Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: Welche Patienten wie behandeln?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten uns zunächst einmal unserer Vertreterversammlung anschließen und Ihnen für die außerordentliche Leistung bei der Versorgung der COVID-19-Patienten, aber auch für das Aufrechterhalten der Routineversorgung ausdrücklich bedanken. In diesem Zusammenhang möchten wir auch deutlich machen, dass wir die Entgleisungen, die Hetze und die Diffamierungen in Ihre Richtung durch die DKG e.V. in Person des dortigen Geschäftsführers keinesfalls so stehen lassen werden. 

Nun kommen wir tatsächlich in die Phase, wo wir nicht davon ausgehen können, dass das SARS-CoV-2 Virus sehr schnell aus Deutschland verschwinden wird, wir werden mit dem Virus sicher noch für einige Zeit leben müssen. Zudem gehen wir auch in Hessen davon aus, dass lokale, fokale Ausbrüche auch bei uns auftreten können. Wo auch immer. Deswegen müssen wir landesweit darauf reagieren können.

Immer wieder kommen Unsicherheiten und Fragen rund um die Behandlung und Testung auf SARS-CoV-2 auf. Deshalb möchten wir die wichtigsten Punkte noch einmal kurz zusammenfassen.

  1. Tests bei Patienten, die eine entsprechende Symptomatik gemäß Testkriterien des RKI aufweisen, können sowohl in C-KOC (COVID-Koordinierungscentern) als auch Vertragsarztpraxen zulasten der GKV vorgenommen werden.
  2. Symptomfreie Personen dürfen nur getestet werden, wenn sie auf schriftliche Anordnung des Gesundheitsamtes (GA) erscheinen – die Personen erhalten eine schriftliche Legitimation oder das GA meldet die Personen schriftlich im C-KOC an. Die KV befindet sich derzeit in Verhandlungen über eine mögliche Vereinbarung. Bisher sind diese Verhandlungen jedoch noch nicht abgeschlossen.
  3. Bitte schicken Sie als behandelnder Arzt KEINE symptomlosen Personen mit einer Überweisung in eines der C-KOC. Die Entscheidung über die Testnotwendigkeit symptomloser Personen muss das GA treffen, verweisen Sie also bitte an das GA.
  4. Coronatests als Selbstzahlerleistung, zum Beispiel vor der Einreise in andere Länder, werden NICHT in den C-KOC der KVH durchgeführt, sondern können in Vertragsarztpraxen angeboten werden, falls Sie das in Ihrer Praxis tun wollen.
  5. Patienten, die einen ROTEN Warnhinweis in der Corona-Warn-APP verzeichnen, sollten von Ihnen getestet werden. Nur, wenn Sie diesen Test nicht leisten können, verweisen Sie den Patienten bitte an die C-KOC oder eine der umliegenden Schwerpunktpraxen.

In den vergangenen Wochen ist es angeblich zu vereinzelten Problemen durch positive SARS-CoV-2 Testergebnisse, bei denen das Labor keinen Bestätigungstest durchgeführt haben soll, gekommen. Wir gehen davon aus, dass es sich hier um einzelne Einsendungen aus der vertragsärztlichen Versorgung direkt an ein Labor handelt, bei denen im Nachgang solch ein positives Ergebnis an das Gesundheitsamt gemeldet wurde. Einige Gesundheitsämter akzeptieren diese Positivbefunde auf der Basis eines alleinigen Suchtestes nicht, da sie nicht den RKI-Kriterien entsprechen. Wir möchten Sie deshalb noch einmal ausdrücklich bitten, Tests auf das Coronavirus nur in solchen Laboren vornehmen zu lassen, die gemäß den vom RKI beziehungsweise von der WHO veröffentlichten Kriterien arbeiten, das heißt Nachweis von mindestens zwei verschiedenen Genen, also bei Positivbefunden die Durchführung des Such- und Bestätigungstests.

Zur neu eingeführten GOP 02402 hat der Bewertungsausschuss eine Präzisierung vorgenommen. Die neue GOP kann auch bei einem Gespräch abgerechnet werden. Das bedeutet, dass das Gespräch und/oder der Abstrich zum Leistungsinhalt gehört. Die GOP ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig und mit 91 Punkten bewertet. Die Regelung tritt rückwirkend zum 15. Juni 2020 in Kraft.

Niemand weiß, wie sich das Virus und seine Verbreitung in den nächsten Monaten entwickeln werden, zumal bekanntlich auf den Sommer die infektreichen Jahreszeiten folgen. Niemand weiß, ob eine zweite Welle kommt und wann sie kommt, wir sollten aber vorbereitet sein. Deshalb ist es aus unserer Sicht ratsam, mit Schutzausrüstung vorzusorgen: Bestellen Sie in unserem Webshop.

Der Beginn der Sommerferien ist auch ein guter Anlass, ein wenig auf die letzten Wochen und Monate zurückzublicken. Fazit: Der ambulante Sektor in Hessen hat mehr als geliefert, um es neudeutsch zu sagen. Und damit können Sie mit einem guten Gefühl in den Urlaub gehen, den Sie sich redlich verdient haben.

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 08.07.2020

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