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Karriere

Bei Anruf Arzt - Einsätze planen für den ÄBD

08.11.2017

Misael Grgic ist Rettungssanitäter. Doch schweißtreibende Patiententransporte und mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen zu werden ist für ihn passé. Er hat das Lenkrad gegen ein Headset ausgetauscht und macht trotzdem, was ihm Spaß macht: Menschen helfen. Im Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Misael Grgic an seinem Arbeitsplatz auf der Feuerwache Frankfurt. „Ich bin Rettungssanitäter geworden, um Menschen zu helfen. Nur dass ich dafür eben nicht unbedingt im Rettungswagen sitzen muss.“

Wer die 116117 wählt, sucht medizinische Beratung oder Hilfe. „Anrufe aus Hessen gehen bei uns in der Zentrale ein. Wir hören zu, rufen in Notfällen den Rettungsdienst, beraten und übergeben dringende Hilfeersuchen an den zuständigen Arzt“, erklärt Grgic.

Neun Jahre war er im Rettungsdienst tätig, danach im ÄBD-Fahrdienst und ist nun froh, sich als Einsatzsachbearbeiter bei der KVH beworben zu haben. „Ich mache, was mir liegt, und habe körperliche Entlastung und planbare Einsätze in Vollarbeitszeit dazugewonnen.Und die Möglichkeit, meinen Schwerpunkt im Nacht- oder Tagdienst zu setzen“, so der 34-jährige Frankfurter.

Es sei natürlich eine Umstellung gewesen, vom Rettungs- in den Innendienst zu wechseln, doch er habe den Schritt bewusst getan und sei nicht enttäuscht worden: Neue Kollegen werden intensiv eingearbeitet, in Kommunikation, Konfliktmanagement und EDV geschult und von einem Coach an ihre Aufgabe herangeführt. „Das Arbeitsklima ist sehr gut und mir gefällt es, Schnittstelle zwischen Patient und Arzt zu sein“, sagt Grgic.

BERUFLICH WEITERENTWICKELN

Die Arbeitsbedingungen waren ein wichtiger Faktor für seinen Wechsel: Die KVH ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit einer professionellen Verwaltung. „Das merkt man auch an der Personalbetreuung“, so Grgic. „Hier kann ich mich beruflich weiterentwickeln und neue Bereiche kennenlernen. Hinzu kommen Jobticket, Zusatzversorgung und die Möglichkeit, ein Fitnessstudio zu nutzen.“ Die KVH ermöglicht Dienst zu ungewöhnlichen Zeiten, individuelle Schichtpläne und Teilzeit. Das sei beispielsweise für Eltern und Studenten attraktiv. Und die Stelle gestattet Menschen mit Handicap oder körperlichen Beschwerden, weiterhin in ihrem Beruf zu arbeiten.

ZUHÖREN, BEURTEILEN, ENTSCHEIDEN

An Wochenenden und Feiertagen ist die Zentrale schon mal mit 25 Kollegen besetzt: erfahrene Rettungs- und Notfallsanitäter, Gesundheits- und Krankenpfleger, medizinische Fachangestellte, Rettungsassistenten, Medizinstudenten. „Wir treffen jeden Tag zig Entscheidungen, die helfen oder Leben retten. Es ist eine große Verantwortung, den Anrufer nicht sehen zu können und trotzdem entscheiden zu müssen, ob und wie dringend er medizinische Hilfe braucht. Das fordert Menschenkenntnis, Stressresistenz, Besonnenheit und Empathie.“ Auch die Zusammenarbeit mit Bereitschaftsärzten, Rettungsdiensten, Leitstellen, Pflege- und Fachdiensten wie Giftnotrufzentrale oder Polizei machen die Arbeit vielfältig. „Man lernt quasi halb Hessen kennen. Außerdem gehören Telefon und PC jetzt zu meinen täglichen Arbeitsinstrumenten – nach fast einer Dekade im Rettungsdienst eine willkommene Abwechslung“, findet Grgic.

Unsere Dispositionszentrale

  • Medizinische Servicezentrale für alle medizinischen Anfragen in Hessen
  • 2 Standorte: Frankfurt, Kassel
  • 24-Stunden-Schichtbetrieb
  • 600.000 Hilfeersuchen im Jahr
  • Medizinische Beratung, Auskünfte, Aufnahme, Koordination und Disposition von Hausbesuchen
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