Eine Frau lächelt in die Kamera, während sie ein Magazin in den Händen hält. © andresr

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: Paxlovid bevorraten und abgeben

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem 18. August 2022 können Hausärztinnen und Hausärzte das antivirale Medikament Paxlovid (Wirkstoff: Ritonavir) in ihrer Praxis vorrätig halten und im Bedarfsfall direkt an ihre Patientinnen beziehungsweise Patienten abgeben. Für die Abgabe des Medikaments rechnen Sie die Pseudo-GOP 88125 ab. Die Leistung ist 15 Euro wert. Die Leistung rechnen Sie je abgegebener Packung ab.

Die Vergütungsregelung für Hausärztinnen und -ärzte gilt voraussichtlich bis zum 30. September 2022. Die Abrechnung erfolgt wie gewohnt im Rahmen der Quartalsabrechnung für das dritte Quartal 2022. Sie können die Pseudo-GOP 88125 auf dem gewohnten Schein der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) abrechnen, wir trennen die Leistung für die Rechnungsstellung an das BAS für Sie ab. Sie können auch einen extra Schein mit diesem Kostenträger anlegen:

NameVKNRKT-GruppeKT-Abrechnungsbereich
KV Hessen – Abstrich Reiserückkehrer4081010004081000

Paxlovid ist seit dem 28. Januar 2022 zur Behandlung von symptomatischen, nicht hospitalisierten erwachsenen Patientinnen und Patienten mit COVID-19 ohne zusätzlichen Sauerstoffbedarf und erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zugelassen.

Bestellung über die regelmäßige Bezugsapotheke mit Muster 16

Um das Medikament zu beziehen, stellen Vertragsärztinnen und -ärzte eine Verordnung ohne Namensnennung auf dem Arzneimittelrezept (Muster 16) aus. Als Kostenträger geben sie, wie bei der Bestellung von COVID-19-Impfstoffen, das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) mit dem Institutionskennzeichen (IK) 103609999 an.

Bis zu fünf Therapieeinheiten beziehungsweise Packungen je Arztpraxis können über die regelmäßige Bezugsapotheke auf diesem Wege zur Abgabe beschafft werden. Nach Abgabe des Arzneimittels können in entsprechender Anzahl Nachbestellungen vorgenommen werden.

Bei Abgabe an die Patientinnen und Patienten ist ein vom Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Verfügung gestelltes Informationsblatt beizufügen. Wir bitten Sie, die auf der Homepage des BfArM veröffentlichte Patienteninformation mit Stand vom 13. Juli 2022 zu verwenden.

Das Verfahren zur patientenindividuellen Verordnung von Paxlovid bleibt für alle Vertragsärztinnen und -ärzte bestehen. Die fachärztlich tätigen Vertragsärztinnen und -ärzte und auch die Fachärztinnen und -ärzte für Kinder- und Jugendmedizin können nur über diesen Beschaffungs- und Versorgungsweg ihre Patientinnen und Patienten betreuen.

Verfahren in Pflegeeinrichtungen

Die Allgemeinverfügung zum Bezug und zur Abgabe antiviraler, oral einzunehmender Arzneimittel sieht nun auch vor, dass eine Bevorratung in vollstationären Pflegeeinrichtungen vorgenommen werden kann. Nähere Angaben zum Bezugsweg für diese Einrichtungen sind nicht bekannt, die Allgemeinverfügung benennt hierfür verantwortlich die Leitung der Pflegeeinrichtung. Eine Abgabe der Arzneimittel aus dem Vorrat in einer vollstationären Pflegeeinrichtung erfolgt im Behandlungsfall nach Verschreibung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.

Sie haben Fragen? Die info.line der KVH Hessen hilft gerne weiter!


Mit freundlichen Grüßen

Ihre Kassenärztliche Vereinigung Hessen

zuletzt aktualisiert am: 05.09.2022

An alle ärztlichen Mitglieder der KVH

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Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
info.line(at)kvhessen(.)de

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