Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit. 

Herpes zoster-Impfung ab Oktober neue Kassenleistung

Sehr geehrte Kollegin,
sehr geehrter Kollege,
sehr geehrte Damen und Herren,

die hessischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) haben sich endlich geeinigt. Die Impfleistung gegen Herpes zoster kann ab 1. Oktober auch auf Kassenkosten erbracht werden. Die Abrechnung erfolgt gegenüber der KVH und der Impfstoff wird über den Sprechstundenbedarf bezogen.

Für die Abrechnung Ihrer Leistung, die jeweils mit 9,43 Euro honoriert wird, stehen folgende Gebührenordnungspositionen (GOP) zur Verfügung:

ImpfungGOPGOPGOP
 Erste Dose eines Impfzyklus, bzw. unvollständige ImpfserieLetzte Dosis eines Impfzyklus nach Fachinformation oder abgeschlossene ImpfungAuffrischungs-impfung

Herpes zoster Standardimpfung

ab 60 Jahren
89128A89128Bnicht vorgesehen
Herpes zoster
sonstige Indikation
ab 50 Jahren
89129A89129Bnicht vorgesehen

Für die Impfung muss der Herpes zoster-Totimpfstoff, Shingrix®, verwendet werden, den Sie bitte über eine Verordnung im Rahmen des Sprechstundenbedarfs zu Lasten der AOK Hessen beziehen. Auf die Impfung mit einem Herpes zoster-Lebendimpfstoff besteht kein Leistungsanspruch.

Welche Personen haben einen Anspruch auf die Impfung?

1. Standardimpfung:

Standardimpfung für alle Personen ≥ 60 Jahre; zweimalige Impfung im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten mit adjuvantiertem Herpes zoster-subunit-Totimpfstoff.

2. Indikationsimpfung:

Personen ≥ 50 Jahre mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung für das Auftreten eines Herpes zoster infolge einer Grundkrankheit, wie beispielsweise

  • angeborene beziehungsweise erworbene Immundefizienz oder Immunsuppression
  • HIV-Infektion
  • rheumatoide Arthritis
  • systemischer Lupus erythematodes
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
  • chronische Niereninsuffizienz
  • Diabetes mellitus

Zweimalige Impfung im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten mit adjuvantiertem Herpes zoster-subunit-Totimpfstoff.

„In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des Robert-Koch-Institus (RKI) auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen jährlich mehr als 300.000 Personen an Herpes zoster, etwa 5 Prozent von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie. Am häufigsten sind ältere Menschen betroffen. Patienten mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Die Impfung mit dem Herpes zoster-Totimpfstoff ist sicher. In den Zulassungsstudien gab es kein Signal für schwere Nebenwirkungen.

Allerdings ist der Totimpfstoff sehr reaktogen. Lokalreaktionen (Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötung und Schwellung) sowie systemische Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Myalgie und Kopfschmerzen treten etwa bei jeder zehnten geimpften Person auf. Die Impfreaktionen sind jedoch nur von kurzer Dauer und halten ein bis zwei Tage an.“ (Quelle: STIKO, 13.12.2018)

Mit freundlichen kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen

Bei Fragen oder dem Wunsch einer persönlichen Beratung steht Ihnen das Team Arznei-, Heil- und Hilfsmittel gerne zur Verfügung.

zuletzt aktualisiert am: 26.09.2019

Rundschreiben

An ausgewählte Fachärzte im Bereich der KVH

Ansprechpartner

Arznei-, Heil- & Hilfsmittel

Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Tel 069 24741-7333
Fax 069 24741-68835
verordnungsanfragen(at)kvhessen(.)de https://www.kvhaktuell.de

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