In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Computertomographie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Invasive Kardiologie

Die Invasive Kardiologie umfasst alle im Herzkatheterlabor durchgeführten Untersuchung und therapeutischen Maßnahmen. Dabei wird ein Herzkatheter über die großen Gefäße in die Herzhöhlen oder Herzkranzgefäße eingebracht.

  • Fachärztet für Innere Medizin mit Schwerpunktbezeichnung Kardiologie
  • dreijährige kontinuierliche und ganztägige Tätigkeit in der invasiven Kardiologie unter Anleitung*
  • selbstständige Indikationsstellung, Durchführung und Befundung von 1.000 diagnostische Katheterisierungen des linken Herzens, der Koronararterien und der herznahen großen Gefäße unter Anleitung* innerhalb der letzten 4 Jahre und von 300 therapeutische Katheterinterventionen an Koronararterien unter Anleitung* innerhalb der letzten 3 Jahre
  • Vorliegen der Fachkunde im Strahlenschutz

*Anleitung durch einen Arzt, der nach Weiterbildungsordnung in vollem Umfang für die Weiterbildung im Schwerpunkt Kardiologie befugt ist

Gegenstand des Verfahrens der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung „PCI und Koronarangiographie“ sind sowohl Prozess- als auch Ergebnisqualität. Dabei stützt sich das Verfahren auf zwei Datenquellen: Fallbezogene Dokumentation durch den Arzt sowie Sozialdaten, die bei den Krankenkassen vorliegen. Die Verwendung der Sozialdaten hat den Vorteil, dass sie den Dokumentationsaufwand für die Ärzte reduziert und der Behandlungsprozess beziehungsweise der Krankheitsverlauf eines Patienten zu unterschiedlichen Zeitpunkten (Follow-up) und über Sektorengrenzen hinweg betrachtet werden kann. Als weitere Datenquelle kommt voraussichtlich ab 2021 eine Patientenbefragung hinzu.

Unter „Downloads SQS“ stellt die KVH Ärzten zusammengefasste Informationen zu dem neuen Verfahren zur Verfügung.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Invasive Kardiologie als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antragbei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Frequenzregelung:
jährlich 150 Linksherzkatheterisierungen (bei Genehmigung zu therapeutischen Katheterisierungen davon mindestens 50 therapeutische Katheterisierungen)

zuletzt aktualisiert am: 20.05.2020

Fragen zur SQS?

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Qualitätssicherung Radiologie

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt am Main

Tel 069 24741-7300
Fax 069 24741-68832
qs.radiologie(at)kvhessen(.)de

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