Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

Telematikinfrastruktur (TI): Fristen

Pflegepersonalstärkungsgesetz: verbindliche Fristen für den Anschluss an die TI

Sehr geehrte Damen und Herren
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ende Oktober 2018 haben wir Sie über die Überlegungen des Gesetzgebers informiert, über das Pflegepersonalstärkungsgesetz verbindliche, letzte Fristen für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) festzulegen. Am 9. November 2018 hat der Bundestag dem Gesetz zugestimmt. Damit besteht nun Planungssicherheit, auch wenn man sagen muss, dass der Gesetzgeber nun Ernst macht. Zwar konnten wir durch intensive Lobbyarbeit zumindest erreichen, die Frist für die verbindliche Bestellung noch ein weiteres Quartal nach hinten zu schieben und die Sanktionen bis zur Jahresmitte 2019 auszusetzen. Ansonsten hätten eine Bestellfrist bis zum Jahresende und anschließende Sanktionen gedroht. Diese Verschiebung ist also sicherlich erfreulich, wenn es auch tatsächlich nur um ein zusätzliches Quartal geht.

Nehmen Sie bitte aus diesem Schreiben vor allem diese beiden zentralen Botschaften mit:

  • Wenn Sie noch nicht bestellt haben, dann sollten Sie sich nun beeilen!
  • Wenn ein Anschluss bis zum 31. Oktober 2018 nicht möglich ist, zum Beispiel weil die Lieferung durch die Industrie nicht früher erfolgt, ist der 31.März 2019 nun die letzte Deadline für eine Bestellung, die Sie uns gegenüber nachweisen müssen. Wer danach bestellt, ist zu spät und wird in seinem Honorar gekürzt – so hat es der Gesetzgeber verfügt.

Was bedeutet das nun konkret für Sie?

Der Anschluss an die Telematikinfrastruktur muss bis zum 31. Dezember 2018 erfolgen. Die Praxen, die ab dem 1 Januar 2019 oder früher mindestens einen Versichertenstammdatenabgleich pro Quartal durchführen, müssen keine Honorarkürzung befürchten. Für diejenigen Praxen, die noch nicht bis zum Jahresende angeschlossen sind, hat der Gesetzgeber nun die Bestellfrist noch einmal um ein Quartal bis zum 31. März 2019 verlängert. Bei Praxen, die in dieser Zeit bestellen und dies gegenüber der KV nachweisen können, erfolgt keine Kürzung bis zum 30.06.2019. Der Anschluss selbst muss dann verbindlich im zweiten Quartal passieren, damit ab dem 1. Juli 2019 das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchgeführt werden kann.

Ansonsten verstehen wir den Willen des Gesetzgebers so, dass die KVen verpflichtet sind, Ihr Honorar ab dem 1. Januar 2019 in den Quartalen um ein Prozent zu mindern, in denen Sie nicht mindestens einen Versichertenstammdatenabgleich pro Quartal durchführen. Führen Sie beispielsweise im Quartal 4/18 und 2/19 je einen VSDM durch, im Quartal 1/19 aber nicht, dann erfolgt die Kürzung für das Quartal, in dem kein VSDM durchgeführt wurde.

Falls Sie noch nicht bestellt haben und dies auch nicht planen, müssen Sie sich ohnehin auf eine einprozentige Kürzung des Honorars einstellen – so will es leider der Gesetzgeber.

Es ist aus unserer Sicht bedauerlich und mehr als ein handwerklicher Fehler, dass ein so wichtiges Thema wie die Digitalisierung unserer Praxen durch eine Mischung aus politischem Missmanagement und Versagen der Industrie derart in Misskredit geraten ist, wie wir es aktuell erleben und sich in der fortwährenden Verschiebung von Fristen und Sanktionen ja auch aktuell noch einmal gezeigt hat. Misstrauen und Ablehnung in der Ärzteschaft sind deshalb mehr als nachvollziehbar. Trotzdem ist die Digitalisierung in unseren Augen notwendig und sinnvoll, wenn auch der Weg dahin alles andere als gerade ist. Schon heute gibt es zahlreiche sichere Dienste und Anwendungen, wie zum Beispiel KV-Connect, mit denen Sie die Kommunikation untereinander, aber auch mit der KV und anderen Teilnehmern des Gesundheitswesens verbessern und erleichtern können.

Natürlich haben Sie das Recht, sich der Digitalisierung zu verweigern, wenn Sie die geschilderten Honorarkürzungen dafür in Kauf nehmen. Empfehlen können wir Ihnen eine solche Haltung hingegen nicht – ohne digitalisierte Kommunikation wird es in Zukunft nicht gehen!
 

Mit besten kollegialen Grüßen,
Ihre Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender und Dr. Eckhard Starke, stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 04.12.2018

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