In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie den Einsatz einer Nicht-Ärztlichen Praxisassistenz (NäPa) brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Nicht-Ärztliche Praxisassistenz (NäPa) in der Hausarztpraxis

Einige seiner Aufgaben kann ein Arzt delegieren. So übernimmt beispielsweise die Nicht-ärztliche Praxisassistenz (NäPa) für Hausärzte selbstständig Haus- und Pflegeheimbesuche, bei denen der direkte Arztkontakt nicht medizinisch notwendig ist.

An der hausärztlichen Versorgung teilnehmende Praktische Ärzte und Fachärzte für:

  • Allgemeinmedizin
  • Innere Medizin und Allgemeinmedizin
  • Innere Medizin ohne Schwerpunktbezeichnung

In den letzten vier Quartalen vor Antragsstellung Mindestpatientenzahlen von durchschnittlich

  • 700 Behandlungsfällen je Hausarzt mit voller Zulassung und Quartal oder
  • 120 Behandlungsfällen je Hausarzt bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind

Qualifikationsvoraussetzungen der NäPa:

  • Tätigkeit von mindestens 20 Wochenstunden in der Praxis
     
  • Nachweis über einen qualifizierten Berufsabschluss (gemäß Verordnung über Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten / Arzthelfer oder dem Krankenpflegegesetz)
  • Mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer haus- oder fachärztlichen Praxis
     
  • Nachweis über eine Zusatzqualifikation gemäß § 7 der Delegations-Vereinbarung

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Nicht-Ärztliche Praxisassistenten für gesetzlich Versicherte einsetzen und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antragbei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

  • Jährliche Überprüfung der erforderlichen Mindestpatientenfallzahl (siehe oben: „Welche zusätzlichen fachlichen Voraussetzungen brauche ich?“)
     
  • Jährlicher Nachweis über die Beschäftigung der NäPa
     
  • Alle drei Jahre: Nachweis über die Wiederholung der Fortbildung „Notfallmanagement“.
  • Vereinbarung über die Erbringung ärztlich angeordneter Hilfeleistungen in der Häuslichkeit der Patienten, in Alten- oder Pflegeheimen oder in anderen beschützenden Einrichtungen gem. § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V oder in hausärztlichen Praxen (Delegations-Vereinbarung).

 

zuletzt aktualisiert am: 14.09.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Antje Andres

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6584
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.6(at)kvhessen(.)de

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