Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: Tests nach neuer RVO/Patientenversorgung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem Herr Spahn mit einer neuen Rechtsverordnung (RVO) eine neue Phase im Kampf gegen das Virus eingeläutet hat, möchten wir Sie mit dem heutigen Rundschreiben auf den aktuellen Stand bringen. Dabei handelt es sich – wie Sie sehen – um ein ungewöhnlich langes Rundschreiben. Wir haben uns für diesen Weg entschieden, um Ihnen einen möglichst praxisnahen Überblick über die vielen, unterschiedlichen Fallkonstellationen zu ermöglichen, wohl wissend, dass auch jetzt noch viele Details ungeklärt sind. Zudem ist die Pandemie derart dynamisch, dass sich auch am status quo bald wieder Änderungen ergeben werden. Insgesamt kann man in Sachen Tests „zwei Welten“ unterscheiden: Zum einen die Welt der Personen mit Symptomen, für die wir als Vertragsärzte ohne Wenn und Aber zuständig sind. Die andere Welt bezieht sich auf die „Welt der neuen Testverordnung“.

Hier appellieren wir an Sie, sich an diesen Tests im Sinne eines gemeinsamen Kampfes gegen die Pandemie zu beteiligen, denn ohne die Praxen gibt es keine Chance, auch nur im Entferntesten auf Landgewinne beim Zurückdrängen der Pandemie zu hoffen.

Wir wissen, dass wir Sie damit um einen großen Einsatz bitten müssen, sehen aber auch, dass die Pandemie im Moment Außerordentliches von unserer Gesellschaft fordert und dabei können Ärzte und Psychotherapeuten nicht unbeteiligt am Rand stehen.

Beginnen möchten wir mit der Patientengruppe, für die sich nichts geändert hat: Dies sind die Patienten, die gemäß den Testkriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) Symptome aufweisen und deshalb wie bisher sowohl in den Vertragsarztpraxen als auch den Testcentern (COVID-Koordinierungscentern) der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) zulasten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) getestet werden können.

Patient mit Symptomen
BeauftragungKeine Beauftragung erforderlich, Vertragsarzt entscheidet über die Notwendigkeit
TestPCR- Test, nur in Ausnahmefällen Antigentest möglich**
Veranlassung Labor

Formular 10C für Beauftragung der Laborleistung nach GOP 32816

Formular 10 für Beauftragung der Laborleistung nach GOP 32779
KostenträgerGKV, Abrechnung über die KVH in der Quartalsabrechnung
AbrechnungVersicherten- oder Grundpauschale, GOP 02402: Wenn keine Versicherten-/Grundpauschale im
Behandlungsfall erfolgt, dann zusätzlich den Zuschlag GOP 02403 (Zuschlag zur 02402)

Kennziffer 88240 für extrabudgetäre Vergütung 
Kennziffer 32006 für Laborkosten (WiBo)

 

Ergänzend zu den bekannten PCR-Tests sind mit Inkrafttreten der RVO zum 15. Oktober 2020 nun Antigen- beziehungsweise Schnelltests hinzugekommen, die in der sogenannten Teststrategie des Bundesgesundheitsministeriums eine wichtige Rolle spielen. Da diese Tests zwar zu einem schnelleren Ergebnis als die PCR-Tests führen, andererseits aber sowohl eine geringere Spezifität und Sensitivität als die PCR-Tests aufweisen, ist deren Einsatz nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll. Um ein positives Testergebnis bei einem Antigentest angezeigt zu bekommen, ist vergleichsweise eine höhere Virusmenge notwendig. Das führt dazu, dass diese Tests nur bei Personen angewendet werden sollten, bei denen ein falsch negatives Ergebnis keine schwerwiegenden Konsequenzen hat (wie beispielsweise vor der Aufnahme in einem Krankenhaus). Zu berücksichtigen ist zudem, dass es aufgrund der geringeren Spezifität zu falsch positiven Testergebnissen kommen kann.

Deshalb ist es dringend geboten, einen positiven Befund, der sich durch einen Antigen-Schnelltest ergibt, durch einen PCR-Test abzusichern. Auch für die Antigentests gilt, dass sie von geschultem, medizinischem Personal durchgeführt werden müssen.

