Eine Frau sitzt vor einem Schreibtisch. Sie telefoniert mit einem Handy während sie Dokumente liest. © kupicoo

EBM-Änderung Juni 2022

Affenpocken: Labor veranlassen und Test abrechnen

Rückwirkend zum 1. Juni 2022 können Praxen die Abstrichentnahme bei einem Verdacht auf Affenpocken vornehmen und Fachärztinnen und Fachärzte für Labor rechnen die neue Pseudo-Gebührenordnungsposition (GOP) 88740 für den nukleinsäurebasierten Nachweis auf Affenpocken ab. Die Pseudo-GOP 88740 gibt es zunächst befristet bis zum 30. September 2022.

Test auf Affenpocken veranlassen

Ärztinnen und Ärzte entnehmen bei Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Affenpocken-Infektion die Probe aus einer Haut- oder Schleimhautläsion und beauftragen die Laboruntersuchung auf den Orthopoxvirus. Die Veranlassung nehmen sie auf dem Muster 10 (Labor-Anforderungsschein) vor. Ärztinnen und Ärzte, die die Laboruntersuchung veranlassen, rechnen ihre Versicherten- bzw. Grundpauschale ab.  

Laboruntersuchung auf Affenpocken vornehmen

Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie rechnen die Pseudo-GOP 88740 seit dem 1. Juni 2022 für den Nukleinsäurenachweis auf Affenpocken (Orthopoxvirus) ab. Die Befundmitteilung an die veranlassende Praxis erfolgt innerhalb von 24 Stunden nach Materialeingang im Labor.

Die Pseudo-GOP  ist mit 19,90 Euro bewertet und sie können sie bis zu dreimal im Behandlungsfall abrechnen. Die Pseudo-GOP ist befristet bis zum 30. September 2022.

Den Labortest auf Affenpocken können nur Fachärztinnen und Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie durchführen und abrechnen.

Mehr Informationen

Affenpocken sind eine seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch-zu-Mensch sind nach aktuellen Erkenntnissen ebenfalls möglich, vor allem bei engem Kontakt. Affenpocken werden ausgelöst durch das Affenpockenvirus Orthopoxvirus simiae. Erste Symptome der Krankheit sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich teils sehr schmerzhafte Hautveränderungen, welche die Stadien vom Fleck bis zur Pustel durchlaufen und letztlich verkrusten und abfallen. Bei den aktuell (seit Mai 2022) gemeldeten Fällen wurde auch ein Beginn bzw. die Beschränkung der Effloreszenzen im Urogenital- und Anal-Bereich berichtet. In Deutschland sind aktuell (Stand 21. Juni 2022) 469 Affenpockenfälle dem Robert-Koch-Institut (RKI) bekannt.

Ärztinnen und Ärzte finden umfangreiche Informationen zu Epidemiologie, Diagnostik und Umgang mit Probenmaterial, Infektionsschutzmaßnahmen, Therapie sowie Antworten auf häufige Fragen und weiterführende Links zum Thema Affenpocken beim Robert Koch-Institut.

 

    zuletzt aktualisiert am: 24.06.2022

    EBM-Begriffe verstehen

    Zu speziellen Begriffen im EBM haben unsere Mitglieder immer wieder Fragen. Die KVH hat kurz und knapp in einer Übersicht zusammengefasst, was sie bedeuten.

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