Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.   

Impfen ist unsere Sache – nehmen wir sie ernst!

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

aktuell schwadroniert unser hochaktiver Bundesgesundheitsminister darüber, dass Impfungen, zum Beispiel die zum Grippeschutz, doch eigentlich auch mindestens so gut von Apothekern geleistet werden könnten. Diese Idee, die sich wie ein Aprilscherz anhört, sollten wir sehr ernst nehmen, geht es hier doch erneut darum, unsere ärztliche Expertise kleinzureden und auszuhöhlen.

Nur wir Ärztinnen und Ärzte sind fachlich in der Lage, eine angemessene Impfaufklärung zu geben, über mögliche Kontraindikationen zu informieren und bei möglichen Impfreaktionen angemessen zu reagieren. Das kann kein Apotheker und dies sollten wir offensiv so vertreten.

Das bedeutet anders herum aber auch, dass wir uns als hessische Ärzteschaft unseren Impfauftrag vielleicht noch einmal bewusster machen müssen, als dies bisher der Fall ist. Es ist unsere Aufgabe, regelmäßig den Impfstatus der Patienten zu überprüfen und gegebenenfalls zu impfen. Diese Routine, die Teil unserer täglichen Praxisarbeit sein sollte, müssen wir uns und unseren Kolleginnen und Kollegen in den Praxen wieder stärker ins Gedächtnis rufen. In diesem Zusammenhang ist uns die HPV-Impfung ein besonderes Anliegen. Wie Sie wissen, gibt es diese Impfung ja mittlerweile auch für Jungen und sie stellt einen wirksamen Schutz gegen verschiedene Krebsarten dar.

Die Impfraten in Hessen sind aber im Vergleich eher niedrig, was nicht zuletzt auch an der kompromisslosen und wenig praxistauglichen Haltung der hessischen Krankenkassen liegen dürfte. Diese weigern sich weiterhin hartnäckig, den HPV-Impfstoff über den Sprechstundenbedarf beziehbar zu machen. Wir sind und bleiben an dieser Stelle im Gespräch mit den Kassen und versuchen, diese von dieser nicht nachvollziehbaren Haltung abzubringen.

Wir können und wollen nicht akzeptieren, dass die hessischen Krankenkassen damit impfwilligen Jugendlichen mutwillig Steine in den Weg legen, indem sie diese zwingen, für eine HPV-Impfung gleich zweimal die Arztpraxis aufsuchen zu müssen – einmal, um ein Rezept zu besorgen und ein zweites Mal, um den Impfstoff persönlich aus der Apotheke zu holen und für die Impfung in die Praxis zu bringen. Das ist praxisfern und führt genau zu dem Ergebnis, das wir gerade beobachten: einer vergleichsweise niedrigen Durchimpfungsrate.

Weil dies aber nicht nur für die HPV-Impfung sondern auch für weitere „klassische“ Impfungen gilt, haben wir dieses Schreiben mit den Berufsverbänden der Fachgruppen abgestimmt, die den Hauptteil der Impflast zu tragen haben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, helfen Sie mit, dass Impfungen dort bleiben, wo sie hingehören: in unseren Praxen!

Mit freundlichen kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender und Dr. Eckhard Starke, stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 05.04.2019

Rundschreiben

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