In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Versorgung Jugendlicher und Erwachsener mit Hörgeräten brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Hörgeräte für Jugendliche und Erwachsene

Schwerhörige Patienten können mit Hörgeräten versorgt werden. Ziel der dazugehörigen Qualitätssicherungsvereinbarung ist es, dass jugendliche und erwachsene Patienten nach aktuellem Stand der medizinischen Wissenschaft behandelt werden.

Fachärzte für

  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Phoniatrie und Pädaudiologie (Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen)
  • Selbstständige Indikationsstellung nach Ausschluss zentraler Hörstörungen und Durchführung von mindestens 20 Hörtests zur Hörgeräteversorgung unter Anleitung eines zur Weiterbildung befugten Arztes einschließlich Validierung des Versorgungserfolges innerhalb der letzten fünf Jahre vor Antragstellung
     
  • Theoretische Kenntnisse der Diagnostik, Therapie und Versorgung von Hörstörungen sowie Kenntnisse über die aktuelle Hörgerätetechnik in Bezug auf die audiologischen Befunde durch die Erlangung von zehn Fortbildungspunkten innerhalb von zwei Jahren vor Antragstellung

Für die Hörgeräteversorgung Jugendlicher und Erwachsener müssen organisatorische, räumliche und apparative Voraussetzungen erfüllt werden (§§ 4 und 6 der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) Hörgeräteversorgung).

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Hörgeräteversorgung als Leistung für gesetzlich versicherte Jugendliche und Erwachsene anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Einzelheiten regelt § 7 QSV Hörgeräteversorgung. Angaben zur Hörgeräteverordnung und -abnahme erfolgen elektronisch nach Anlage 1 und mit Dokumentationsinhalten nach Anlage 2 (Ergänzungsblatt e-Doku).

  • Sie müssen nachweisen, dass die eingesetzten Geräte mindestens einmal jährlich messtechnisch kontrolliert wurden.
     
  • Sie müssen nachweisen, dass Sie sieben Fortbildungspunkte innerhalb von zwei Jahren erworben haben über theoretische Kenntnisse in Diagnostik, Therapie und Versorgung von Hörstörungen sowie Kenntnisse über aktuelle Hörgerätetechnik in Bezug auf audiologische Befunde (siehe § 8 QSV Hörgeräteversorgung).

Info zu Hilfsmitteln

zuletzt aktualisiert am: 14.09.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Heike Sentner

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6649
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.5(at)kvhessen(.)de

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