Eine Frau lächelt in die Kamera, während sie ein Magazin in den Händen hält. © andresr

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: 88240 kann nicht mehr abgerechnet werden

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dem Ende des Quartals haben sich sowohl bei der Abrechnung von Corona-Leistungen als auch durch die neue Testverordnung (TestV) Neuerungen ergeben. Das Chaos um die neue TestV haben Sie sicherlich durch das breite Medienecho bereits wahrgenommen.

Wir Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) haben zudem in einem „Brandbrief“ dem Minister deutlich gemacht, dass wir unter den gegebenen Umständen nicht in der Lage sind, Bürgertests wie bisher abzurechnen. Sie finden dieses Schreiben auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).

Jetzt scheint sich dadurch etwas zu bewegen. Wobei Sie diese Abrechnung nur dann betrifft, wenn Sie selber Bürgertests anbieten und über die KVH abrechnen.

Sicherlich müssen wir Herrn Lauterbach an dieser Stelle auch einmal in Schutz nehmen, denn das Quartalsende und das Auslaufen der TestV dürften ihn sehr überrascht haben. Schließlich ist er ja Corona-Experte und kein Kalender-Experte. So kann man nicht erwarten, dass man als zuständiger Minister neben den nach wie vor zahlreichen Talkshowterminen auch noch solche Daten im Kopf hat. Das soll es an dieser Stelle aber auch zur TestV gewesen sein. Über den Abschluss der jetzt anberaumten Gespräche auf der Fachebene zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) werden wir später berichten.

Und als hätte die ambulante Versorgung nicht schon Grund genug, dem Minister und natürlich der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von Herzen dankbar zu sein, so ist der Wegfall der GOP 88240 sicherlich nun umgekehrt ein Zeichen des Ausdrucks besonderer Wertschätzung oder besser Geringschätzung der GKV in unsere Richtung. Denn wurden Leistungen rund um die Pandemie bis zum 30. Juni 2022, wenn sie mit dieser Ziffer gekennzeichnet waren, zu 100 Prozent vergütet, so laufen diese Leistungen nun wieder ganz „normal“ in die MGV und unterliegen dort der Budgetierung. 

Na gut, dann findet Corona ambulant eben nicht mehr statt.

Herr Lauterbach bekennt nun auch endlich Farbe und für die ambulante Versorgung gibt es nur noch Ampelkarten. Wobei uns nicht ganz klar ist, für welche Regelverstöße wir hier eigentlich abgefertigt werden. Sein Verhalten ist aber irgendwie nachvollziehbar, denn schließlich waren es in seiner Welt offenbar nicht die Niedergelassenen, die das Gros der Behandlungen in der Pandemie bewältigt haben und auf deren Konto 80 bis 90 Prozent der Impfungen gegen COVID-19 gehen. Eine solche Gruppe kann man ruhig schon einmal vernachlässigen bzw. sie zum wiederholten Mal vor den Kopf stoßen.

Und mit dem Referenten-Entwurf zum GKV-Finanzierungsgesetz zeigt der Minister zudem deutlich, in welche Richtung die Ampel-Reise weiter gehen wird. Dadurch, dass ab 1. Januar 2023 die Behandlung von Neupatienten im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) nicht mehr gesondert honoriert werden soll, „erleichtert“ Herr Lauterbach die ambulante Versorgung mutmaßlich um 400 Millionen Euro Honorar. Dass es gleichzeitig hieß, für Kürzungen bei den Niedergelassenen bestehe kein Spielraum, ist ein weiteres Kennzeichen außerordentlicher Wertschätzung.

Hauptsache die Apotheker kommen so gut wie ungeschoren davon. Da wird der Apothekenabschlag von 1,77 Euro um lächerliche 23 Cent auf 2 Euro erhöht. Kann man ja auch verstehen, haben doch die Apotheker die finanzielle Hauptlast der Pandemiebekämpfung, denken Sie nur mal an die enormen Kosten durch die Abgabe der FFP2-Masken, und der Impfkampagne getragen.

Wir sind sicher, dass Sie sich an dieser Stelle Ihre Meinung schon längst gebildet haben.

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 06.07.2022

An alle Mitglieder der KVH

Ansprechpartner

info.line

Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
info.line(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen