine Behandlungsform mit ionisierenden Strahlen, die vor allem bei bösartigen Tumoren eingesetzt wird.

Fachärzte für:

  • Strahlentherapie
  • Radiologie, Teilgebiet Strahlentherapie
  • Radiologie, sofern die fachliche Qualifikation für die Strahlentherapie erworben wurde

oder

fachärztlich tätige Ärzte mit Erfüllung der fachlichen Anforderungen (vgl. Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie, § 9 Abs. 1 b und c)

Vorliegen der Fachkunde im Strahlenschutz.

Fachärztlich tätige Ärzte müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Erwerb eingehender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der fachgebietsspezifischen Nahbestrahlungs-, Weichstrahl- und Orthovolttherapie durch eine Weiterbildung nach der Weiterbildungsordnung

oder folgende Nachweise erbringen:

  • für die Nahbestrahlungstherapie eine mindestens sechsmonatige* ständige Tätigkeit in der Strahlentherapie unter der Leitung eines dazu ermächtigten Arztes
     
  • für die Weichstrahltherapie eine mindestens sechsmonatige* ständige Tätigkeit in der Strahlentherapie von Hautkrankheiten unter der Leitung eines dazu ermächtigten Arztes
     
  • für die Orthovolttherapie eine mindestens zwölfmonatige** ständige Tätigkeit in dieser Strahlentherapie unter der Leitung eines dazu ermächtigten Arztes
     
  • für die Brachytherapie eine mindestens sechsmonatige ständige Tätigkeit in der Brachytherapie des jeweiligen Organbereichs unter der Leitung eines dazu ermächtigten Arztes.
     
  • erfolgreiche Teilnahme am Kolloquium.

 

*Die nachzuweisenden Zeiten dafür können innerhalb der nachzuweisenden Zeiten für die Orthovolttherapie abgeleistet werden.

**Es können Tätigkeitszeiten von bis zu sechs Monaten in der Nahbestrahlungs- und / oder Weichstrahltherapie angerechnet werden.

Zur Strahlentherapie müssen apparative Voraussetzungen erfüllt werden. Einzelheiten dazu regelt § 12 in Verbindung mit der Anlage II der Vereinbarung für Strahlendiagnostik und -therapie.

Darüber hinaus:

  • Anzeigebestätigung der Aufsichtsbehörde (Regierungspräsidium)
  • Sachverständigen-Prüfbericht

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Strahlentherapie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KV Hessen stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

zuletzt aktualisiert am: 18.09.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Melanie Majarian

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Radiologie & Sonographie
Antragsprüfung

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6675
Fax 069 24741-68832
qs.radiologie(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Ingeborg Schleicher

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Radiologie & Sonographie
Antragsprüfung

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6663
Fax 069 24741-68832
qs.radiologie(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen