In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Koloskopie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Koloskopie

Bei der Koloskopie wird der Dickdarm mit einem Endoskop untersucht, das mit Kamera und Licht ausgestattet und an einem langen, dünnen, flexiblen Schlauch befestigt ist. Es wird auch Koloskop oder Kolonoskop genannt. Wenn nötig können durch das Koloskop Instrumente eingeführt werden, um Gewebeproben der Darmschleimhaut zu entnehmen oder Polypen zu entfernen.

Fachärzte für

  • Innere Medizin mit Schwerpunkt „Gastroenterologie“
     
  • Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzbezeichnung „Kinder-Gastroenterologie“
     
  • Kinder- und Jugendmedizin mit einer mindestens 18-monatigen Weiterbildung an einer weiterbildungsbefugten Ausbildungsstätte im Bereich Kinder-Gastroenterologie
     
  • Kinderchirurgie
     
  • Visceralchirurgie, sofern der Arzt nach dem Weiterbildungsrecht zur Durchführung von Koloskopien berechtigt ist

Innerhalb von zwei Jahren vor Antragstellung: Selbstständige Indikationsstellung, Durchführung und Bewertung von 200 Koloskopien und 50 Polypektomien / 100 Koloskopien (Kinderärzte und Kinderchirurgen) unter Anleitung eines zur Weiterbildung befugten Arztes.

Zur Koloskopie müssen apparative Voraussetzungen erfüllt werden (siehe § 5 der Qualitätssicherungsvereinbarung Koloskopie).

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Koloskopie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Anforderungen an die schriftliche und bildliche Dokumentation (Einzelheiten regelt § 6 Qualitätssicherungsvereinbarung Koloskopie). Darüber hinaus muss die Früherkennungs-Koloskopie elektronisch über den Qualitätssicherungsbogen Vorsorge-Koloskopie dokumentiert werden.

  • Hygieneprüfung: Nachweis über die Hygieneprüfung durch ein anerkanntes Institut pro Kalenderhalbjahr
     
  • Einzelfallprüfung durch Stichproben (Dokumentationsprüfung): Jährlich werden alle abrechnenden Ärzte hinsichtlich ihrer Dokumentation von 20 totalen Koloskopien geprüft, davon fünf Polypektomien.
     
  • Frequenzregelung: jährlicher Nachweis von 200 totalen Koloskopien und zehn Polypektomien (gilt nicht für Kinderärzte)
     
  • Evaluation: separate Evaluation der Früherkennungskoloskopie
zuletzt aktualisiert am: 14.10.2019

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Antje Andres

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6584
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.6(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen