Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) informiert ihre Mitglieder direkt, zielgruppenspezifisch und aktuell per Rundschreiben über relevante Neuerungen rund um die vertragsärztliche und psychotherapeutische Tätigkeit.

SARS-CoV-2: Corona-Impfstart in Facharztpraxen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir hatten es ja schon in unserem Rundschreiben vom 26. März 2021 geschrieben, auf Bitte des Beratenden Fachausschusses erhalten Sie mit diesem Schreiben aber noch einige zusätzliche Informationen zum Impfstart in Facharztpraxen.

Um es noch einmal klar und deutlich zu sagen: Natürlich werden auch Fachärzte gegen Covid-19 impfen. Nicht nur, weil wir eine Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) sind, nicht nur, weil es irgendwelche berufsrechtlichen Regelungen gibt, sondern schlicht und einfach deshalb, weil wir jede einzelne Praxis brauchen, um das Impfen endlich zum Erfolg zu machen.

Klar ist: Wir müssen endlich aus dieser Pandemie heraus! Unsere Patienten sind mental genauso erschöpft wie wir. Und wir sehen es doch weltweit, dass die ganze Diskussion um Lockdown und Öffnung, NoCovid, Testen oder was auch immer nur Ausflüchte angesichts völliger Hilflosigkeit sind. Jeder, der Freunde oder Bekannte in Israel oder auch in England hat, weiß, dass Impfen allein der einzige Weg aus der Pandemie ist.

Und deshalb brauchen wir auch Sie als Fachärzte. Leider braucht man aber auch Impfstoff. Eine Erkenntnis, die sich nun tatsächlich, wenn auch mit deutlicher Verzögerung bei den Verantwortlichen in Brüssel, Berlin und Wiesbaden breit gemacht hat. Denn am Impfstoff hapert es ja gerade – und damit auch in den Vertragsarztpraxen.

Wir wollen gar nicht weiter auf das Thema Vaxzevria, wie AZD1222 von AstraZeneca jetzt heißt, eingehen. Dafür, dass dieser Impfstoff weltweit verimpft wird, die WHO unverändert an diesem Impfstoff festhält, UK eine beeindruckend erfolgreiche Impfkampagne damit durchführt, gleichzeitig weltweit weiter Zehntausend Menschen täglich an Corona sterben, fasst man sich an den Kopf, was die politisch Verantwortlichen an dieser Stelle „produzieren“.

Wie sieht es nun in Deutschland aus: Von den aktuellen Impfstofflieferungen werden wir für die ambulante Versorgung deutschlandweit in den nächsten Wochen zunächst maximal eine Million Dosen pro Woche zur Verfügung haben. Ob dies tatsächlich so bleibt, da nun plötzlich Begehrlichkeiten der Länder auf BioNTech entstehen, während man AstraZeneca offenbar loswerden will, ist auch noch nicht klar.

Aber selbst, wenn man von einer Million Dosen ausgeht, heißt das, dass wir nur von 20 Dosen pro Arzt und Woche reden, wenn man nur die Hausärztinnen und Hausärzte berücksichtigt. Nähme man jetzt noch einmal die gleichgroße Anzahl von Fachärzten hinzu, dann bleiben gerade noch im Schnitt zehn Impfdosen pro Arzt und Woche.

Mit dem ganzen Aufwand, der Dokumentation, den damit verbundenen Lieferketten und der Praxisorganisation macht das keinen Sinn, zumal wir hier auch von Vials reden, die sechs Dosen enthalten. Am Ende kommt dann bei vielen pro Woche und Arzt/Ärztin nur eine Vial an. Zudem gilt ja auch noch die Priorisierung.

Deswegen unsere Bitte an Sie, noch zwei (bis drei) Wochen zu warten.

Wir wissen, das fällt schwer, weil jeder hier endlich seinen Beitrag leisten will. Dann sollten alle Strukturen klar sein und auch mehr Impfstoff kommen. Wir haben uns auch entschieden, aus verschiedenen Erwägungen bis auf die Dialysezentren keine weiteren Ausnahmen auszusprechen. Es sollte auch klar sein, was in Hessen mit den Impfzentren und den Zweitimpfungen passiert. Die Liefermenge und -logistik sollte belastbar sein. Dann geht es selbstverständlich auch mit den Fachärzten los.

Hier sind sich alle Verantwortlichen in der KVH einig, dass dann die ambulante Versorgung zusammen bei ausreichenden Impfstoffmengen das leisten kann und wird, was die Politik den Menschen bisher nur versprochen hat. Deswegen brauchen wir auch die Lieferzusagen deutlich höherer Mengen ab Mitte bzw. Ende April.

Wir wünschen Ihnen schöne und erholsame Ostertage, sofern dies in diesen Tagen überhaupt möglich ist.

Mit besten kollegialen Grüßen und bleiben Sie gesund, Ihre

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

Dr. med. Eckhard Starke
stv. Vorstandsvorsitzender

zuletzt aktualisiert am: 01.04.2021

An alle fachärztlichen Mitglieder der KVH

Ansprechpartner

info.line

Mo – Fr: 7 – 17 Uhr

Tel 069 24741-7777
Fax 069 24741-68826
info.line(at)kvhessen(.)de

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen