In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Botoxtherapie brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Botoxtherapie

Das Nervengift Botulinumtoxin Typ A (BTX-A) wird unter anderem eingesetzt, um überaktive Blasen zu therapieren.

Fachärzte für

  • Gynäkologie
  • Urologie

Nachweis der jährlichen Teilnahme an von der Landesärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von mindestens acht Continuing Medical Education (CME)-Punkten.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie die Botoxtherapie bei Blasenfunktionsstörung als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen formlosen Antrag bei der KVH: Ein Schreiben mit der Bitte um Genehmigung und dem geforderten Nachweis an das Team Antragsverfahren reicht aus. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Das verwendete Botulinumtoxin-A mit dem enthaltenen Arzneimittel Botox ist für die Indikationsbereiche der idiopathisch überaktiven Blase und Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität zugelassen. Die Kosten für das zu verwendende Arzneimittel Botox trägt die Krankenkasse des Patienten. Dazu stellen Sie Ihrem Patienten ein Rezept aus, das in der Apotheke eingelöst werden kann. Alternativ können Sie das Arzneimittel beschaffen und bekommen die Kosten erstattet.

Die Leistungen zur Botoxtherapie sowie die bestehenden GOP 08311, 26310 und 26311 (Zystoskopien), die in derselben Sitzung mit den neuen Zuschlägen (GOP 08312 oder 26316) erbracht werden, werden extrabudgetär vergütet.

 

Überblick der GOP im Abschnitt 8.3 (Gynäkologie) und Abschnitt 26.3 (Urologie)

GOPGOPKurzbeschreibungWert

08312

26316

Transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin als Zuschlag zu den GOP 08311/26310 und 26311

Je vollendete zehn Minuten

Höchstens fünfmal je Sitzung

Höchstens 15-mal im Krankheitsfall

30,52 €*

(282 Punkte)

08313

26317

Beobachtung eines Patienten im Anschluss an die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin als Zuschlag zu den GOP 08312 / 26316

Beobachtung für mindestens 30 Minuten

Einmal am Behandlungstag

Höchstens dreimal im Krankheitsfall

15,48 €*

(143 Punkte)

40161

40161Sachkostenpauschale bei transurethraler Therapie mit Botulinumtoxin für die eingesetzten zystoskopischen Injektionsnadeln, -kanülen oder -katheter

45,00 €

* gemäß bundeseinheitlichem Orientierungspunktwert 2019 (10,8226 Cent)

zuletzt aktualisiert am: 31.07.2019

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Antragsverfahren

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68847
antragsverfahren(at)kvhessen(.)de

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