Um unsere Praxen nicht zu Corona-Hotspots werden zu lassen und gleichzeitig unsere Angestellten zu schützen, soll auch in Praxen vermehrt getestet werden. Hierfür werden Antigentests empfohlen. Bei Personal der eigenen Praxis können die Sachkosten für die Antigentests in Höhe der Beschaffungskosten abgerechnet werden, maximal jedoch sieben Euro/Test. Uns erreichen auch vereinzelt Fragen, ob Ärzte ihr eigenes Personal auch in anderen Praxen testen lassen können. Die Testverordnung ist in dieser Frage nicht eindeutig, wir haben aber erhebliche Zweifel daran, dass das zulässig ist und raten deshalb davon ab. Einzige Ausnahme: das Personal psychologischer Psychotherapeuten, die nicht über die notwendige ärztliche Fachkunde verfügen, um diese Tests für ihr Personal durchzuführen. Bei Abstrichen von Personal aus anderen Heilberufspraxen, zum Beispiel Physiotherapie oder Ergotherapie, können die Leistungen, die zum Test gehören (Gespräch, Abstrich, Ergebnismitteilung, Ausstellung eines Zeugnisses) mit 15 Euro abgerechnet werden. Die Sachkosten für die Antigentests können in Höhe der Beschaffungskosten abgerechnet werden, maximal jedoch sieben Euro/Test.

Asymptomatisches Praxispersonal (eigene Praxis)
BeauftragungKeine Beauftragung erforderlich
TestAntigen-Labortest oder Antigen-Schnelltest (PoC-Test)
Veranlassung LaborFalls kein PoC-Test, sondern ein labor-basierter Antigentest durchgeführt wird:
Formular des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Sachkosten in Höhe von 7 Euro

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

 

Alle asymptomatischen Kontaktpersonen bestätigter COVID-19-Fälle sollen ebenfalls mittels eines PCR-Tests getestet werden beziehungsweise haben Anspruch darauf. Antigentests sollten hier nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden, zum Beispiel, wenn PCR-Tests knapp sind oder die Wartezeit einer gleichzeitig eingeleiteten PCR-Testung überbrückt werden soll. Als Kontaktpersonen gelten Personen, die

  • mindestens fünfzehn Minuten in engem Kontakt zu einer infizierten Person standen (zum Beispiel Gesprächssituation)
  •  mit einer infizierten Person in einem Haushalt zusammenleben
  • mit einer infizierten Person über 30 Minuten in einer beengten Raumsituation befunden haben (Schulklassen/Asylbewerberheime)
  • eine Corona-positive Person betreuen oder pflegen beziehungsweise von einer solchen Person betreut oder gepflegt werden
  • Personen, die durch die Corona-Warn-APP darauf hingewiesen wurden, dass eine Risikobegegnung stattgefunden hat (roter Warnhinweis).
Asymptomatische Kontaktpersonen
Beauftragung

Formlos durch den ÖGD oder den behandelnden Arzt einer infizierten Person (beide können Kontaktpersonen festlegen).

Ist der behandelnde Arzt auch der testende Arzt ist natürlich keine Beauftragung notwendig.
TestPCR-Test, in Ausnahmefällen Antigentest**
Veranlassung LaborFormular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Abstrich und zugehörige Leistungen*** in Höhe von 15 Euro.

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

 

Bei Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen (Arztpraxen, Schulen, Kita, Asylbewerberheim, Notunterkunft, Justizvollzugsanstalt) sollen auch symptomlose Personen getestet werden. Hierzu sind primär PCR-Tests einzusetzen, nur im oben bereits geschilderten Ausnahmefall sollen Antigentests zum Einsatz kommen.

Asymptomatische Personen: Bestätigte SARS-CoV-2-Infektion in Gemeinschaftseinrichtungen
BeauftragungNicht erforderlich, zu testende Person muss jedoch eine formlose Bestätigung des ÖGD oder der betroffenen Einrichtung vorlegen, die besagt, dass sie Bewohner, Patient, Mitarbeiter oder Besucher der Einrichtung ist, in der in den letzten zehn Tagen ein positiver Fall außerhalb der Regelversorgung festgestellt (durch den ÖGD oder die Einrichtung selbst) wurde
TestPCR-Test, in Ausnahmefällen Antigentest, auch labor-basierte Antigentests
Veranlassung LaborFormular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Abstrich und zugehörige Leistungen*** in Höhe von 15 Euro.

