Ärzte können die Versorgungsplanung für Patienten in der letzten Lebensphase in Pflegeheimen abrechnen. Dafür müssen sie die Vorgaben der Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V beachten.

Versorgungsplanung: Mit Berater kooperieren & abrechnen

Pflegeheime können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Wenn Haus- und Fachärzte in die Beratung mit einbezogen werden, können sie die Gebührenordnungsposition (GOP) 37400 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen. Voraussetzung dafür ist die Kooperation mit einem qualifizierten Berater nach der Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V.

Die GOP 37400 (Abschnitt 37.4 EBM) ist 10,99 Euro wert (100 Punkte); bundeseinheitlicher Punktwert 2020 ist 10,9871 Cent. Sie kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden. Ärzte können die Leistung nur dann abrechnen, wenn sie sich mit einem qualifizierten Berater ausgetauscht haben. Der Austausch mit Angehörigen oder anderen Mitarbeitern der Einrichtung reicht für die Abrechnung der GOP 37400 laut Definition im EBM nicht aus.

Bei der Abrechnung der GOP 37400  geben Ärzte im freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) den Namen des Beraters an. Grund: Der EBM fordert einen Nachweis, dass der Arzt mit dem Berater des Patienten bei der Versorgungsplanung zusammengearbeitet hat.

Inhalt der GOP 37400 ist die Teilnahme (auch telefonisch oder per Video möglich) an einem patientenorientierten Beratungsgespräch, das der Berater durchführt sowie die Teilnahme an einer Fallbesprechung und/oder die Abstimmung der schriftlichen Patientenverfügung für Notfallsituationen mit dem Berater. Die Patientenverfügung erstellt der Berater, der betreuende Arzt unterschreibt sie. Nur ein Vertragsarzt kann die GOP 37400 im Behandlungsfall für die Zusammenarbeit mit dem Berater abrechnen.

Die gesundheitliche Versorgungsplanung soll die meist älteren Heimbewohner in der letzten Lebensphase und während des Sterbeprozesses unterstützen. Entsprechend qualifizierte Berater der Pflegeheime oder von Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung klären mit den Patienten die Vorstellungen über die Art, das Ausmaß und die Intensität von medizinischen und pflegerischen Maßnahmen und kommunizieren diese. Dabei sollen auch mögliche Notfallsituationen besprochen sowie Vorsorgeinstrumente wie eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht thematisiert und verfasst werden. Die Versorgungsplanung übernimmt ein Berater, den die Einrichtung bestimmt. Dieser tauscht sich mit dem behandelnden Arzt aus. Wenn die medizinischen Fragestellungen zu komplex sind und der Arzt persönlich am Beratungsprozess teilnehmen muss, erfolgt eine Fallbesprechung.

zuletzt aktualisiert am: 11.12.2019

Ansprechpartner

EBM-Hotline

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7777
ebm-hotline(at)kvhessen(.)de

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