Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: PSA und Testkonzepte für ambulante OP- und Dialysezentren

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Corona-Pandemie hält uns weiter fest im Griff.

Mit diesem weiteren Rundschreiben wollen wir Sie auf den neuesten Stand zu den Themenbereichen persönliche Schutzausrüstung und Testkonzepte im Rahmen der neuen Testverordnung bringen.

Schutzausrüstung

Update vom 20. November 2020: Es wurde eine neue Vereinbarung am 18. November 2020 mit den Krankenkassen geschlossen. Die KVH bestellt ab sofort wieder Material für den PSA-Webshop. Unsere Mitglieder informieren wir in Kürze in einem Rundschreiben dazu.

Für bestimmte Einrichtungen der ambulanten Versorgung, wie zum Beispiel OP- oder Dialysezentren, sieht die neue Testverordnung vor, dass Testkonzepte zur Genehmigung eingereicht sowie die monatlich benötigten Mengen an PoC-Antigen-Tests für in den Einrichtungen behandelte Personen beantragt werden müssen. Dieses Testkonzept ist dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) mit einem Antrag zur Festsetzung der Zahl der PoC-Antigentests vorzulegen.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration weist nun darauf hin, dass die Anträge nicht beim Gesundheitsamt vor Ort, sondern beim Ministerium direkt zu stellen sind. Dafür gibt es zwei Wege: per Mail (Testungen@hsm.hessen.de) oder per Post (Hessisches Ministerium für Soziales, Sonnenberger Straße 272a, 65193 Wiesbaden).

Sie können die dafür notwendigen Formulare auf dieser Seite downloaden. Das Ministerium bittet zudem wegen der zu erwartenden hohen Zahl von Anträgen dringend darum, von Nachfragen zum Bearbeitungsstand abzusehen. Ein Mustertestkonzept wird derzeit von unserer Stabsstelle Hygiene vorbereitet und soll auf unserer Homepage veröffentlicht werden. Sollten Sie dringende Fragen zu diesem Verfahren haben, wenden Sie sich gerne an unsere info.line.

Während die Labore mittlerweile viele Ampeln auf „rot“ geschaltet haben, weil eine zeitnahe Auswertung der Tests in vielen Fällen nicht mehr möglich ist, steigt die Zahl der Infizierten und der Bedarf an Tests weiter an. Die Lage ist also durchaus ernst, man kann in Deutschland derzeit nicht mehr wirklich von einem komplett beherrschbaren Infektionsgeschehen sprechen, auch wenn sich die Kurve mit den Neuinfektionen etwas abzuflachen scheint. Angesichts der Lage können wir jeden verstehen, der sich aus dem Testszenario heraushält. Sie sind berechtigt an der Testverordnung teilzunehmen, verpflichtet sind Sie indes nicht. Testen Sie, orientieren Sie sich bitte aber auch an der Priorisierung und den empfohlenen Tests.

Klar ist, dass die Gesundheitsämter den Ansturm nicht werden bewältigen können. Und auch unsere Testcenter, die bereits aus allen Nähten platzen, werden dies nicht schaffen.

Deshalb möchten wir Sie noch einmal daran erinnern: Bei symptomatischen Patienten ist jeder Vertragsarzt, der dazu in der Lage ist, eigentlich zum Testen und zur Versorgung verpflichtet. Wir bitten Sie deshalb noch einmal eindringlich, hier unserer gemeinsamen Verantwortung gerecht zu werden.

Bevor wir ausführlich in der nächsten Ausgabe von Auf den PUNKT. darüber informieren, möchten wir Ihnen auf diesem Weg schon mitteilen, dass die Vertreterversammlung in ihrer Sitzung am 31. Oktober 2020 eine moderate Erhöhung der Verwaltungskosten beschlossen hat. Der Verwaltungskostensatz wird mit Wirkung des vierten Quartals 2020 um 0,15 Prozent auf 2,64 Prozent angehoben. Nach neun Jahren stabiler Beiträge ist dies eine Erhöhung, zu der es leider keine Alternative gab und die vor allem darauf zurückzuführen ist, dass wir als KVH immer neue Aufgaben erhalten, ohne dass diese finanziert würden. Als Beispiele seien hier die 116117 sowie die Terminservicestelle genannt. Außerdem befürchten wir ein deutlich gemindertes Gesamthonorar in 2021 durch die Corona-Effekte. Wir bedauern die notwendige Erhöhung sehr, versichern Ihnen aber, dass sie trotz nachhaltigen Wirtschaftens Ihrer KVH unumgänglich war.

Wir werden in den nächsten Tagen auch endlich in der Lage sein, Sie über die noch ausstehenden Abrechnungs- und Dokumentationsdetails im Zusammenhang mit der Testverordnung zu informieren. Diese sind am 11. November 2020 aus Berlin hier eingetroffen und werden gerade aufbereitet.

Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Das ursprünglich sehr komplizierte Procedere wurde nach Intervention, unter anderem der KVH, noch einmal deutlich verschlankt und dürfte in den Praxen nun deutlich besser handhabbar sein.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 13.11.2020

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