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

 

Bei bestätigten SARS-CoV-2-Ausbrüchen in bestimmten Einrichtungen sieht die Teststrategie umfangreichere Testungen vor, um besonders vulnerable Gruppen zu schützen. Hierbei sollen vorrangig PCR-Tests zum Einsatz kommen, nur in Ausnahmefällen Antigentests. Zu den Einrichtungen zählen: Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, ambulante OP-Zentren, Dialysezentren, ambulante Pflege-Einrichtungen, Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Praxen anderer medizinischer Einrichtungen. Gerade Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind besonders gefährdet und wir bitten Sie eindringlich, durch regionale Absprachen der besonderen Verantwortung diesen Patienten gegenüber nachzukommen.

Asymptomatische Personen, bei bestätigtem Fall in Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen
BeauftragungNicht erforderlich, Person muss jedoch eine formlose Bestätigung des ÖGD oder der betroffenen Einrichtung vorlegen, die besagt, dass sie als Bewohner, Patient, Mitarbeiter oder Besucher der Einrichtung ist und in den letzten zehn Tagen vor Ort war
TestPCR-Test, in Ausnahmefällen Antigentest, auch labor-basierte Antigentests
Veranlassung LaborFormular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Abstrich und zugehörige Leistungen*** in Höhe von 15 Euro.

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

 

Auch ohne, dass ein bestätigter Fall vorliegt, kann in bestimmten Einrichtungen vermehrt getestet werden. Dies soll in Absprache mit den örtlichen Gesundheitsämtern dann geschehen, wenn die Inzidenz (Sieben-Tage-Inzidenz >50/100.000 Einwohner) erhöht ist. Zu diesen Einrichtungen gehören: Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, ambulante OP-Zentren, Dialysezentren, ambulante Pflege-Einrichtungen. Hier sind auch regelmäßige Reihentestungen möglich, die RVO definiert an dieser Stelle einen Anspruch auf eine Testung pro Woche. Werden hierfür Antigentests eingesetzt, ist auf deren hohe Spezifität (>98 Prozent) zu achten. Positive Antigentests sind auch hier mit einem PCR-Test abzusichern.

Personal, ohne bestätigten Fall in Einrichtungen
BeauftragungFormlos durch den ÖGD oder die betroffene Einrichtung
TestAntigentest, außer der ÖGD legt eine andere Testmethode fest
Veranlassung LaborFalls kein Schnelltest durchgeführt wird: Formular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Sachkosten in Höhe von sieben Euro

Abstrich und zugehörige Leistungen 15 Euro

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

 

Für Patienten, Bewohner und Betreute bestimmter Einrichtungen sind Tests angezeigt, wenn sie aufgenommen oder wieder aufgenommen werden beziehungsweise bevor eine ambulante OP ansteht. Zu diesen Einrichtungen gehören: Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, ambulante OP-Zentren, Dialysezentren, ambulante Pflege-Einrichtungen. Empfohlen wird hier ein PCR-Test.

Asymptomatische Patienten, die unter anderem belegärztlich im Krankenhaus, in einer Einrichtung für ambulantes Operieren oder in einer Dialyseeinrichtung behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen, haben vor Beginn der Behandlung einen Anspruch auf Testung, wenn das Testkonzept der Einrichtung dies vorsieht oder der ÖGD dies verlangt. Der Test kann durch den ÖGD, durch vom ÖGD Beauftragte oder durch Vertragsärzte erbracht werden. Gegenüber dem Vertragsarzt ist darzulegen, dass die Einrichtung oder der ÖGD die Testung verlangt. Die Darlegung soll unbürokratisch und formlos erfolgen, zum Beispiel durch formlose Bestätigungen des ÖGD, des behandelnden Arztes oder der Einrichtung. Ein Belegarzt ist dabei nicht als Einrichtung zu verstehen.

Für Begleit- oder Assistenzpersonen, zum Beispiel Eltern eines Kindes, die ebenfalls in der Einrichtung untergebracht werden sollen, gelten dieselben Regelungen wie für die behandelte Person. Vor Behandlungsbeginn haben sie einen Anspruch auf Testung nach der Testverordnung, genauso wie während der Behandlung. Vor Aufnahme ist die Testung auch bei Vertragsärzten möglich, während des Aufenthalts nur durch die eigenständig durch die Einrichtung durchgeführten Tests laut einrichtungsinternem Testkonzept.

