In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Apherese brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Apherese als extrakorporales Hämotherapieverfahren

Die therapeutische Apherese ist eine Methode, mit der extrakorporal (also außerhalb des Körpers) pathogene (krankmachende) Bestandteile aus dem Blut oder Blutplasma des Patienten entfernt werden. Umgangssprachlich wird sie auch als Blutwäsche oder Blutreinigungsverfahren bezeichnet. Sind die pathogenen Substanzen entfernt, wird das „gereinigte“ Blut wieder zurückgeführt. Die LDL-Apherese spielt eine besondere Rolle bei der Behandlung der koronaren Herzerkrankung, wenn diese durch eine Hypercholesterinämie verursacht wird und diätetisch oder medikamentös nicht beherrschbar ist: Durch die Reinigung von drei Litern Blut (Plasma) wird der Cholesteringehalt (LDL) im Blut auf Werte gesenkt, die eine weitere Gefäßverkalkung verhindern sollen.

Niedergelassene, ermächtigte und angestellte Fachärzte, Sicherstellungsassistenten und Vertreter mit Facharztbezeichnung

  • Innere Medizin und Nephrologie
  • Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Nephrologie
  • Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzbezeichnung Kinder-Nephrologie (für ergänzende Immunapheresen bei aktiver rheumatoider Arthritis sind zusätzlich Zeugnis oder Bescheinigung über Erfahrungen in der Diagnostik und Behandlung von rheumatoider Arthritis nach Indikationsstellung gemäß § 3 Absatz 3 Anlage I Nr. 1 Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung vorzulegen)
  • anderer Fachgebiete, die laut (Muster-) Weiterbildungsordnung therapeutische Apheresen durchführen dürfen (vorzulegen sind differenzierte Zeugnisse oder Bescheinigungen, aus denen Erfahrungen in der indikationsspezifischen Diagnostik und Behandlung zum beantragten Verfahren und der Behandlung von apheresetypischen Komplikationen hervorgehen, siehe § 3 Anlage I Nr. 1 Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung).

Zur Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung.

 

Für die Genehmigung zur Apherese müssen apparativ-technische Voraussetzungen erfüllt werden (siehe Medizinproduktgesetz Klasse IIb und Medizinbetreiberverordnung). Der Nachweis erfolgt durch Bestätigung der Hersteller-, Liefer- oder Servicefirma und durch eigene Angaben des Antragstellers.

Wie erhalte ich die Genehmigung?

Wenn Sie Apherese als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Haben sie die allgemeine Genehmigung zur Abrechnung erhalten, müssen sie immer, wenn sie einen Patienten mit Apherese behandeln möchten, eine Genehmigung der KVH einholen (sowohl bei der ersten als auch zu jeder weiteren Behandlung) und gleichzeitig der Krankenkasse des Patienten bestimmte Daten übermitteln, zum Beispiel mit dem Muster-Meldebogen. Details sind in den FAQ Apherese erklärt. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.

Welche Leistungen sie nach der Genehmigung abrechnen können, hat die KVH ihren Mitgliedern in der Liste genehmigungspflichtiger Leistungen (GELE-Liste) zusammengefasst.

Einzelfallprüfung durch Stichproben (Dokumentationsprüfung):
Der Arzt muss die Indikationsstellung für jeden Einzelfall dokumentieren und pseudonymisiert bei der KVH beantragen. Diese leitet die Anträge zur Beurteilung an die beratende Kommission weiter.

zuletzt aktualisiert am: 12.11.2019

Abrechnung

Schon gesehen? Die KVH informiert ihre Mitglieder auch über die Abrechnung von Kassenleistungenin hessischen Vertragsarzt- und -psychotherapeutenpraxen sowie über aktuelle EBM-Änderungen.

Ansprechpartner

Maria Kazantsidou

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6522
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.3(at)kvhessen(.)de

Ansprechpartner

Melanie Majarian

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-6675
Fax 069 24741-68819
qs.fb1.3(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen