Aktuell breitet sich die Infektion Coronavirus SARS-CoV-2 im Krisengebiet der Region Hubei in Zentralchina weiter aus. Die Zahl der aus China offiziell berichteten Fälle steigt täglich um circa 3.000, wobei die Belastbarkeit dieser Zahlen international diskutiert wird. Es wird von einer deutlichen Unterschätzung ausgegangen, so dass auch die rechnerische Quote letaler Verläufe mit circa 2,2 Prozent deutlich überschätzt sein dürfte. Sie liegt außerhalb Chinas im Bereich von 0,4 Prozent. Außerhalb Chinas sind inzwischen knapp 700 Fälle bestätigt (in Europa 45; hiervon 16 in Deutschland). Nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden besteht in Deutschland weiterhin ein geringes Risiko für eine Ausbreitung der Infektion.

Coronavirus: mit Verdachtsfällen umgehen

Im Bereich der ambulanten Versorgung sollten Vorkehrungen getroffen werden, die gegebenenfalls einen sicheren Umgang mit Verdachtsfällen gewährleisten.

Wir bitten unsere Mitglieder, die folgenden Informationen und Hinweise unbedingt zu beachten und aktualisieren sie bei neuen Erkenntnissen.

    Maßnahmen bei Verdachtsfällen

    Bei Patienten, die sich mit der Fragestellung einer möglichen 2SARS-CoV-2-Infektion in Praxen oder Notdienstzentralen vorstellen, sind folgende Maßnahmen durchzuführen.

    • Klären Sie, ob es sich um einen begründeten Verdacht handelt. Hierbei sind die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Kriterien anzuwenden.
    • Bei begründetem Verdacht leiten Sie unverzüglich Maßnahmen zum Infektionsschutz ein. Je nach örtlichen Gegebenheiten möglichst Separation des Patienten mit Anlegen eines Mundschutzes, Abstand zum Patienten mindestens ein Meter, Schutzkleidung für das betreuende medizinische Personal (Schutzkittel, Handschuhe, mindestens FFP2-Maske, Schutzbrille).
    • Bereits bei begründetem Verdacht müssen Sie dies unverzüglich an das zuständige Gesundheitsamt melden und das weitere Prozedere abstimmen (Indikation zur Testung, häusliche Quarantäne, vorsorgliche stationäre Aufnahme oder ähnliches).
    • Eine stationäre Einweisung ist grundsätzlich nur gerechtfertigt, wenn der klinische Zustand des Patienten dies erforderlich macht. Es wird empfohlen, dies unbedingt mit dem Gesundheitsamt abzusprechen.
    • Bei asymptomatischen Personen, die als Kontaktpersonen identifiziert wurden, spricht das Gesundheitsamt Anordnungen zur Isolierung/Quarantäne aus. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist in diesem Fall nicht auszustellen.

    Personen zur weiteren diagnostischen Abklärung identifizieren

    Das RKI hat folgende Kriterien zur Identifikation von Personen, die einer weiteren diagnostischen Abklärung bedürfen, veröffentlicht:

    Eine spezifische Untersuchung (PCR) auf eine Erkrankung durch SARS-CoV-2 muss durchgeführt werden bei:

    • Personen mit respiratorischen Symptomen, unabhängig von deren Schwere, und Kontakt mit einem bestätigten Fall mit SARS-CoV-2 innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
    • Personen mit klinischem oder radiologischem Hinweis auf eine akute Infektion der unteren Atemwege und Reise oder Wohnort im Risikogebiet (chinesische Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan und den Städten Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang – die Definition der Risikogebiete ist aktuell auf den Internetseiten des RKI hinterlegt) innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.

    Weitere Informationen: Schema des RKI zur Verdachtsabklärung und aktuelle Falldefinition.

    Die PCR aufSARS-CoV-2 kann seit 1. Februar 2020 von Laborärzten mit entsprechender Genehmigung abgerechnet werden (Infos zur Abrechnung). Die Abrechenbarkeit ist jedoch beschränkt auf Fälle, die den RKI-Kriterien entsprechen. Die PCR-Diagnostik soll unbedingt auf diesen Personenkreis beschränkt bleiben. Von einer Diagnostik zur Beruhigung von Personen ohne begründeten Verdacht ist abzusehen (auch nicht als IGeL; cave Meldepflicht!).

    Vorgehen bei der Probengewinnung

    1. Naso-/Oropharynx-Abstrich sowie, falls möglich, Sputum sind ausreichend. Auf Proben aus den tiefen Atemwegen kann nach neueren Erkenntnissen verzichtet werden.
    2. Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden („Virustupfer“ mit entsprechendem Transport-Medium oder notfalls trockene Tupfer mit kleiner Menge NaCl-Lösung; kein Agar-Tupfer).
    3. Vor Versand der Abstriche ist zu klären, ob das adressierte Labor die Diagnostik durchführen kann. Die virologischen Labore der Universität Marburg und der Universitätsklinik Frankfurt stehen generell für die Diagnostik zur Verfügung.
    4. Über das Ergebnis der PCR muss das Gesundheitsamt unverzüglich informiert werden.

    Influenza-Schnelltest: Die von einigen Gesundheitsämtern inzwischen veröffentlichte Forderung nach einem Influenza-Schnelltest als erste Maßnahme zur Abklärung ist in der ambulanten Versorgung nicht umsetzbar. Der Schnelltest ist keine GKV-Leistung. Sollten Gesundheitsämter den Schnelltest dennoch einfordern, kann er nur erbracht werden gegen Kostenerstattung (GOÄ) durch das beauftragende Gesundheitsamt.

    zuletzt aktualisiert am: 17.02.2020

    PCR abrechnen

    Die PCR auf 2019-nCoV kann seit 1. Februar 2020 von Laborärzten mit entsprechender Genehmigung abgerechnet werden.

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