Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: Update zur Impfbestellung

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Impfungen gegen das Coronavirus zeigen aus unserer Sicht derzeit ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite steht der Impfstart in den Praxen der Niedergelassenen, den man nur als sehr erfolgreich bezeichnen kann. In der Regel waren innerhalb der ersten beiden Tage nach Eintreffen der Impfdosen diese auch schon verimpft.

Durch das Engagement der Praxen war es möglich, sofort in der letzten Woche einen neuen „Impfrekord“ aufzustellen und wir danken Ihnen herzlich für Ihr tolles Engagement.

Gleichzeitig erleben wir ein „Schmierentheater“ rund um den AstraZeneca-Impfstoff und die Impfstofflieferungen allgemein. Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, dass die Impfzentren entweder unfähig oder unwillig sind, diesen Impfstoff noch zu verimpfen und stattdessen versuchen, das vom Image schwer beschädigte Vakzin nun Richtung ambulante Versorgung „wegzudrücken“. Neun Bundesländer scheinen sich ab der 16. Kalenderwoche offenbar komplett aus den Erstimpfungen mit AstraZeneca zurück zu ziehen.

Gleichzeitig werden Liefermengen primär zu Lasten der ambulanten Versorgung reduziert. Am 8. April 2021. waren noch für die 17. Kalenderwoche 1,153 Millionen Dosen BioNTech und 556 Tausend Dosen AstraZeneca avisiert.

Am 12. April 2021 waren es dann plötzlich nur noch 343 Tausend Dosen AstraZenca. Der offensichtliche Teilausfall der Moderna-Lieferungen für die Impfzentren (614 Tausend zu 749 Tausend) wird also voll zu Lasten der ambulanten Versorgung kompensiert. Aus der Einmallieferung von Johnson und Johnson erhalten wir überhaupt nichts.

Die geschilderte Situation hat leider auch Auswirkungen, neben den zur Verfügung stehenden Impfdosen, auf unseren Zeitplan, was die Einbeziehung der fachärztlichen Praxen in die Impfungen angeht. Angesichts der avisierten Impfstoffmengen werden wir nun die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und den Hessischen Apothekerverband (HAV) darüber informieren, dass es in Hessen aus unserer Sicht Sinn macht, die fachärztlichen Praxen nicht schon in der 17. Kalenderwoche, sondern erst ab der 18. Kalenderwoche (3. bis 9. Mai 2021) in die Impfkampagne miteinzubeziehen. Diese Impfstoffe müssten in der Woche ab dem 26. April 2021 (17. Kalenderwoche) bestellt werden, und zwar bis zum Dienstagmittag (27. April 2021).

Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass in unseren Praxen weiterhin sowohl der Impfstoff von BioNTech als auch der von AstraZeneca verimpft wird.

Ob es dabei weiter bei einem Verhältnis von drei zu eins (BioNTech versus AstraZeneca) bleibt, kann man derzeit auch angesichts der geschilderten Situation nicht seriös einschätzen, wir empfehlen Ihnen dies jedoch im Moment als Kalkulationsannahme. In diesem Verhältnis werden auch die bestellten Mengen in etwa geliefert werden.

Wer 40 Dosen bekommt, erhält somit zehn (eine Mehrdosenbehältnis) AstraZeneca und 30 (fünf Mehrdosenbehältnisse) BioNTech. 

Die Zuteilung der Mengen, und wir gehen davon aus, dass zunächst weiter quotiert werden muss, wird wie bisher durch das Bundesgesundheitsministerium, den Pharma-Großhandel und die Vorort-Apotheken abgewickelt. Zur Sicherstellung der Zweitimpfungen, die für die Praxen ja auch eine gewisse logistische Herausforderung darstellen, werden wir uns zeitnah mit dem HAV absprechen und baldmöglichst darüber informieren. Im Übrigen verweisen wir auf unsere letzten Rundschreiben zur Bestellung und Dokumentation der Impfungen.

Einen wichtigen Hinweis haben wir zur Impfung mit AstraZeneca. Wie aus einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom 13. April 2021 hervorgeht, hat die Ständige Impfkommission (STIKO) beschlossen, dass der Einsatz des Impfstoffs nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse und Entscheidung der impfwilligen Person nach sorgfältiger Aufklärung auch unterhalb der Altersgrenze von 60 Jahren möglich bleibt. Personen aus den Priorisierungsgruppen eins und zwei, die das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und gemeinsam mit ihrem Arzt entscheiden, mit AstraZeneca geimpft zu werden, können demnach in den Arztpraxen mit dem Vakzin geimpft werden.

Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, beim Impfen in den Vertragsarztpraxen noch erfolgreicher zu sein. Wir überzeugen einfach mit Fakten. Vielleicht sehen den Erfolg dann auch irgendwann die Politiker, die immer noch krampfhaft an den Impfzentren festhalten.

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 16.04.2021

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