Asymptomatische Personen vor ambulanter OP oder (Wieder-) Aufnahme in Einrichtungen
BeauftragungKeine Beauftragung erforderlich, die Person muss jedoch eine formlose Bestätigung vorlegen, dass sie in der entsprechenden Einrichtung (wieder-) aufgenommen oder ambulant operiert wird
TestPCR-Test, in Ausnahmefällen Antigentest**
Veranlassung LaborFormular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Abstrich und zugehörige Leistungen 15 Euro.

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

Für Patienten, Bewohner oder Besucher bestimmter Einrichtungen wird ab einer erhöhten Inzidenz (Sieben-Tage-Inzidenz >50/100.000 Einwohner) in Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsämtern ein Antigentest empfohlen. Ein solcher Test kann bis zu einmal wöchentlich für diesen Zweck durchgeführt werden und ist nur für den Besuchstag gültig. Zu diesen Einrichtungen gehören: Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, ambulante OP-Zentren, Dialysezentren. Die Tests werden im Regelfall gemäß dem mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Testkonzept eigenständig durch die Einrichtungen durchgeführt. Vertragsärzte oder Testcenter der KVH sind damit nicht befasst. Klarstellung: In ambulanten OP-Zentren und Dialysezentren, die von Vertragsärzten geführt werden, dürfen diese die Testungen selbst durchführen.

Asymptomatische Patienten, Bewohner oder Besucher in Einrichtungen ohne bestätigten Fall
BeauftragungEigenständige Beschaffung und Durchführung der Testung durch die Einrichtung.
Ambulante OP-Zentren und Dialysezentren, die von Vertragsärzten geführt werden: Durchführung von Testung durch diese selbst möglich
TestPoC-Test
Veranlassung LaborNicht erforderlich
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH oder die Pflegekasse (abhängig von der Art der Einrichtung)
Abrechnungerfolgt nicht durch Vertragsärzte

 

Einreisende aus einem ausländischen Risikogebiet können in einem zehntägigen Zeitfenster nach Einreise im Rahmen der Testverordnung durch Vertragsärzte getestet werden, wenn sie schlüssig nachweisen können, im Ausland gewesen zu sein. Einreisende aus einem inländischen Risikogebiet laut RKI fallen in den Zuständigkeitsbereich des ÖGD und Vertragsärzte führen Tests für diese Personen nur auf Aufforderung durch den ÖGD durch. Diese Regelung endet mit Ablauf des 8. November 2020. Fortgesetzt erst einmal bis in den November werden zudem die Testungen von Lehrern und Erziehern auf der Basis der jeweiligen Verträge mit dem Hessischen Kultusministerium beziehungsweise dem Hessischen Sozialministerium.

Einreisende aus ausländischen Risikogebieten
BeauftragungNicht erforderlich, die Person muss lediglich schlüssig darlegen, dass sie im Ausland war
TestPCR-Test
Veranlassung LaborFormular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Abstrich und zugehörige Leistungen*** in Höhe von 15 Euro

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.
Asymptomatische Personen mit Aufenthalt in inländischen Risikogebieten (gültig bis 8. November 2020)
BeauftragungSchriftliche Beauftragung durch den ÖGD
TestPCR-Test
Veranlassung LaborFormular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
Abrechnung

Abstrich und zugehörige Leistungen*** in Höhe von 15 Euro

Bitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

 

Symptomfreie Personen dürfen darüber hinaus nur getestet werden, wenn sie auf schriftliche Anordnung des Gesundheitsamtes (GA) erscheinen – die Personen erhalten eine schriftliche Legitimation oder das GA meldet die Personen schriftlich in der Praxis oder im COVID-Koordinierungscenter (C-KOC) an.

Bitte schicken Sie als behandelnder Arzt nach wie vor keine Personen mit einer Überweisung in eines der C-KOC. Die Entscheidung über die Testnotwendigkeit symptomloser Personen muss das GA treffen, verweisen Sie also bitte an das GA.

Symptomlose Personen, nach Beauftragung durch das GA
BeauftragungSchriftliche Beauftragung durch den ÖGD
TestPCR-Test
Veranlassung LaborFormular ÖGD*
KostenträgerLiquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, Abrechnung über die KVH
AbrechnungBitte dokumentieren Sie die Fälle, Abrechnungsdetails folgen.

