Eine Frau lächelt in die Kamera, während sie ein Magazin in den Händen hält. © andresr

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

Protesttage im Oktober und November 2022

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicherlich haben Sie über Ihren Berufsverband bereits gehört, dass im Oktober und November in Hessen als Auftakt für eine Kampagne zunächst zwei Protesttage stattfinden werden. Diese sind für den 26. Oktober sowie den 30. November 2022 geplant. Nur wenn sich möglichst alle Praxen, also auch die, die sich vielleicht und im Moment von der gegenüber den Niedergelassenen feindlichen Politik der Ampel aus FDP, Grünen und SPD nicht geringgeschätzt fühlen, den Protesten anschließen, setzen wir, setzen Sie ein Zeichen, dass es jetzt reicht, dass es so nicht weitergehen kann.

Politik und Kassen fahren derzeit einen Kurs, der mit mangelnder Wertschätzung der Niedergelassenen nicht einmal ansatzweise richtig beschrieben ist. Wir, die wir den Kliniken in der Pandemie ein verlässlicher Partner und Schutzwall waren, sollen nun dabei zusehen, wie man die Kliniken für ihr Nichtstun weiter üppigst alimentiert, uns aber angemessene Zuwächse verweigert.

Im Gegenteil: Durch die geplante Streichung der Neupatientenregelung drohen der ambulanten Versorgung deutschlandweit Verluste von rund 400 Millionen Euro. Und getoppt wird das Ganze noch durch die Forderung der Kassen, uns den gesetzlich zustehenden Inflationsausgleich in den kommenden Jahren zu verweigern.

Dass man sich bei den Kassen und im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) dann auch noch unwahrer Argumente bedient und wir in der Ärzte Zeitung eine nie da gewesen Hetze und einen nie dagewesenen Sozialneid aus dem BMG lesen dürfen, setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf.

Angesichts dieser Zumutungen können wir als Niedergelassene nun nicht mehr schweigen. Was zu viel ist, ist zu viel! Deshalb werden wir Sie bei allen Protesten voll unterstützen. Wir sind uns sicher, Sie machen alle mit!

Sie machen mit und sorgen dafür, dass auch in Hessen klar wird, dass sich etwas, dass sich vieles ändern muss. Sie machen mit und machen deutlich, dass die Politik, die Gesundheitspolitiker in Hessen und Berlin, nach ihren pathetischen Worten in der Corona-Krise jetzt liefern muss.

Wir sind die Rolle derjenigen leid, die wenn es darauf ankommt, immer liefern (sollen), beim (finanziellen) Dank aber konsequent vergessen werden.

Die Organisation der Protesttage läuft über die Berufsverbände, von denen Sie auch mit Protestmaterial wie Vorlagen für Praxisaushänge versorgt werden. Es wird an diesen Tagen zunächst keine allgemeine Öffnung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes geben, sich kollegial zu vertreten ist deshalb also notwendig. Stimmen Sie sich bitte untereinander ab. Aber klar muss auch sein: Wenn es keine hohe Beteiligung an den Protesten gibt, wird man auf politischer Ebene nicht nur keinen Grund dafür sehen, die eigenen Positionen zu überdenken, man wird weiter der Überzeugung sein, dass man mit denen aus der KV machen kann, was man will. Ganz nach dem Motto: Die kuschen doch eh immer.

Auch die, die sich immer noch an der Seite ihrer Patienten sehen, müssen sich hinterfragen, was das denn bitte schön für Patienten sind, die jedes noch so unterirdische Ärzte-Bashing laut johlend und begeistert bejubeln. Je mehr Sozialneid, desto besser. Und auch altruistisches „Gutmenschentum“ muss man sich leisten können. Nach diesen Gesetzesänderungen können wir das nicht mehr. Wir und unsere Angestellten sind am Anschlag – und die Politik und die Kassen belohnen das mit einem weiteren Tritt. Das muss aufhören, und zwar jetzt!

Auf Bundesebene arbeiten wir derzeit an Strategien, wie wir unseren Protest institutionalisieren und verstetigen können. Hierüber werden wir informieren. Zeigen wir gemeinsam denjenigen, die unsere Leistungen für selbstverständlich halten, die aber gleichzeitig unsere Leistungen kaum geringer schätzen könnten, was wir darüber denken!

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 18.10.2022

An alle Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen

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