In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Palliativmedizin brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Palliativmedizinische Versorgung

In der ambulanten besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung werden schwerstkranke und sterbende Patienten betreut. Praxen können Palliativmedizin unterschiedlich gestalten und abrechnen – je nach Bedarf des Patienten. 2017 ist die palliativmedizinische Versorgung im ambulanten Bereich weiter ausgebaut worden. Ziel ist es, Patienten im letzten Lebensabschnitt flächendeckend und koordiniert versorgen zu können.

Die Leistungen der Palliativmedizin sind nur zum Teil genehmigungspflichtig. Ärzte, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen oder als Facharzt unmittelbar an der Patientenversorgung beteiligt sind, können beispielsweise die Gebührenordnungspositionen (GOP) 37305, 37306 und 37320 ohne besondere Genehmigung abrechnen.

  • Palliativmedizinische Ersterhebung (GOP 37300)
     
  • Koordination diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen sowie der palliativmedizinischen Versorgung (GOP 37302)
     
  • Erreichbarkeit / Besuchsbereitschaft in kritischen Phasen, die nicht über die Maßnahmen des qualifizierten-, therapie-, und / oder Notfallplans zu beheben sind (GOP 37317)
     
  • telefonische Beratung von mindestens fünf Minuten (GOP 37318)
     
  • konsiliarische Erörterung und Beurteilung komplexer medizinischer Fragestellungen ohne Arzt-Patienten-Kontakt (GOP 37314).

Die Voraussetzungen sind in Anlage 30 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) geregelt. Für die konsiliarische Erörterung und Beurteilung komplexer medizinischer Fragestellungen ohne Arzt-Patienten-Kontakt (GOP 37314) brauchen Sie die Zusatzweiterbildung Palliativmedizin.

Achtung: Patient darf nicht gleichzeitig Leistungen der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) erhalten (Ausnahme: Beratung).

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn sie genehmigungspflichtige palliativmedinische Leistungen für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

zuletzt aktualisiert am: 05.06.2019

Weiterbildung

Für Haus- und Fachärzte ohne Zusatzbezeichnung Palliativmedizin bieten wir im August eine 40-stündige Kurs-Weiterbildung Palliativmedizin nach dem (Muster-) Kursbuch Palliativmedizin der Bundesärztekammer an. Sind Sie KVH-Mitglied? Jetzt anmelden

Ansprechpartner

Antragsverfahren

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68847
antragsverfahren(at)kvhessen(.)de

Abrechnung

Die KVH informiert ihre Mitglieder über die Abrechnung von Kassenleistungen in hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen  und speziell zur Palliativmedizin.

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