In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die spezialisierte geriatrische Diagnostik brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Geriatrie

Die spezialisierte geriatrische Diagnostik dient älteren Patienten, die aufgrund der Art, Schwere und Komplexität ihrer Erkrankung besonders versorgt werden müssen. Anhand von Assessmentverfahren werden etwa die Selbstversorgungsfähigkeit des Patienten, Mobilität, Kognition, Emotion, Ernährung, Schmerz und instrumentelle Aktivitäten erfasst. Der Arzt ermittelt relevante Kontextfaktoren mithilfe eines Sozialassessments, das zum Beispiel das soziale Umfeld, Wohnumfeld, häusliche und außerhäusliche Aktivitäten sowie Pflege- und Hilfsmittelbedarf berücksichtigt. Um Funktionsstörungen und Risiken des Patienten zu erkennen, können weitere syndrombezogene geriatrische Untersuchungen oder vertiefende Verfahren angewendet werden. Die Syndrome werden bewertet und ein Behandlungsplan erstellt. Informationen dazu gibt es auch in der Praxisinformation spezialisierte geriatrische Diagnostik der KBV.

Vertragsärzte mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie sowie Fachärzte für:

  • Innere Medizin
  • Allgemeinmedizin (Hausarzt)
  • Neurologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Innere Medizin und Geriatrie
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Nervenheilkunde

Voraussetzung ist die Zusatzbezeichnung Geriatrie oder:

Fachärzte für Innere Medizin, Allgemeinmedizin (Hausarzt), Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie:

  • die Schwerpunktbezeichnung Geriatrie oder
     
  • fakultative Weiterbildung Klinische Geriatrie (Weiterbildungsordnung vor 2003)
     

Fachärzte für Nervenheilkunde, für Physikalische und Rehabilitative Medizin:

  • fakultative Weiterbildung Klinische Geriatrie (Weiterbildungsordnung vor 2003)
     

Fachärzte für Innere Medizin, Allgemeinmedizin (Hausarzt) sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin:

  • Behandlung von 100 Patienten nach § 2 der Vereinbarung nach §118a SGB V im Jahr vor der Antragsstellung
     
  • besondere geriatrische Qualifikation mit einem Umfang von 160 Stunden
     
  • fünf Jahre vertragsärztliche Berufserfahrung
     
  • Nachweis einer ärztlichen Tätigkeit von zwölf Monaten in einer medizinisch-geriatrischen Einrichtung unter Anleitung eines Geriaters oder Arztes mit fachlicher Befähigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezialisierte geriatrische Diagnostik. Der Antrag kann bereits nach einer Tätigkeit von sechs Monaten in der Einrichtung gestellt werden, wenn der Antragsteller sich verpflichtet, die restliche Zeit innerhalb der nächsten vier Jahre nach Genehmigungserhalt in der Einrichtung nachzuweisen.

Um spezialisierte geriatrische Diagnostik abrechnen zu können, müssen Sie mit weiteren Berufsgruppen kooperieren. Weiterhin sind organisatorische und räumliche Voraussetzungen zu erfüllen.

Die Einzelheiten regeln § 4 bis § 7 der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezialisierte geriatrische Diagnostik.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie spezialisierte geriatrische Diagnostik als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Fortbildungen / Qualitätszirkel: Der Erwerb von zweijährlich 48 Fortbildungspunkten zu altersassoziierten Krankheiten, Syndromen und Versorgungsformen ist regelmäßig nachzuweisen.

zuletzt aktualisiert am: 19.09.2018

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Miriam Beck

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6586
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.10(at)kvhessen(.)de

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