Ergänzend dazu können Sie symptomlose Personen, die weder unter die neue Testverordnung fallen noch vom Gesundheitsamt geschickt wurden, in Ihren Praxen auf IGeL-Basis testen, wenn Sie das wollen.

Asymptomatische Personen, auf die keiner der genannten Fälle zutrifft
BeauftragungKeine erforderlich, liegt im Ermessen des Arztes
TestLiegt im Ermessen des Arztes
Veranlassung LaborLaborbeauftragung für Patienten der privaten Krankenversicherungen (PKV) nutzen
KostenträgerSelbstzahlerleistung
AbrechnungPrivatrechnung an die getestete Person

Alle formlosen Belege und Bestätigungen (zum Beispiel vom ÖGD oder Einrichtungen) sind aufzubewahren, sie dienen dem Nachweis einer korrekten Abrechnung. Ein Rundschreiben mit weiteren Details zur Abrechnung der Leistungen erhalten Sie baldmöglichst, zurzeit sind noch nicht alle Details geklärt. Labor-Antigentests werden pauschal mit 15 Euro je Test honoriert. Die Vergütung der PCR-Tests beträgt nach wie vor 50,50 Euro. Für Point-of-Care-Tests werden die Sachkosten erstattet, höchstens jedoch sieben Euro je Testkit. Die ärztliche Leistung im Zusammenhang mit dem Test, also Abstrich, Gespräch und Attest, wird ebenfalls mit 15 Euro vergütet.

Ärzte können auch Pflegepersonal in stationären Pflegeeinrichtungen schulen, damit sie die Tests dort, nach Absprache mit dem ÖGD, selbst durchführen können. Für die Schulung erhalten Ärzte pro Einrichtung pauschal 70 Euro.

Der bestätigende PCR-Test nach einem positiven Antigentest ist Teil der Krankenbehandlung und die Abrechnung für GKV-Versicherte läuft entsprechend nach EBM über die GKV und für PKV-Versicherte über die PKV.

Ärzte können Kinder-Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen) ab der U6 vorübergehend durchführen und abrechnen, auch wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind. Die Regelung gilt für die U6, U7, U7a, U8 und U9. Die festen Zeiträume für die U6, U7, U7a, U8 und U9 sind so lange ausgesetzt, wie der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt – und bis zu drei Monate darüber hinaus. Auch für den mit der AOK Hessen geschlossenen Vertrag zu den Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen wurden die entsprechende Ausnahme-Regelung übernommen. Der mit der AOK Hessen geschlossene Vertrag umfasst allerdings nur die U10, U11 und die J2.

Patienten mit Infekten haben einen Behandlungsanspruch

Leider häufen sich in den letzten Tagen Nachrichten über Praxen, in denen ein negatives Corona-Testergebnis eine Voraussetzung für eine Behandlung in den Praxen sein soll. Wir sind uns völlig im Klaren darüber, dass niemand ein Interesse daran haben kann, sich das Virus in die Praxis zu holen. Aber es gab bereits vor Corona Infektionen und wir alle haben eine große Expertise darin, Patienten mit Infektionen zu behandeln, ohne dass der Praxisbetrieb zusammenbricht, es zu einem Massenausbruch kommt etc. Infektsprechstunden, wie sie viele von uns ganz normal in der Grippezeit anbieten, sind hier ein absolut praxistaugliches Instrument.

Pandemie hin oder her, Patienten haben an dieser Stelle einen Behandlungsanspruch und es ist Aufgabe von Vertragsärzten, diesem nachzukommen – unabhängig von einem Testergebnis.

Es besteht kein Zweifel daran, dass nach einem kurzen Durchatmen im Sommer das Coronavirus und die Behandlung unserer Patienten nun wieder voll durchschlägt. Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeitenden dafür die notwendige Energie und werden alles tun, um Sie in dieser Zeit bestmöglich zu unterstützen. Vielen Dank für Ihren Einsatz!


Mit freundlichen kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender
 

* Formular ÖGD: Überarbeitung erfolgt bis zum 12. November 2020
** Ausnahme: z. B. unzureichende PCR-Kapazität oder schnelles Ergebnis notwendig
*** Abstrichentnahme, Gespräch in Zusammenhang mit der Testung, Ergebnismitteilung, Ausstellung eines Zeugnisses

zuletzt aktualisiert am: 27.10.2020

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