Eine Frau lächelt in die Kamera, während sie ein Magazin in den Händen hält.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

Termine an die TSS für Akutfälle melden

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie Sie bereits wissen, sollen Patient:innen mit akuten Gesundheitsproblemen über die 116117 beziehungsweise die Terminservicestelle (TSS) innerhalb von 24 Stunden einen Arzttermin erhalten. Dieser sogenannte „TSS-Akutfall“ geht auf das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zurück. Er ist für Patient:innen vorgesehen, bei denen ein Standardisiertes medizinische Ersteinschätzungsverfahren (SmED) ergibt, dass sie dringend, also innerhalb eines Tages, eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen sollten. Ob das der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD), die Notaufnahme oder die vertragsärztliche Versorgung ist, gibt SmED entsprechend vor.

Damit die TSS Patient:innen im TSS-Akutfall so zeitnah wie vorgesehen Termine vermitteln kann, ist sie insbesondere auf die Praxen angewiesen. Wir möchten Sie daher an dieser Stelle sensibilisieren und darum bitten, ausreichend Akuttermine an die TSS zu melden. Wie Sie das machen, erfahren Sie auf der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Das Gesetz sieht für den TSS-Akutfall eine zusätzliche Vergütung vor. Praxen erhalten alle Leistungen im Arztgruppenfall und damit im gesamten Quartal extrabudgetär vergütet sowie einen Zuschlag zur Versicherten- oder Grundpauschale in Höhe von 50 Prozent. Damit Sie das Geld auch erhalten, müssen die Fälle in der Abrechnung entsprechend gekennzeichnet werden.

So rechnen Sie ab

  • Damit alle Leistungen im Arztgruppenfall extrabudgetär vergütet werden, kennzeichnen Sie Ihre Abrechnung unter „Vermittlungsart“ als „TSS-Akutfall“.
     
  • Für die Abrechnung des Zuschlags geben Sie die arztgruppenspezifische GOP an.
     
  • GOP mit A kennzeichnen: Für den 50-prozentigen Zuschlag fügen Sie den Buchstaben A hinzu (z. B. Augenärzte: GOP 06228A). Den Rest übernimmt das Praxisverwaltungssystem (PVS): Es ersetzt die angegebenen GOP automatisch und nachvollziehbar für die Praxis durch die altersklassenspezifischen GOP für die Zuschläge zu den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen.

Sollten Patient:innen im Falle einer akuten Erkrankung bei ihrer Hausärztin/ihrem Hausarzt vorstellig werden und diese/dieser feststellen, dass eine dringende Behandlungsnotwendigkeit besteht, so ist die Ärztin/der Arzt nach dem TSVG verpflichtet, die Patient:innen direkt an eine Fachärztin/einen Facharzt zu vermitteln. Diese Leistung wird ebenfalls extrabudgetär mit rund zehn Euro vergütet.

Voraussetzungen sind

  • Medizinische Dringlichkeit: Der Termin muss innerhalb von vier Kalendertagen liegen, nachdem die Hausärztin/der Hausarzt festgestellt hat, dass sich Patient:innen bei einer Fachärztin/einem Facharzt vorstellen soll. Gezählt wird ab dem Folgetag.
     
  • Nicht in derselben Praxis: Die Fachärztin/der Facharzt, bei dem ein Termin vereinbart wird, darf nicht in derselben BAG oder demselben MVZ tätig sein wie die Hausärztin/der Hausarzt.

So rechnen Sie ab

  • GOP für Zuschlag angeben: Für den 10-Euro-Zuschlag zur Versichertenpauschale rechnen Sie die GOP 03008 bzw. GOP 04008 ab.
     
  • BSNR der Facharztpraxis angeben: Zusätzlich geben Sie bei der Abrechnung die Betriebsstättennummer (BSNR) der Praxis an, bei der Sie für die Patientin/den Patienten einen Termin vereinbart haben. Hierfür gibt es ein neues Feld „BSNR des vermittelten Facharztes" im PVS. Die BSNR der einzelnen Praxen finden Sie in der „Kollegensuche" im Sicheren Netz – auch erreichbar über die Telematikinfrastruktur.

Wichtig für Fachärzt:innen

  • 4-Tage-Frist seit Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt prüfen
     
  • Überweisungsschein im PVS anlegen (Original muss nicht an die KV geleitet werden) und als „HA-Vermittlungsfall“ kennzeichnen

Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns vorab!

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 29.06.2021

An alle ärztlichen Mitglieder der KVH

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Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
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