In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die neurophysiologische Übungsbehandlung brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Neurophysiologische Übungsbehandlung

Die neurophysiologische Übungsbehandlung ist eine spezielle Form der Krankengymnastik (sensomotorische Übungsbehandlung). Sie wird bei Erkrankungen angewendet, die das zentrale und / oder periphere Nervensystem betreffen und mit Bewegungsstörungen verbunden sind. Ziel ist es, den Bewegungsablauf durch ein optimales Zusammenspiel von Nerv und Muskel zu verbessern.

Folgende Fachärzte dürfen Leistungen ohne Genehmigung berechnen:

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Phoniatrie und Pädaudiologie
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Neurologie
  • Neurochirurgie
  • Nervenheilkunde
  • Orthopädie
     

Folgende Ärzte dürfen Leistungen nur mit einer Genehmigung berechnen:

  • Vertragsärzte, die eine entsprechende Zusatzqualifikation (siehe nächster Absatz)

    oder
     
  • eine besondere Zusatzqualifikation (siehe nächster Absatz) entsprechender nichtärztlicher Mitarbeiter (Krankengymnasten, Heilpädagogen, Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten mit Qualifikation entsprechend der der Vertragsärzte)

    nachweisen können.

Erfolgreich abgeschlossener spezieller Weiterbildungskurs zu sensomotorischen Übungsbehandlungen (wie PNF, Vojta, Bobath, Frostig, Kabat, Kaphart) mit Abschlussprüfung beziehungsweise Zertifikat bei einem Ausbildungs- oder Fortbildungszentrum, das auch von den Krankenkassen anerkannt wird. Die Weiterbildung für die Behandlung von Kindern soll mindestens 300 Unterrichtseinheiten umfassen; die für die Behandlung von Erwachsenen mindestens 120 Unterrichtseinheiten.

Vertragsärzte müssen ihre eigene Zusatzqualifikation nachweisen. Für nichtärztliche Mitarbeiter ist deren Qualifikation und Anstellung nachzuweisen.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie nicht zu den genannten Fachrichtungen gehören (siehe „Wer kann die Genehmigung erhalten“) und neurophysiologische Übungsbehandlung als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

zuletzt aktualisiert am: 17.09.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Bianca Klameth-Mährlein

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6646
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.7(at)kvhessen(.)de

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