In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Holmium-Laserenukleation (HoLEP), Holmium-Laserresektion (HoLRP) und Thulium-Laserresektion (TmLRP) und weniger invasive Therapien brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Laserbehandlung bei benignem Prostatasyndrom (bPS)

Mit den Verfahren Holmium-Laserenukleation (HoLEP), Holmium-Laserresektion (HoLRP), Thulium-Laserenukleation (TmLEP), Thulium-Laserresektion (TmLRP) sowie der Photoselektiven Vaporisation der Prostata (PVP) wird das benigne Prostatasyndrom (bPS) behandelt. Diese Verfahren zählen zu den nebenwirkungsärmeren und weniger invasiven Therapien.

Belegärztlich tätige Fachärzte für Urologie.

Wenn Sie nur ein Verfahren beantragen (nach § 3 Abs. 1 Punkt 2 a):

  • Nachweis, dass Sie mindestens 40 Laserbehandlungen bei bPS im beantragten Verfahren unter Anleitung eines entsprechend qualifizierten Arztes durchgeführt haben bei Beantragung des Holmium- oder Thulium-Laserverfahrens unter Anwendung resezierender und enukleierender Techniken.

Wenn Sie mehrere Verfahren beantragen(nach § 3 Abs. 1 Punkt 2 b):

  • Nachweis, dass Sie mindestens 50 Laserbehandlungen, davon mindestens zehn in jedem beantragten Verfahren, unter Anleitung eines entsprechend qualifizierten Arztes durchgeführt haben bei Beantragung des Holmium- oder Thulium-Laserverfahrens unter Anwendung resezierender und enukleierender Techniken.

Wenn Sie bereits eine Genehmigung der KVH für eines der Verfahren nach der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) bei bPS haben und nachträglich ein zusätzliches Verfahren beantragen (nach § 3 Abs. 1 Punkt 2 c):

  • Nachweis, dass Sie mindestens zehn Laserbehandlungen in diesem zusätzlich beantragten Verfahren unter Anleitung eines entsprechend qualifizierten Arztes durchgeführt haben bei Beantragung des Holmium- oder Thulium-Laserverfahrens unter Anwendung resezierender und enukleierender Techniken.

Zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms mittels Laser müssen organisatorische, räumliche und apparative Voraussetzungen erfüllt werden (siehe §§ 4, 5 und 8 der Qualitätssicherungsvereinbarung bei bPS).

Da der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bei der Behandlung die Nachbeobachtung und die Möglichkeit zur intensivmedizinischen Notfallversorgung vorgegeben hat, haben die Partner des Bundesmantelvertrags festgelegt, dass die Behandlung im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung in belegärztlichen Abteilungen von Krankenhäusern erfolgen muss.

Bitte reichen Sie dazu mit Ihrem Antrag die ausgefüllten Anlagen Gewährleistung, OP-Nutzung und Kooperation ein.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie die Behandlung des benignen Prostatasyndroms mittels Laser als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antragbei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Wer bereits eine Genehmigung der KVH für eines der Verfahren hat und nachträglich ein zusätzliches anbieten und abrechnen möchte, stellt dazu einen Erweiterungsantrag und weist die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

  • Anforderungen an die ärztliche Dokumentation nach § 6 QSV:
    Die Indikation und Durchführung der Laser-Behandlung bei bPS (einschließlich des angewendeten Laserverfahrens) müssen mindestens mit den Angaben nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 QSVdokumentiert werden.
     
  • Die Protokolle über die sicherheitstechnischen Kontrollen gemäß § 6 Abs. 3 MPBetreibV müssen gemäß deren Fristen aufbewahrt und auf Verlangen vorgelegt werden.
     
  • Wenn zum 31. Dezember des Vorjahres bundesweit mehr als zehn Genehmigungen vorlagen, müssen abrechnende Ärzte eine elektronische Jahresstatistik führen. Für jedes Laserverfahren und alle damit durchgeführten Laserbehandlungen ist dann eine zusammenfassende Jahresstatistik in elektronischer Form zu erstellen (nach § 1 sowie § 7 Absatz 1 Nummern 1 bis 10  QSVin Verbindung mit Anlage 1 QSV). Die Daten sind jeweils bis zum 31. März des Folgejahres bei der Datenannahmestelle einzureichen. Die Verpflichtung zur Jahresstatistik wird gesondert durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bekannt gegeben.

Einzelfallprüfung durch Stichproben (Dokumentationsprüfung)

  • Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zu nicht-medikamentösen, lokalen Verfahren zur Laserbehandlung des benignen Prostatasyndroms (bPS) (QSV).
zuletzt aktualisiert am: 26.11.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Beate Hartmann

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6551
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.1(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Stefanie Gilmer

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6354
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.1(at)kvhessen(.)de

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