Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.   

Laborreform: Kennnummern beachten

Laborreform und Umgang mit Kennnummern

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum 1. April 2018 findet die erste Stufe der Laborreform statt. Mit der Neubewertung der veranlasserbezogenen Steuerung von Laboruntersuchungen (Wirtschaftlichkeitsbonus) ergeben sich auch Änderungen bei den Kennnummern (sog. „Ausnahmeziffern“ oder „Befreiungsziffern“). Insbesondere zu den Kennnummern im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge gab es einige Nachfragen bei uns.

Kennnummern bei der Mutterschaftsvorsorge

Wenn Sie Leistungen der Mutterschaftsvorsorge im Vertretungsfall, im Notfall oder bei Mit- bzw. Weiterbehandlung erbringen, legen Sie für die Patientin die Scheinart 24 (Mit-/Weiterbehandlung), 42 (Urlaubs-/ Krankheitsvertretung) oder 43 (Notfall) an. Denken Sie daran, bei Erbringung oder Veranlassung der untenstehenden Laborleistungen dann die Kennnummer 32007 anzugeben und das entsprechende Feld der Laborüberweisung kurativ anzukreuzen.

Der Grund: Die Laborleistungen sind üblicherweise in der GOP 01770 EBM (Betreuung einer Schwangeren) inkludiert. In den o.g. Fällen/Scheinarten ist die GOP 01770 EBM jedoch nicht berechnungsfähig und die Laborleistungen werden gesondert abgerechnet bzw. veranlasst.

Laboraufträge wiederum werden in der Mutterschaftsvorsorge grundsätzlich im entsprechenden Feld der Überweisung als präventiv gekennzeichnet. Der Laborarzt kann dann die Laborleistungen nach dem Programm der Mutterschaftsvorsorge mit den GOP der Mutterschaftsvorsorge des Abschnittes 1.7.4 EBM abrechnen. Im Vertretungsfall, Notfall und bei Mit-/ Weiterbehandlung kennzeichnet der Laborarzt die Laboruntersuchungen mit dem Suffix „V“ – diese Laborleistungen sind dann von der Anrechnung auf die Laborkosten ausgenommen. Auf der Laborüberweisung und -anforderung (Muster 10 und 10A) brauchen Sie die Kennnummern nicht angeben.

Untersuchungsindikation
Kennnummer
GOP bleiben bei der Ermittlung des arztspezifischen Fallwertes unberücksichtigt
Leistungen der Mutterschaftsvorsorge anhand der Mutterschaftsrichtlinien des GBA bei Vertretung, im Notfall oder bei Mit- bzw. Weiterbehandlung
32007
32031; 32035; 32038; 32120
Leistungen der Mutterschaftsvorsorge, die bei Vertretung, im Notfall oder bei Mit- bzw. Weiterbehandlung nach den kurativen GOP veranlasst werden, sind laborseitig mit dem für die Mutterschaftsvorsorge vereinbarten Kennzeichen „V“ zu versehen.
32540V; 32541V; 32542V; 32543V; 32544V; 32545V; 32546V; 32550V; 32551V; 32552V; 32553V; 32554V; 32555V; 32556V

Weitere Kennnummern

Bei Erkrankungen oder Verdacht auf prä- bzw. perinatalen Infektionen setzen Sie künftig die eigene Kennnummer 32024 an. Bisher war diese Untersuchungsindikation in der Kennnummer 32007 mit enthalten.

Untersuchungsindikation
Kennnummer
GOP bleiben bei der Ermittlung des arztspezifischen Fallwertes unberücksichtigt
Erkrankungen oder Verdacht auf prä- bzw. perinatale Infektionen
32024
32565; 32566; 32567; 32568; 32569; 32570; 32571; 32574; 32575; 32594; 32602; 32603; 32621; 32626; 32629; 32630; 32640; 32660; 32740; 32750; 32760; 32781; 32832; 32833

Bitte beachten Sie, dass die bisherige Kennnummer 32013 (Diagnostik und Therapie von Fertilitätsstörungen) im Zuge der Laborreform wegfällt.

Die Kennnummern haben Sie bisher auch bei den im EBM vorgegebenen Untersuchungsindikationen benutzt. Unabhängig davon ob Sie selber die Kennnummern auf dem Abrechnungsschein angegeben haben oder der ggf. auftragsannehmende Arzt, galten alle Laborleistungen auf den gekennzeichneten Behandlungsfällen als nicht-budgetrelevant. In diesen Fällen wurde dann auch kein Wirtschaftlichkeitsbonus gewährt.

Ab dem 1. April 2018 befreien die Kennnummern nur noch bestimmte Laborleistungen von der Anrechnung auf die Laborkosten. Der Wirtschaftlichkeitsbonus (WiBo) auf diesen Fällen bleibt Ihnen dafür jedoch erhalten. Sie geben die Kennnummern nur in Ihrer Abrechnung und nicht mehr auf dem Laborauftrag an!

Nachdem nun einzelne Laborleistungen den Kennnummern zugeordnet werden, ist es im Gegenzug möglich und notwendig, bei Komorbiditäten mehrere Kennnummern in der Abrechnung für einen Patienten anzugeben.

Sie haben Fragen? Die info.line der KVH hilft gerne weiter!

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Kassenärztliche Vereinigung Hessen

zuletzt aktualisiert am: 22.03.2018

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