In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die PreP brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP)

Eine HIV-Infektion ist eine lebenslange, bislang nicht heilbare und unbehandelt potenziell lebensbedrohliche Infektion. Die orale HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist eine Methode zur Prävention einer HIV-Infektion. Sie ergänzt eine effektive Präventionsstrategie. Das Ziel: Die Raten der HIV-Neuinfektionen senken.

Seit 1. September 2019: Neue Gebührenordnungspositionen (GOP) 01920, 01921 und 01922 in Abschnitt 1.7.8. des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM): für Versicherte, die das 16. Lebensjahr vollendet und ein substantielles HIV-Risiko haben. Wer die neuen GOP 01920, 01921 und 01922 abrechnen möchte, muss sich dies zuvor von der KVH genehmigen lassen.

Fachärzte für

  • Allgemeinmedizin
  • Innere Medizin
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Urologie
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • mindestens 16-stündige Hospitation in einer ambulanten oder stationären Einrichtung zur medizinischen Betreuung von HIV-/Aids-Patienten,
     
  • Nachweis von fachlicher Kompetenz durch die Präsenz bei der Behandlung von mindestens 15 Personen mit HIV/Aids und/oder PrEP; dies kann im Rahmen bisheriger Berufstätigkeit der genannten Hospitation erfolgen und durch entsprechende Zeugnisse oder Hospitationsbescheinigungen belegt werden,
     
  • theoretische Kenntnisse im Bereich „HIV/Aids“ und sexuell übertragbare Infektionen durch Erlangung von acht Fortbildungspunkten innerhalb eines Jahres vor Antragsstellung. Hospitationen können hierbei nicht angerechnet werden.

Ausnahme: Wenn Sie über eine Genehmigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids verfügen, müssen Sie keine Nachweise erbringen.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie PrEP als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antragbei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Nachweise

  • über die selbstständige Betreuung von jährlich durchschnittlich zehn Personen mit PrEP,
     
  • von jährlich acht erworbenen Fortbildungspunkten im Bereich HIV/Aids und PrEP. Die Hälfte der zu erwerbenden Fortbildungspunkte ist durch präsenzpflichtige Fortbildungsmaßnahmen zu erwerben.

Ausnahme: Wenn Sie über eine Genehmigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids verfügen, müssen Sie keinen weiteren Nachweis zur Aufrechterhaltung der fachlichen Befähigung erbringen.

  • Vereinbarung über die HIV-Präexpositionsprophylaxe zur Prävention einer HIV-Infektion Anlage 33 zum BMV-Ä
zuletzt aktualisiert am: 17.09.2019

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Sabine Kühn

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6610
Fax 069 24741-68816
qs.substitution(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Heike Morbitzer

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6606
Fax 069 24741-68816
qs.substitution(at)kvhessen(.)de

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