Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: Infos zur Impfpriorisierung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten uns für die zahlreichen Zuschriften bedanken, die sich rund um die Frage, wann Grund- und Basisversorger oder Ärzte im Ärztlichen Bereitschaftsdienst geimpft werden, drehen.

Denn obwohl dies fast ausschließlich kritische Meinungen und Anfragen sind, sind wir an dieser Stelle in der gleichen Richtung unterwegs. Auch wir kritisieren die aktuelle Priorisierung – oder genauer müsste man hier von fehlender Priorisierung von uns Ärzten und unserem Personal sprechen – sowohl in Wiesbaden als auch Berlin auf das Schärfste.

Angefangen mit den eben schon erwähnten Kollegen im Bereitschaftsdienst, die Tür an Tür mit den geimpften Kollegen der Zentralen Notaufnahmen in den Kliniken Dienst tun, ließen sich wahrscheinlich Hunderte solcher Beispiele finden, die die Praxisferne der aktuellen Regelungen belegen.

Aus unserer Sicht muss die gesamte Impfpriorisierung deshalb vor allem hinsichtlich der Basis- und Grundversorgung schleunigst überdacht und angepasst werden. Gleiches gilt auch für bestimmte Patientengruppen, die das 80. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und deshalb noch nicht an der Reihe sind. Beispielsweise in ambulanten Dialysezentren ist die Situation derzeit dramatisch und kann nur durch schnelles und konsequentes Impfen der Patienten und des Personals verbessert werden.

Die positive Nachricht an dieser Stelle: Es kommt etwas in Bewegung und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) unterstützt uns hier tatkräftig, so dass wir optimistisch sind, zeitnah auch das Innenministerium und die Staatskanzlei von der Notwendigkeit der Impfungen überzeugen zu können.

Insbesondere angesichts der Mutationen aus England, Brasilien und Südafrika besteht hier sicherlich akuter Handlungsbedarf.

Obwohl die Knappheit der Impfstoffe im Moment das große Thema ist und die schier unglaublichen Entwicklungen den Beobachter nur den Kopf schütteln lassen können, bereiten wir uns mit der Landesregierung auf ein Impfszenario vor, das in unseren Praxen stattfindet. Auch hierzu bekommen Sie aktuelle Informationen von uns, sobald es Spruchreifes dazu gibt.

Wir bemühen uns täglich, Sie bei Ihrer herausfordernden Tätigkeit zu unterstützen, was angesichts einer manifesten und konsequenten Verweigerungshaltung des GKV-Spitzenverbandes schwierig bleibt. Auch seitens der Politik wäre etwas mehr Unterstützung für die ambulante Versorgung nicht nur nötig, sondern überfällig.

Nach dieser Schilderung wird es Sie nicht wundern, dass es leider auch beim Schutzschirm für die ambulante Versorgung und den Hygienezuschlägen keine positiven Neuigkeiten gibt. Wir werden diese Zuschläge wohl auch nicht im Honorarvertrag verankern können, zu „wegweisend“ im negativen Sinn sind an dieser Stelle die Verhandlungsergebnisse der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit dem GKV-Spitzenverband. Und beim Schutzschirm „bohren“ wir kontinuierlich nach - bisher allerdings leider ohne sichtbaren Erfolg.

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 28.01.2021

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